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Scan 553

Musik-Lexikon, 1884

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1den großen Einsatzstücke, mittels deren die Naturskala des Instruments verschoben und z. B. aus einem C-Horn ein B-Horn gemacht wird.
3Krummhorn (Kromphorn, Krumbhorn, davon das franz. Cromorne und ital. Cormorne; ital. auch Cornamuto torto oder kurz Storto), 1) veraltetes, den Bomharten verwandtes Holzblasinstrument, das mittels eines in einem Kessel stehenden doppelten Rohrblatts angeblasen wurde und sich von den Bomharten durch die halbkreisförmige Umbiegung des unteren Teils der Schallschöre und durch den auffallend geringen Tonumfang (eine Note) unterschied. Das K. wurde im 16. Jahrh. in drei bis vier verschiedenen Größen gebaut (als Diskant-, Alt- [Tenor-] und Bassinstrument) und hatte an dem geraden Teil der Röhre sechs Grifflöcher. Der Ton des Instruments war melancholisch; eine Nachahmung seiner Klangfarbe gibt — 2) das K. (Cormorne, Cremona, auch Phocinx) genannte Orgelpfeifregister, das früher für kleine Orgeln und für die Echo- werke größerer beliebt war (zu 8 Fuß, 4 Fuß, im Pedal auch zu 16 Fuß als Krummhornbass), eine Zungenstimme, deren Aufsätze häufig halbgedeckt oder unten konisch und oben cylindrisch waren.
5Krumpholz, 1) Johann Baptist, geboren um 1745 zu Zlonitz bei Prag, gest. 19. Febr. 1790 in Paris; berühmter Harfenvirtuose, wuchs zu Paris auf, da sein Vater Musikmeister eines französischen Regiments wurde. 1772 konzertierte er in Wien und ließ sich als Lehrer seines Instruments nieder, war 1773—76 Mitglied der Kapelle des Fürsten Esterhazy und genoss den Unterricht Haydns in der Komposition. Mittlerweile hatte sich sein Ruf verbreitet, und er unternahm eine große Konzerttour durch Deutschland nach Frankreich; in Mez bildete er ein Fräul. Meyer zur Harfenvirtuosin aus, heiratete sie und wandte sich nach Paris, wo er große Triumphe feierte, besonders nachdem Nabermann nach seinen Angaben Harfen mit einem Fortepedal und einem Dämpferpedal gebaut hatte. K. war es auch, der Grard auf die Idee der Doppel-
7pedalharfe brachte. Aus Kummer über die Untreue seiner Frau, die mit einem jungen Mann davonlief, ertrankte er sich in der Seine. Seine Kompositionen für Harfe (6 Konzerte, 52 Sonaten, Variationen, Quartette mit Violine, Bratsche und Cello, Harfenduos, Symphonie für Harfe, 2 Violinen, Flöte, 2 Hörner und Cello u. a.) sind noch heute von Wert. — 2) Wenzel, geboren um 1750, Bruder des vorigen, wurde 1796 Mitglied des Wiener Opernorchester, war befreundet mit Beethoven und starb 2. Mai 1817. Beethoven widmete seinem Andenken den »Gesang der Mönche«. Von ihm: »Abendunterhaltung« für Solovioline und »Eine Viertelstunde für eine Violine«.
9Krustische Instrumente (v. griech. xovew, »schlagen«), s. v. w. Schlaginstrumente.
11Küden, Friedrich Wilhelm, geb. 16. Nov. 1810 zu Bleckede bei Hannover, Sohn eines Bauern, erhielt seine erste musikalische Ausbildung vom Schwager seines Vaters, dem Hoforganisten Lürß zu Schwerin, und wirkte als Spieler verschiedener Instrumente im Schweriner Hoforchester, lenkte aber schon damals die Aufmerksamkeit auf sich durch schlichte Lieder, die schnell populär wurden (das Thüringer Volkslied »Ach wie wär's möglich dann«), und wurde als Musiklehrer der Prinzen angestellt. 1832 ging er zu weiteren Studien nach Berlin zu Birnbach und errang dort mit einer Oper: »Die Flucht nach der Schweiz«, einen nachhaltigen Erfolg. Später studierte er noch unter Sechter in Wien (1841) und Halevy in Paris (1843); trotz dieses Studieneifers ist K. als Komponist über den Standpunkt, welcher der großen Masse behagt, nicht hinausgekommen. 1851 folgte er einem Ruf als Hofkapellmeister nach Stuttgart, anfangs neben Lindpaintner, nach dessen Tod als alleiniger Orchesterchef, nahm aber 1861 seinen Abschied und zog sich nach Schwerin zurück. Die Zahl der Kompositionen, besonders der Lieder und Duette, Küdens ist sehr groß (darunter »Gretelein«, »Ach wenn du wärst mein eigen«, »Du schönes

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