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Scan 487

Musik-Lexikon, 1884

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1fessoren begründeten Verlagsunternehmens für die Veröffentlichung ihrer eigenen Werke (Reicha, Dauprat u. a.). In dieser Zeit schrieb er seine nach seinem Tod veröffentlichte Harmonielehre: »L'harmonie au commencement du dix-neuvième siècle et méthode pour l'étudier« (1830; deutsch von Häser, 1833). Auch übersetzte J. Hummel's »Klavierschule« und Häser's »Chorgesangschule« ins Französische.
3Jelinek, Franz Xaver, geb. 3. Dez. 1818 zu Kaurins in Böhmen, gest. 7. Febr. 1880 zu Salzburg; Schüler des Prager Konservatoriums, 1841 Lehrer des Oboe- spiels und Archivar am Mozarteum zu Salzburg, später Domchordirektor; komponierte kirchliche Gesangswerke, Männerchöre etc.
5Jenkins (spr. bish.), John, geb. 1592 zu Maidstone, gest. 27 Okt. 1678 zu Kimberley in Norfolk; Virtuose auf der Laute und Viole, königlicher Kammermusiker unter Karl I. und Karl II., komponierte zahlreiche Fancies (Phantasien) und Rants (»tolle Einsätze«, Rapricen) für Orgel, Violen etc., die zum größten Teil im Manuskript zu Oxford aufbewahrt werden, und von denen nur einige Rants gedruckt sind in Blayards »Courtly masking ayres« (1662), »Musick's handmaid« (1678) und »Apollo's banquet« (1690). Er selbst gab heraus: »Twelve sonatas for violins and a base with a thorough base for the organ or theorbo« (1660 u. 1664) und »Theophila« (Arien zu einer Dichtung von Benlowe, 1652), eine Elegie auf den Tod von W. Lawes am Schluss von Lawes' »Choice psalms« (1648), zwei Rondeos in Hiltons »Catch that catch can« (1652), Lieder in »Select ayres and dialogues« (1659) und »The musical companion« (1672) etc.
7Jennelin, s. Jannequin.
9Jensen, Adolf, geb. 12. Jan. 1837 zu Königssberg i. Pr., gest. 23. Jan. 1879 zu Baden-Baden. Der sinnige, leider so früh verstorbene Liederkomponist war in der Hauptsache Autodidakt und nur zwei Jahre lang Schüler von Ehlert und Marpurg, als sein Talent bereits anfing, schöne Blüten zu treiben. 1856 lebte er als Musiklehrer in Russland, übernahm 1857 die Kapellmeisterstelle am Stadttheater zu Bosen, ging 1858 nach Kopenhagen zu Gade, dessen künstlerisches Naturell dem seinen sympathisch war, und kehrte 1860 nach Königssberg zurück, wo er schnell als Komponist wie als Lehrer zu hohem Ansehen gelangte. 1866 bis 1868 wirkte er in Berlin als Lehrer an Tausigs Schule für das höhere Klavierspiel, zog sich aber dann in Rücksicht auf seine wankende Gesundheit zuerst nach Dresden und 1870 nach Graz zurück und verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in Baden-Baden, wo er endlich einem langwierigen Brustleiden erlag. Mit viel mehr Recht als Robert Franz muß J. als der Erbe Schumanns in der Liedkomposition bezeichnet werden, ohne daß ihm Nachahmung vorgeworfen werden könnte; die Innigkeit der Empfindung, die Wiedergeburt des Gedichts in der Melodie sind ja Dinge, die sich nicht nachmachen lassen. Seine zahlreichen Liederhefte, vom ersten (Op. 1) bis letzten (Op. 61), bilden einen Schatz poetisch-musikalischer Empfindung; die meisten erschienen mit den schlichten Titeln: »6 Lieder« (Op. 1), »7 Lieder« (Op. 11) etc.; einzelne bilden Cyklen mit gemeinsamem Titel: »Dolorosa« (Chamisso »Tränen«, Op. 30), »Gaudeamus« (12 Lieder von Scheffel, Op. 40), 2 Hefte zu je 7 Liedern aus dem »Spanischen Liederbuch« von Geibel und Hevse (Op. 4 und 21), »Romanzen und Balladen« (Hamerling, Op. 41) etc. Auch einige Hefte Chorlieder hat J. geschrieben (Op. 28 und 29), 2 Chorgesänge mit 2 Hörnern und Harfe (oder Klavier, Op. 10); eine Auswahl seiner Lieder erschien als »J.-Album«. Auch als Klavierkomponist nimmt J. eine bedeutende Stellung ein, besonders unter den Lyrikern, den Pflegern des kleinen Genres; hervorzuheben sind: »Innere Stimmen« (Op. 2), »Reisebilder« (Op. 17), »Idyllen« (Op. 43), »Eroticon« (Op. 44), »Hochzeitsmusik« (vierhändig, Op. 45), Sonate (Op. 25), 6 deutsche Suiten (Op. 36), »Romantische Studien« (Op. 8), Etüden (Op. 32), Phantasiestücke, Tänze, Romanzen, Nocturnen etc., endlich »Jephthas Tochter«, für

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