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Scan 391
Musik-Lexikon, 1887
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1zeitweilig Salterio tedesco genannt wurde, was wohl zugleich darauf deutet, daß das frühmittelalterliche Psalterium (Saltirsanch, Rotta) wie das H. gespielt wurde. Mit seinem heutigen Namen finden wir aber das H. wenigstens schon zu Anfang des 16. Jahrh. bei Birdung und M. Agricola (i. d.), welche ihm freilich ebenso wenig wie 100 Jahre später Praetorius irgend welche Bedeutung beilegen. Das H., ein platter, trapezförmiger Schallkasten, mit Stahlsaiten bezogen, die mit zwei Hämmerchen (für jede Hand eins) geschlagen werden, ist der Vorläufer unser heutigen Pianosortes (i. Klavier). Heute findet man das H. (Cimbalon, vgl. Cymbal) nur noch in den Zigeunerkapellen. Ein Versuch der Verbesserung des Hackbretts war Hebenstreits Pantaleon (i. d.). Die mangelnde Dämpfung ist der Hauptfehler des Instruments, der Klang ist immer verschwommen und rauschend, im Forte aber (im Orchester) von vortrefflichem Effekt.
3Hadrianius, s. Adriansen.
5Häffner, Johann Christian Friedrich, geb. 2. März 1759 zu Oberschönau bei Schmalkalden, gest. 28. Mai 1833 in Upsala; Schüler von Bierling in Schmalkalden, 1776 Korrektor bei Breitkopf in Leipzig, in der Folge Theaterkapellmeister einer Wandergesellschaft, ließ sich 1780 zu Stockholm nieder, erhielt zunächst eine Organistenstelle, wurde sodann Akkompanist und nach günstigem Erfolg seiner im Glückschen Stil geschriebenen Opern: »Elettra«, »Alkides« und »Rinaldo«, Kapellmeister am Hoftheater. 1808 zog er sich nach Upsala zurück, wo er noch bis 1820 ein Organistenamt versah. H. hat Verdienste um die nationale schwedische Musik, hat schwedische Lieder mit Musikbegleitung herausgegeben, die Melodien der Weijer-Afzelius'schen Volksliedersammlung überarbeitet, ein schwedisches Choralbuch (»Svensk choralbok«) mit Wiederherstellung der alten Choralmelodien des 17. Jahrh. herausgegeben (1819 u. 1821, 2 Teile), ferner Präludien dazu (1822), eine schwedische Messe im alten Stil (1817) und endlich eine vierstimmige Bearbeitung altschwedischer Lieder, (1832—33, nur 2 Hefe, durch seinen Tod unterbrochen).
7Hagemann, 1) Maurits Leonard, geb. 25. Sept. 1829 zu Zutphen, Schüler der Konservatorien im Haag und zu Brüssel (Fétis, Michelot, de Bériot), an letztem Laureat von 1852, fungierte 1853—65 als Musikdirektor zu Groningen, 1865—75 als Direktor der Philharmonischen Gesellschaft und des Konservatoriums zu Batavia und ist seitdem Musikdirektor zu Leeuwarden, Begründer und Direktor des dortigen städtischen Konservatoriums, einer der besten lebenden Musiker Hollands; veröffentlichte Klavierstücke, Lieder, mehrere Chormotive mit Orchester (»Trost der Nacht«, »Wandervöglein«, »Abendgesang« und eine Festkantate für Frauenchor); ein Oratorium: »Daniel«, ist Manuskript. — 2) François Wilhelm, Bruder des vorigen, geb. 10. Sept. 1827 zu Zutphen, 1846 königlicher Organist zu Appeldoorn, 1848 Kapellmeister zu Rijker, studierte noch 1852 einige Zeit in Brüssel am Konservatorium, lebte als Musiklehrer zu Wageningen, wurde 1859 Organist zu Leeuwarden, 1860 städtischer Musikdirektor zu Leyden und ist seit einigen Jahren Organist der Wilhelmkirche zu Batavia. Auch von ihm erschienen Klavierwerke.
9Hagen, 1) Friedrich Heinrich von der, geb. 19. Febr. 1780 zu Schmiedeberg in der Utermark, gest. 11. Juni 1856 als ordentlicher Professor der deutschen Litteratur zu Berlin. Seine »Minnesänger« (1838—56, 5 Bde.) enthalten im dritten Band Notierungen der Minnegesänge nach dem Jenenser Roder u. a. sowie eine Abhandlung über die Musik der Minnesänger. Auch gab er heraus: »Melodien zu der Sammlung deutscher, niederländischer und französischer Volkslieder« (1807, mit Büsching). — 2) Theodor, geb. 1822 zu Hamburg, gest. 21. Dez. 1871 in New-York; kompromittiert bei der Revolution 1848, lebte anfanglich in der Schweiz, dann zu London und seit 1854 zu New-York als Musiklehrer und Kritiker, zuletzt als Redakteur der »New York weekly review«. Er veröffentlichte Lieder, Klavierstücke und die Schriften: »Zivilisation und Musik« (1845) und »Musikalische Novellen« (1848).
11Hager, Johannes, Pseudonym des Hofrats Joh. v. Haslinger-Hassin-
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