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Scan 544

Musik-Lexikon, 1884

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1Körner — Kožmaly.
3eines sehr vollgriffigen Spiels. — 3) R. (Roppelflöte) ist auch der veraltete, hier und da vorkommende Name verschiedenartiger Labialstimmen (der Grund ist nicht klar), nämlich: Prinzipal 8 Fuß, Dohlflöte 8 Fuß, Gemshorn 8 Fuß u. a.
5Körner, 1) Christian Gottfried, geb. 2. Juli 1756 zu Leipzig, gest. 13. Mai 1831 in Berlin als Geheimer Oberregierungsrat (der Vater des Dichters Theodor K.); unterhielt zu Dresden, wo er lange Zeit in Amtstellung war, einen Gesangverein in seinem Haus, komponierte auch selbst und schrieb unter andern für die »Horen« von 1775: »Über den Charakter der Töne oder über Charakterdarstellung in der Musik«. — 2) Gotthilf Wilhelm, geb. 3. Juni 1809 zu Leicha bei Halle a. S., gest. 3. Jan. 1865 in Erfurt; besuchte das Seminar zu Erfurt, wirkte mehrere Jahre als Schullehrer und begründete 1838 in Erfurt den noch heute seinen Namen tragenden Musikverlag, der besonders reich an Orgelwerken ist. Seit 1844 gab er die noch bestehende Musikzeitung »Urania« (für Orgelfreunde) heraus.
7Kornett (ital. Cornetto, franz. Cornet, »Hörnchen«), 1) s. v. w. Zinken (s. d.). — 2) In der Orgel a) eine den Ton des Zinkens nachahmende, jetzt veraltete Zungenstimme zu 8 Fuß oder als Cornettino 4 und 2 Fuß und Grand Cornet 16 Fuß. Ihr Ton ist blögend, und sie wird jetzt nur noch zu 2 und 4 Fuß fürs Pedal gebaut. b) Eine gemischte Stimme, meist 3—5chörig, in der Regel zu einer 8-Fußstimme gehörig, selten zu 4 Fuß. Von Mixture unterscheidet sich R. durch die Terz (fünfter Oberton), welche das Charakteristikum des Kornetts ist. R. bringt immer die Obertöne in geschlossener Reihe und zwar, wenn es fünfschaf ist, vom Grundton ansangend, vierfach von der Oktave, dreifach von der Duodezime ansangend, immer mit der Septdezime endend. Zu Heilbronn ist ein R. sechsfach, das aber erst mit der Doppeloktave anfängt (auf C = c'. e'. g'. c''. e''. g''). — 3) R. à pistons, R. à cylindres, Blechblasinstrument von noch höherer Tonlage als die Trompete, als deren Oktavinstrument es betrachtet werden muß. Die Naturskala der Hörner, Trompeten und Kornetts in C beginnt nämlich in der Tiefe so (das tiefste C spricht der engen Mensur wegen nicht an):
9Kornett:
10Trompete:
11Horn:
13Doch reicht das R., abgesehen von den Leistungen der Virtuosen, in der Höhe nicht viel über die Trompete hinaus. Das R. kommt vor in C B A As G F E Es D, besonders aber in B Es und F. Virtuosen auf dem R. sind J. Koßled und seine Genossen (Kaiser-Kornettquartett).
15Koßled, Julius, geb. 3. Dez. 1835 zu Neugard in Pommern, Virtuose auf der Trompete und dem Kornett à pistons, trat 1852 in das Musikkorps des 2. Garde-regiments in Berlin, wurde nach einigen Jahren in der königlichen Kapelle ange stellt und 1873 Lehrer für Trompete und Posaune an der königlichen Hochschule. R. ist bekannt als der Begründer und Chef des unter dem Namen Kaiser-Kornettquartett berühmten Quartetts von Pistoninstrumenten. Außer zahlreichen Arrangements für dieses Quartett gab R. auch eine Schule für Trompete und Kornett à pistons heraus.
17Koßak, Ernst, geb. 4. Aug. 1814 zu Marienwerber, gest. 3. Jan. 1880 in Berlin; studierte zu Königsberg und Berlin Philologie und promovierte zum Dr. phil., widmete sich aber völlig der journalistischen Karriere und erzellierte besonders als musikalischer Zeuilletonist. Auch die »Neue Berliner Musikzeitung« sowie die von ihm begründete und längere Zeit rebigierte Musikzeitung »Echo« und die 1847 gleichfalls von ihm ins Leben gerufene »Zeitungshalle« (nachmalß »Berliner Feuersprize« und »Berliner Montagspost«) brachten vieles aus seiner Feder.
19Kožmaly, Karl, geb. 27. Juli 1812 zu Breslau, Schüler von L. Berger, Zelter und Klein in Berlin (1828—30), so-

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