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Scan 545

Musik-Lexikon, 1884

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1dann Opernkapellmeister zu Wiesbaden-Mainz, Amsterdam (1838), Bremen (1841), Detmold und Stettin (1846—1849), seitdem in Stettin als Musiklehrer und Konzertdirigent lebend, hat sich als Komponist mit Liedern und einigen Instrumentalwerken bekannt gemacht. Bedeutender ist seine schriftstellerische Tätigkeit: »Schlesisches Tonkünstlerlexikon« (in Lieferungen, 1846—47); »Mozarts Opern« (1848, nach Ulibischew); »Über die Anwendung des Programms zur Erklärung musikalischer Kompositionen« (1858); »Über Richard Wagner« (1874, antiwagnerisch). Außerdem brachten die »Neue Zeitschrift für Musik«, »Neue Berliner Musikzeitung« und die »Stettiner Zeitung« Aufsätze von seiner Feder.
3Kößlin, 1) Karl Reinhold, Professor der Ästhetik und Kunstgeschichte in Tübingen, geb. 28. Sept. 1819 zu Ulach (Württemberg), ein Mann von hoher musikalischer Bildung, wie sowohl seine »Ästhetik« (1863—69, 2 Bde.) als der von ihm verfasste, speziell die Musik behandelnde Band (III, 2, 4) von F. Th. Bischers umfangreicher »Ästhetik« beweisen. — 2) Heinrich Adolf, Musikschriftsteller, geb. 4. Okt. 1846, Sohn des als Kriminalist und Dichter berühmten Tübinger Professors Christian Reinhold K. und der vorzüglichen Liederkomponistin Josephine Lang-K. (s. d.), erhielt früh eine tüchtige musikalische Ausbildung, studierte aber nach des Vaters frühem Tod (1856) Theologie zu Tübingen, ging 1869 als Hauslehrer des württembergischen Gesandten nach Paris, machte 1870 den Krieg als Feldprediger mit, war 1871—73 Repräsentant am theologischen Seminar zu Tübingen, wo er Vorlesungen über Musikgeschichte hielt, 1873—75 Diakonus zu Sulz a. N., organisierte 1875 den Dreistädtebund für Kirchengesang (Sulz, Kalw, Nagold; seit 1877 erweitert zum Evangelischen Kirchengesangverein für Württemberg), dessen Festaufführungen er mehrere Jahre selbst leitete, ward 1875 nach Maulbronn, 1878 nach Friedrichshafen berufen, wo er noch heute als Prediger und zugleich als Dirigent des Oratorienvereins lebt. Seine Kritiken über musikalische Bücher (im »Deutschen Litteraturblatt« und der Augsburger »Allgemeinen Zeitung«) sind bemerkenswert, ebenso seine Schriften: »Geschichte der Musik im Umriss« (1875, 2. Aufl. 1880) und »Die Tonkunst. Einführung in die Ästhetik der Musik« (1878).
5Rothe, Bernhard, geb. 12. Mai 1821 zu Gröbnig in Schlesien, besuchte das königliche Institut für Kirchenmusik zu Berlin, genoss auch eine Zeitlang den Unterricht von A. B. Marr und wurde 1851 als Kirchenmusikdirektor und Schulgesanglehrer zu Oppeln angestellt, von wo er 1869 als Seminarmusiklehrer nach Breslau ging. R. begründete dort den Täcilienverein für katholische Kirchenmusik, gab eine Sammlung kirchlicher Gesänge für Männerchor: »Musica sacra«, heraus, ferner Orgelstücke, Motetten, eine Gesanglehre, »Singtafeln« (für den Unterricht in Schulen) sowie die Schriften: »Die Musik in der katholischen Kirche« (1862) und »Abriss der Musikgeschichte für Lehrerseminare und Dilettanten« (1874). — Auch seine beiden Brüder Alois (geb. 3. Okt. 1828, gest. 1868 als Seminarmusiklehrer zu Breslau) und Wilhelm (geb. 8. Jan. 1831, Seminarmusiklehrer in Habelschwerdt) haben sich durch Herausgabe von kirchlichen Kompositionen und Schulgesangswerken bekannt gemacht.
7Köttlitz, Adolf, geb. 27. Sept. 1820 zu Trier, tüchtiger Violinist, lebte mehrere Jahre in Köln und, protegiert von Liszt, drei Jahre in Paris, war 1848—1856 Konzertmeister zu Königsberg und setzte sich auf einer Konzertreise durch Sibirien in Uralst als Musikdirektor fest, wo er 26. Okt. 1860 auf der Jagd verunglückte. Von seinen Kompositionen sind zwei Streichquartette hervorzuheben. — Seine Frau Klothilde, geborene Glendt (gest. 1867), war in Königsberg als Gesanglehrerin geschätzt.
9Kozeluch (Kojeluch), 1) Johann Anton, geb. 13. Okt. 1738 zu Wellwarn (Böhmen), gest. 3. Febr. 1814 als Kapellmeister der St. Veitskirche in Prag; ausgebildet im Jesuitenkolleg zu Brzeznik, später in Prag und Wien, wo er

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