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Scan 538

Musik-Lexikon, 1884

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1E. F. Wenzel, E. F. Richter, K. F. Becker und K. A. Pohlenz, in der Folge F. Hiller, Niels Gade, J. Moscheles, J. Niek, K. Reinecke, Fr. Brendel, K. Fr. Göze u. a. Von den Genannten ist heute nur noch Reinecke übrig. Aus der großen Reihe berühmter Schüler dieses Instituts seien nur genannt: Th. Kirchner (der zuerst eingezeichnete), W. Bargiel, L. Meinarbus, L. Brassin, G. Jabassohn, Rob. Radecke, F. v. Holstein, E. Grieg, A. Sullivan, A. Wilhelmj, J. S. Svendsen. (Vgl. die »Jubiläumsschrifte von E. Kneschke, 1868.)
3Das älteste Berliner K. ist das 1. Nov. 1850 von A. B. Marx, Th. Kullak und J. Stern begründete, das nach dem Ausscheiden von Kullak (1855) und Marx (1857) von Stern allein weitergeführt wurde und noch heute in Blüte steht; als Lehrer der Anstalt fungierten außer den Begründern unter andern: Hans v. Bülow, Fr. Kiel, de Ahna, G. Brassin, Barth, A. Kullak, A. Krug, D. Tiersch, B. Scholz, R. Wüerst z. Nach 25 Jahren wies die Schülerliste über 3000 Namen auf, darunter J. Huber, H. G. Göz und M. Moszkowski. Noch viel größere Dimensionen hat aber die 1. April 1855 von Th. Kullak eröffnete Neue Akademie der Tonkunst angenommen; dieselbe zählt über 1000 gleichzeitige Schüler und beschäftigt gegen 100 Lehrer. Den Schwerpunkt bildet die Ausbildung im Klavierspiel. Zweifellos die bedeutamste, wenn auch zur Zeit nicht besuchtste musikalische Unterrichtsanstalt Berlins ist aber die königliche Hochschule für Musik; dieselbe ist eine Dependenz der königlichen Akademie der Künste und zerfällt in drei getrennte Abteilungen. Die älteste ist das königliche Institut für Kirchenmusik, eröffnet 1822, Direktor (seit 1869) A. Haupt, zulässige Schülerzahl 20 (Unterricht unentgeltlich). Die Abteilung für musikalische Komposition wurde 1833 eröffnet; derzeitige Lehrer sind: Grell, Kiel, Bargiel, Taubert; der Unterricht ist ebenfalls unentgeltlich. Die Abteilung für ausübende Tonkunst endlich, das eigentliche K., wurde 1. Okt. 1869 eröffnet unter Direktion von J. Joachim, der sie noch leitet. Sie enthielt anfanglich nur Unterrichtsklassen für Violine, Cello und Klavier; 1. Okt. 1871 wurde sie durch eine Orgelklasse, 1. April 1872 durch Klassen für Gesang, Blasinstrumente und Kontrabass, 1. April 1873 durch eine Chorschule und 1874 durch Einrichtung eines Vokalchors erweitert. Lehrer sind außer Joachim: Ph. Spitta, Bargiel, Haupt, de Ahna, Wirth, Ruborff, Wierprecht, Succo u. a. Das sehr gut renommierte K. zu Köln (Rheinische Musikschule) wurde von seiten der Stadt Köln 1850 begründet und mit seiner Organisation und Leitung F. Hiller beauftragt; unter den Lehrern befanden sich zur Zeit außer Hiller: v. Königslöw, F. Gerbsheim, J. Seitz, G. Japha, D. Klauwell. Das Dresdener K. (Pudorsches K.) wurde 1. Febr. 1856 vom Kammermusiker Tröstler gegründet und 1859 von F. Pudor übernommen, artistischer Direktor ist F. Wüllner; aus der Zahl der Lehrer sind hervorzuheben: Wüllner, Merkel, Rapsoldi und F. Grützmacher. Schüler: Stagemann, Frau Otto-Alvsleben, Fiedes Keller, Anna Lankow z. Die Anstalt ist Instrumentalschule, Opernschule, Schauspielschule und Seminar für Musiklehrer. Eine vorzügliche Musikschule ist auch das K. zu Stuttgart, 1856—57 von Stark, Faist, Lebert, Laiblin, Brachmann und Speidel begründet (Direktoren: Faist und Scholl); besonders als Klavierschule ist dieses K. sehr berühmt. Eine staatliche Anstalt ist die königliche Musikschule zu München, begründet 1867, neuorganisiert 1874; an der Spitze steht der Hofmusikintendant K. v. Perfall, die Inspektion der Instrumentals- und Theorieklassen hat J. Rheinberger. Die Organisation ist insofern eine ganz ausgezeichnete und des Staats würdige, als, ähnlich wie am Prager K., über die musikalische Ausbildung die allgemeine Bildung nicht vernachlässigt wird. Durch die den Schülern zugänglichen Aufführungen der königlichen Hofkapelle (a cappella-Chor) wird der Unterricht in der Musikgeschichte lebendig illustriert. Auch in Würzburg ist eine königliche

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