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Scan 387

Musik-Lexikon, 1887

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1merpreis am Pariser Konservatorium) als Musiklehrer lebte, kam mit 15 Jahren nach Europa und wurde am Pariser Konservatorium Schüler von Marmontel (Klavier), Barbereau (Harmonie) und Halévy (Komposition). 1859 erhielt er den Römerpreis für die Kantate »Bajazet et le joneur de flûte«. Nach der Rückkehr aus Italien brachte er mehrere Opern heraus: »Sylvie« (1864 in der Romischen Oper); »En prison« (1869 im Théâtre lyrique) und »Le kobold« (1870 Romische Oper). Nachdem er den deutsch-französischen Krieg freiwillig mitgemacht, brachte er: »Madame Turlupin« (Romische Oper 1872); das Ballett »Gretna-Green« (1873 in der Großen Oper), »Piccolino« (Romische Oper 1876) und »La galante aventure« (dgl. 1882). Außerdem sind noch von ihm bekannt geworden: eine Orchester-suite, eine Konzertouvertüre und einige kleinere Sachen. G. wurde 1876 Harmonieprofessor am Konservatorium und 1880 Kompositionsprofessor an Stelle des zurücktretenden B. Masse.
3Gitarre (franz. Guitare, früher Guiterne, ital Chitarra, span. guitarra), Saiteninstrument, dessen Saiten gerissen werden, zur Familie der Laute gehörig, aber kleiner und in neuerer Zeit in abweichender Form gebaut. Birdung (1511) nennt »Quintern« ein Instrument, welches in allem der Laute entspricht, bloß kleinere Dimensionen und nur fünf Saiten hat. Prätorius (1618) dagegen gibt der »Quinterna« oder »Chiterna« einen platten Schallkasten (»taum zween oder dren Finger hoch«) und vier oder fünf Saiten. Die Geschichte der G. ist daher ursprünglich die der Laute; sie kam durch die Mauren nach Spanien, von da zuerst nach Unteritalien, wo sich verschiedene Abarten entwickelten (s. Bandola). In Deutschland scheint sie nicht besonders beliebt gewesen zu sein, da sie dort zu Ende des vorigen Jahrhunderts als etwas ganz Neues wieder auftauchte. Die Stimmung der heutigen G. ist E A d g h e' doch wird für G. eine Oktave höher im Violinschlüssel notiert; durch einen sogen. Capotasto kann die Stimmung sämtlicher Saiten zugleich um einen Halbton erhöht werden.
5Gitarre-Bioloncell, vgl. Arpeggione.
6Gumbert, 1) Ferdinand, geb. 21. April 1818 zu Berlin, besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster daselbst und erhielt Musikunterricht von E. Fischer und Cläpius; er sollte Buchhändler werden, ging aber 1839 zur Bühne und war zuerst in Sondershausen als Liebhaber engagiert, 1840—42 aber zu Köln als Baritonist. Auf K. Kreuzers Rat entsagte er der Bühne, widmete sich ausschließlich der Komposition und der Erteilung von Gesangunterricht und ist durch Hunderte von volksmässigen Liedern außerordentlich populär geworden. Auch einige Liebesspiele schrieb er: »Die schöne Schusterin«, »Die Kunst geliebt zu werden«, »Der kleine Ziegenhirt«, »Bis der rechte kommt«, »Karolina« &c., übertrug verschiedene französische Opern geschickt ins Deutsche, ist Mitarbeiter musikalischer Zeitungen und gab »Musik. Gelesenes und Gesammeltes« (1860) heraus. — 2) Friedrich Adolf, Hornvirtuose, geb. 27. April 1841 zu Lichtenau (Thüringen), erhielt seine Ausbildung vom Stadtmusikus Hammann in Jena, wirkte sodann als Hornist in Bad Rauheim, St. Gallen und nach Absolvierung der Militärpflicht zu Eisenach (1862—64) in Halle a. S., von wo aus ihn Reinecke 1864 in das Gewandhausorchester zog, welchem er seitdem als erster Hornist angehört. G. veröffentlichte eine »Praktische Hornschule«, die großen Anklang fand; ferner eine Menge »Transkriptionen« für Horn: »Solobuch« für Horn (wichtige Stellen aus Symphonien, Opern &c.); Orchesterstudien für Klarinette, Oboe, Fagott, Trompete und Cello; »Hornquartette« (2 Hefte) und »Hornstudien«.
8Gumpelzhaimer, Adam, geb. 1559 zu Troßberg in Bayern, 1578 Kantor zu Augsburg, gest. 1625 in Augsburg, war ein vortrefflicher Tonseker und Theoretiker. Wir haben von ihm ein theoretisches Kompendium, das eine Neubearbeitung der Rätschen Übersetzung des Kompendiums von Heinrich Faber ist. Der Titel des Werchens weist in den verschiedenen Auflagen kleine Veränderungen auf, was die Bibliographen veranlaßt hat, neben der Bearbeitung des Faberschen

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