Books › Musik-Lexikon, 1887 › scan 390
Scan 390
Musik-Lexikon, 1887
9 lines. Read by computer on 16 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. No printed page number was found. See the scan on archive.org.
11. Juni (oder 23. Jan. nach Elwartz Histoire de la Société des Concerts) 1781 zu Mézières (Ardennen), gestorben 8. Febr. 1849 in Paris; Sohn eines geborenen Mannheimers, der aber als Regimentsmusiker in französische Dienste getreten war, erlernte von seinem Vater das Violinspiel, komponierte früh größere Werke, ohne theoretische Unterweisung erhalten zu haben, trat mit über 20 Jahren ins Pariser Konservatorium als Schüler Baillots und erhielt 1804 den ersten Violinpreis, wurde zunächst Mitglied des Orchesters der Komischen Oper, erlangte bald darauf einen Platz unter den ersten Violinen der Großen Oper und avancierte zum Borgeiger, als Kreuzer die Direktion übernahm. Von 1806 bis zur vorübergehenden Schließung des Konservatoriums (1815) dirigierte H. beinahe allein die Konzerte des Konservatoriums, obgleich damals die mit dem ersten Preis ausgezeichneten Schüler alternieren sollten; bei der Neubildung der Konzertgesellschaft des Konservatoriums 1828 übernahm er definitiv die Direktion, und ihm dienten die Konservatoriumskonzerte ihren Weltruf. 1821—24 fungierte er als Direktor der Großen Oper, wurde sodann zum Violinprofessor und Generalinspektor des Konservatoriums sowie unter Pensionierung Kreuzers zum Kapellmeister der Großen Oper ernannt, welche Stelle er bis 1846 bekleidete. H. war ein ebenso vortrefflicher Lehrer wie Dirigent; seine Schüler sind unter andern Alard und Léonard. Er publizierte nur wenige Kompositionen: 2 Violinkonzerte, 3 Duos concertants für zwei Violinen, je 1 Opus Variationen für Streichquartett und für Orchester, 1 Notturno für zwei Violinen über Motive der »Diebischen Elster«, 3 Kapricen für Violinsolo mit Bäz, Polonäse für Violine und Orchester und Phantasie für Klavier und Violine. one of two readings
21. Juni (oder 23. Jan. nach Elwartz Histoire de la Société des Concerts) 1781 zu Mézières (Ardennen), gestorben 8. Febr. 1849 in Paris; Sohn eines geborenen Mannheimers, der aber als Regimentsmusiker in französische Dienste getreten war, erlernte von seinem Vater das Violinspiel, komponierte früh größere Werke, ohne theoretische Unterweisung erhalten zu haben, trat mit über 20 Jahren ins Pariser Konservatorium als Schüler Baillots und erhielt 1804 den ersten Violinpreis, wurde zunächst Mitglied des Orchesters der Komischen Oper, erlangte bald darauf einen Platz unter den ersten Violinen der Großen Oper und avancierte zum Borgeiger, als Kreuzer die Direktion übernahm. Von 1806 bis zur vorübergehenden Schließung des Konservatoriums (1815) dirigierte H. beinahe allein die Konzerte des Konservatoriums, obgleich damals die mit dem ersten Preis ausgezeichneten Schüler alternieren sollten; bei der Neubildung der Konzertgesellschaft des Konservatoriums 1828 übernahm er definitiv die Direktion, und ihm dankten die Konservatoriumskonzerte ihren Weltruf. 1821—24 fungierte er als Direktor der Großen Oper, wurde sodann zum Violinprofessor und Generalinspektor des Konservatoriums sowie unter Pensionierung Kreuzers zum Kapellmeister der Großen Oper ernannt, welche Stelle er bis 1846 bekleidete. H. war ein ebenso vortrefflicher Lehrer wie Dirigent; seine Schüler sind unter andern Alard und Léonard. Er publizierte nur wenige Kompositionen: 2 Violinkonzerte, 3 Duos concertants für zwei Violinen, je 1 Opus Variationen für Streichquartett und für Orchester, 1 Notturno für zwei Violinen über Motive der »Diebischen Elster«, 3 Kapricen für Violinsolo mit Bäz, Polonaise für Violine und Orchester und Phantasie für Klavier und Violine. one of two readings
4Haberbier, Ernst, ausgezeichneter Pianist, geb. 5. Okt. 1813 zu Königsberg, gest. 12. März 1869 in Bergen (Norwegen) während eines Konzerts am Klavier; ging 1832 nach Petersburg, wo er als Konzertspieler und Lehrer (unter andern der Großfürstin Alexandra) großen Erfolg hatte, unternahm von 1850 ab größere Konzertreisen, auf denen er durch eine seitdem sehr beliebt gewordene technische Eigentümlichkeit Aufsehen machte, nämlich durch das Verteilen von Passagen und Figuren an beide Hände; 1852 lehrte er nach Russland zurück, wo er abwechselnd zu Petersburg und Moskau lebte. Von seinen Kompositionen sind die »Etudes poésies« hervorzuheben.
6Haberl, Franz Xaver, geb. 12. April 1840 zu Oberellenbach (Niederbayern), wo sein Vater Lehrer war, besuchte das bishöfliche Knabenseminar in Passau, empfing 1862 die Priesterweihe, war 1862—67 Musikpräfekt an den Seminaren zu Passau, 1867—70 Organist einer deutschen Kirche in Rom und ist jetzt seit 1871 Domkapellmeister zu Regensburg. H. ist einer der besten lebenden Kenner der katholischen Kirchenmusik und ihrer Geschichte und hat seinen dreijährigen Aufenthalt in Rom zu umfangreichen litterarischen und bibliographischen Studien benutzt. Er gab heraus: »Magister choralis« (theoretisch-praktisches Handbuch des Gregorianischen Kirchengesangs, seit 1863 in fünf Auflagen), besorgte die Redaktion der von der Kongregation der Riten in Rom edierten Choralbücher des liturgischen Gesangs (Graduale und Antiphonarium romanum), begründete 1875 in Regensburg eine Schule für katholische Kirchenmusik, redigierte seit 1876 den »Cäcilienkalender«, übernahm nach Prostes Tode die Fortsetzung der Herausgabe der »Musica divina« und seit 1879 diejenige der von de Witt und Espagne begonnenen Palestrina-Ausgabe von Breitkopf u. Härtel. Durch Gründung eines Palestrina-Vereins und vollständige Sammlung der bisher unbekannten Werke Palestrinas aus den römischen Archiven nimmt diese Ausgabe den Charakter einer monumentalen Gesamtausgabe an und wird etwa nach 10 Jahren in 30 Bänden vollendet sein. H. ist Mitarbeiter verschiedener kirchenmusikalischer Zeitschriften und lieferte bis 1876 auch den »Monatsheften für Musikgeschichte« Beiträge.
8Hackbrett (Cimbal, ital. Cembalo, franz. Tympanon, engl. Dulcimer), ein altes Saiteninstrument, wie es scheint deutschen Ursprungs, da es in Italien
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.