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Scan 385
Musik-Lexikon, 1887
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1lagrime di San Pietro», eine 5stimmige Orchestermesse, einen 8stimmigen Psalm, ein 5stimmiges Miserere, Motetten, 6 Divertissements für Klavier, Violine und Cello, 6 Quartette für Klavier, 2 Violinen und Cello, Klaviersoli &c. — 2) Pietro Carlo, Sohn des vorigen, geb. 1763 in Neapel, gest. 28. Febr. 1817 in Massa Carrara, Schüler des Konservatoriums S. Maria di Loreto, war gleichfalls ein namhafter Opernkomponist (für Neapel und Mailand) und zuletzt Kapellmeister der Herzogin von Massa Carrara.
3Gui de Châlis (Guido, Abt des Cistercienserklosters Châlis in Burgund), Musichtschriftsteller des ausgehenden 12. Jahrh., von welchem uns ein Traktat über den Cantus planus (»De cantu ecclesiastico«) und eine Anweisung für den Diskantus (»Discantus ascendit duas voces«) erhalten sind. Beide sind durch Coussemaker dem Studium bequem zugänglich gemacht, ersterer in den »Scriptores« (II, 163), letzterer in der »Histoire de l'harmonie au moyen-âge« (S. 225) abgedruckt. one of two readings
4Gui de Châlis (Guido, Abt des Cistercienserklosters Châlis in Burgund), Musichtschriftsteller des ausgehenden 12. Jahrh., von welchem uns ein Traktat über den Cantus planus (»De cantu ecclesiastico«) und eine Anweisung für den Diskantus (»Discantus ascendit duas voces«) erhalten sind. Beide sind durch Coussemaker dem Studium bequem zugänglich gemacht, ersterer in den »Scriptores« (II, 163), letzterer in der »Histoire de l’harmonie au moyen-âge« (S. 225) abgedruckt. one of two readings
6Guida (Führer), s. Fuge.
8Guidetti, Giovanni, geb. 1582 zu Bologna, gest. 30. Nov. 1592 in Rom; Schüler Palestrinas zu Rom und 1575 päpstlicher Kapellensänger und Benefiziat, war mit Palestrina beschäftigt, auf Geheiß Gregors XIII. eine Neuausgabe des Graduals und Antiphonars zu machen, als die Leichtensteinschen zu Benedig erschienen (1580). Er gab daher seiner Arbeit eine andre Richtung und veröffentlichte auf Grund der gewonnenen Erfahrungen: »Directorium chori ad usum sacro-sanctae basilicae Vaticanae« (1582); »Cantus ecclesiasticus passionis Domini nostri Jesu Christi secundum Matthaeum, Marcum, Lucam et Johannem« (1586); »Cantus ecclesiasticus officii majoris hebdomadae« (1587) und »Praefationes in cantu firmo« (1588).
10Guido von Arezzo (Aretinus), geboren gegen 995 zu Arezzo (Toscana), ein um die Musiktheorie und musikalische Praxis hochverdienter Mönch des Benediktinerklosters Pomposa bei Ferrara, erregte durch hervorragende Kenntnisse den Neid seiner Mitbrüder, die ihm beim Abt (Guido) verleumdeten, so daß er es schließlich für gut befand, das Kloster zu verlassen. Er scheint sich danach in das Benediktinerkloster seiner Vaterstadt zurückgezogen zu haben, von wo aus sich der Ruf seiner Gelehrsamkeit und seiner Erfindungen für die Erleichterung des Singunterrichts verbreitete, so daß er 1026 (1028?) vom Papst Johann XIX. nach Rom berufen wurde, um selbst diesem seine Methode auseinanderzusetzen. G. überzeugte ihn vollständig von deren Vorzüglichkeit, und es ist kaum zweifelhaft, daß seine Verbesserungen der Notenschrift schon damals der Kirche allgemein empfohlen wurden. Obgleich der Abt von Pomposa, der in Rom weilte, sich mit ihm versöhnte und ihn bat, in sein Kloster zurückzukehren, so scheint G. dies doch nicht gethan zu haben, da aus den Notizen verschiedener Annalisten hervorgeht, daß G. 1029 Prior des Kamaldulenserklosters Avellano wurde (gest. 17. Mai 1050?).
12Das größte Verdienst Guidos und unbestreitig eins von solcher Bedeutung, wie ihrer nur wenige in der Geschichte der Musiklehre zu verzeichnen sind, ist die Erfindung des noch heute in derselben Weise üblichen Gebrauchs der Notenlinien. Allerdings hat G. nicht so mit einem Mal das vollendete Notensystem erfunden; er fand die Elemente desselben vor und ließ auch den nachfolgenden Generationen noch viel zu thun übrig. Der Gebrauch einer und auch zweier Linien (der f-Linie und c-Linie) reicht bis ins Ende des 10. Jahrh., die Zeit vor Guidos Geburt, zurück; die Unsicherheit der Tonhöhebedeutung der Neumen (s. d.) schwand aber thatsächlich erst, als G. vier Linien einführte. Er behielt die rote f-Linie und gelbe c-Linie bei, fügte aber zwischen beiden eine schwarze für a ein, die schlenden Töne fielen dann auf die Zwischenräume; je nach dem Umfang des zu notierenden Gesangs wurde oben oder unten eine weitere Linie hinzugenommen:
14(o) c (a) f (d)
16Die eingeschobene f-Linie bedeutete das eingeschriebene f, die eingeschobene c-Linie das kleine c. Man gestalt sich seit einiger
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