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Scan 543

Musik-Lexikon, 1884

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1geb. 8. Okt. 1820 zu Krakau, Violinlehrer in Paris, die beiden Brüder der oben genannten, haben Klavier- und Violinstücke leichtern Genres herausgegeben.
3Konzert (ital. Concerto, franz. Concert), 1) eine öffentliche Aufführung von Musikwerken (Symphoniekonzert, Kirchenkonzert, Militärkonzert, Gartenkonzert &c.). — 2) Ein größeres Musikstück für ein Soloinstrument, der Regel nach mit Orchesterbegleitung, welches dem Ausführenden große Schwierigkeiten darbietet und seine Virtuosität zu zeigen geeignet ist (Klavierkonzert, Violinkonzert &c.). Die Form des Konzerts ist die der Sonate und Symphonie mit den durch den Zweck gebotenen Modifikationen. — 3) Eine heute ziemlich außer Gebrauch gekommene Kompositionsform, in welcher mehrere Singstimmen oder Instrumente rivalisierend als Hauptstimmen auftreten (von dieser stammt eigentlich der Name K., »Wettstreit«). Die älteste Art der Konzerte in diesem Sinn sind die Kirchenkonzerte (Concerti ecclesiastici oder da chiesa), zuerst gebracht von Viadana (1612), Motetten für 1 (!), 2, 3 und 4 Singstimmen mit Orgelbass. Dieselben haben ihre höchste Ausbildung gefunden in J. S. Bachs Kantaten, die derselbe stets als Concerti bezeichnete, und die allerdings in anbetracht ihres konzertierenden Stils (abgesehen von den eingelegten Chorälen) auf den Namen einen vollberechtigten Anspruch haben. Das Kammerkonzert (Concerto da camera) entstand erheblich später; der erste, welcher den Namen einführte, war Giuseppe Torelli, und zwar schrieb derselbe gleich Doppelkonzerte, das erste (1686) als Concerto da camera, die letzten (1709) als Concerti grossi bezeichnet, jene für zwei Violinen mit Bass, diese für zwei konzertierende und zwei begleitende Violinen, Viola und Continuo. Das Concerto grosso wurde durch Torelli bereits 1712 auf drei konzertierende Instrumente (di concertino) ausgedehnt, welche Zahl die gewöhnliche blieb, während das Orchester (concerto grosso) immer mehr verstärkt wurde. Das Kammerkonzert ging in unserem heutigen K. (s. oben) und der Sonate auf. Corelli, Vivaldi, J. S. Bach brachten diese Formen zur Vollendung. one of two readings
4Konzert (ital. Concerto, franz. Concert), 1) eine öffentliche Aufführung von Musikwerken (Symphoniekonzert, Kirchenkonzert, Militärkonzert, Gartenkonzert &c.). — 2) Ein größeres Musikstück für ein Soloinstrument, der Regel nach mit Orchesterbegleitung, welches dem Ausführenden große Schwierigkeiten darbietet und seine Virtuosität zu zeigen geeignet ist (Klavierkonzert, Violinkonzert &c.). Die Form des Konzerts ist die der Sonate und Symphonie mit den durch den Zweck gebotenen Modifikationen. — 3) Eine heute ziemlich außer Gebrauch gekommene Kompositionsform, in welcher mehrere Singstimmen oder Instrumente rivalisierend als Hauptstimmen auftreten (von dieser stammt eigentlich der Name K., »Wettstreit«). Die älteste Art der Konzerte in diesem Sinn sind die Kirchenkonzerte (Concerti ecclesiastici oder da chiesa), zuerst gebracht von Viadana (1612), Motetten für 1 (!), 2, 3 und 4 Singstimmen mit Orgelbass. Dieselben haben ihre höchste Ausbildung gefunden in J. S. Bachs Kantaten, die derselbe stets als Concerti bezeichnete, und die allerdings in anbetracht ihres konzertierenden Stils (abgesehen von den eingelegten Chorälen) auf den Namen einen vollberechtigten Anspruch haben. Das Kammerkonzert (Concerto da camera) entstand erheblich später; der erste, welcher den Namen einführte, war Giuseppe Torelli, und zwar schrieb derselbe gleich Doppelkonzerte, das erste (1686) als Concerto da camera, die letzten (1709) als Concerti grossi bezeichnet, jene für zwei Violinen mit Bass, diese für zwei konzertierende und zwei begleitende Violinen, Viola und Continuo. Das Concerto grosso wurde durch Corelli bereits 1712 auf drei konzertierende Instrumente (di concertino) ausgedehnt, welche Zahl die gewöhnliche blieb, während das Orchester (concerto grosso) immer mehr verstärkt wurde. Das Kammerkonzert ging in unserem heutigen K. (s. oben) und der Sonate auf. Corelli, Vivaldi, J. S. Bach brachten diese Formen zur Vollendung. one of two readings
6Konzertmeister (franz. Violon solo, engl. Leader), der erste Geiger, Vorgeiger (Sologeiger) eines Orchesters, der gelegentlich den Kapellmeister zu vertreten hat.
8Konzertstück, s. v. w. einsätziges Konzert von freierer Form, meist mit Wechsel des Tempo und der Taktart; auch für den Konzertvortrag bestimmte kleinere Solostücke nennt man Konzertstücke.
10Kopfstimme, s. Falsett.
12Koppel (lat. Copula) ist in der Orgel 1) eine Vorrichtung, welche ermöglicht, durch das Spiel auf einer Klaviatur die Lasten einer oder mehrerer andern mit herabzudrücken, so daß auch die zu diesen gehörigen Pfeifen mit ertönen. Man unterscheidet Manualkoppeln und Pedalkoppeln. Jene verbinden zwei oder drei Manuale und zwar in der Regel derart, daß mittels des Hauptmanuels ein oder zwei Nebenmanuale mitgespielt werden können; doch werden bei größeren Orgeln auch die Nebenmanuale untereinander verkoppelt. Die Pedalkoppel ist entweder ebenso konstruiert (Anhängerkoppel), oder sie wirkt direkt auf besondere Ventile in den Kanzellen der zum Hauptmanual gehörigen Windladen, ohne die Lasten des letztern mit herabzudrücken. Nach der Konstruktion unterscheidet man Druckkoppeln und Zugkoppeln; jene drücken von oben auf die Lasten einer tiefer liegenden Klaviatur (Frosch- oder Klößchenkoppel), diese ziehen die einer höher liegenden mit herab (Gabelkoppel); noch mehr auf die Details der Ausführung beziehen sich die Namen Winkelhakenkoppel, Wippenkoppel u. s. f. Nach der Vorrichtung, mittels welcher die K. in Funktion gesetzt wird, unterscheidet man Manubrienkoppeln (mittels eines Registerzugs), Füstrittkoppeln (mittels Pedaltritts) und Schiebekoppeln (wenn eine Klaviatur ein wenig herausgezogen werden muß). — 2) Die Oktavkoppel verbindet mit jeder Taste die zur Ober- oder Unteroktave oder zu beiden gehörigen Töne (in letzterem Fall Doppeloktavkoppel); der Effekt ist der

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