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Scan 389

Musik-Lexikon, 1887

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1Anschütz und das Konservatorium zu München, trat 1865 zuerst auf der Münchener Hofbühne als Graf Liebenau im "Waffenschmied auf, worauf er engagiert wurde. Seitdem war er nacheinander die Zierde der Opern zu Breslau (1867—70), Leipzig (1870—76), Hamburg (1876—83) und seitdem in München. G. ist einer der intelligentesten Bühnensänger der Gegenwart und leistet ebenfalls Ausgezeichnetes als Konzertsänger.
3Gurlitt, Cornelius, geb. 1820 zu Altona, wo er noch lebt, Schüler von Reinecke (Vater), Lehrer am Hamburger Konservatorium, gab Kammermusikwerke (1 Streichquartett, 3 Violinsonaten, 1 Cellosonate, 2 Cellosonatinen, 2. und 4händige Klaviersonaten &c.), instruktive Klaviersachen, Lieder &c. heraus, schrieb auch zwei Operetten: "Die römische Mauer" und "Rafael Sanzio", und eine vieraktige Oper: "Scheit Hassan". 1874 wurde er zum königlichen Musikdirektor ernannt.
5Gürrlich, Joseph Augustin, geb. 1761 zu Münsterberg in Schlesien, gest. 27. Juni 1817 in Berlin; 1781 Organist der katholischen Hedwigskirche in Berlin, 1790 Kontrabassist im Hoforchester, 1811 zweiter Dirigent der Oper, 1816 Hofkapellmeister; komponierte Opern, Ballette und Schauspielmusiken, ein Oratorium: "L'obedienza di Gionata", Variationen &c. für Klavier und Lieder.
7Gusla, serb. Streichinstrument mit gewölbtem Schallkörper, einer Haut als Resonanzboden, mit einer Rosshaarsaite.
9Gusli (Gusse), rujj. Saiteninstrument, eine Art Zither.
11Guter Takteil, s. v. w. accentuierter Takteil, s. Metrik.
13Gutmann, Adolf, geb. 12. Jan. in Heidelberg, gest. 27. Okt. 1882 in Spezia, ausgezeichneter Pianist und fruchtbarer Komponist, Schüler und Freund Chopins.
15Gyrowetz, Adalbert, geb. 19. Febr. 1763 zu Budweis (Böhmen), gest. 19. März 1850 in Wien; kam als Sekretär des Grafen Fünfkirchen nach Wien, wo seine Symphonien großen Beifall fanden, studierte darauf in Neapel zwei Jahre unter Sala, ging über Mailand nach Paris, von wo er durch die Revolution verschucht wurde, blieb drei Jahre in London, brachte eine Oper: "Semiramide" (1792), zur Aufführung und kehrte endlich nach siebenjähriger Abwesenheit nach Wien zurück. Da G. sechs Sprachen sprach u. bedeutende juristische Kenntnisse hatte, erlangte er einige Jahre Anstellung als kaiserlicher Legationssekretär an mehreren deutschen Höfen und wurde 1804 Hofkapellmeister u. Dirigent der Hofoper, welches Amt er bis 1831 versah. G. überlebte seine Werke; seine Freunde veranstalteten 1843 zu seinem Benefiz ein Konzert, in welchem seine Kantate "Die Dorfschule" aufgeführt wurde. Die Fruchtbarkeit G.' übertrifft selbst die Haydns; er schrieb nicht weniger als 30 Opern und Singspiele und 40 Ballette, 19 Messen, 60 Symphonien, über 60 Streichquartette, 2 Streichquintette, 30 Werke für Klavier, Violine und Cello, 40 Klaviersonaten sowie viele Serenaden, Ouvertüren, Märche, Länze, Rotturnen, Kantaten, Chorlieder für gemischte und Männerstimmen, Lieder &c. Von seinen Opern hatten den besten Erfolg: "Agnes Sorel", "Der Augenarzt" (1811 in Wien) und "Die Prüfung"; der "Augenarzt" hat sich am längsten gehalten. G. beschrieb sein eigenes Leben: "Biographie des Adalbert G." (1848).
17H.
19H, Buchstabename des zweiten Tons unserer Grundskala (s. d.). Die Erklärung der auffallenden Erscheinung, daß nicht B, sondern H als Stammtone zwischen A und C auftritt, so daß die Kontinuität der Folge der ersten Buchstaben des Alphabets dadurch unterbrochen wird, s. unter B. — In Partituren, Klavierauszügen &c. ist H Abkürzung für Horn.
21Habeneck, François Antoine, geb.

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