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Scan 395
Musik-Lexikon, 1887
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1burg, Schüler von Reinecke in Leipzig (1866—68), Rheinberger in München (1869) und Riez in Dresden (1870—71), 1872—78 und wieder seit 1883 Dirigent der Musikervereinskonzerte zu Gotenburg, in der Zwischenzeit meist in Berlin lebend, gab bis jetzt heraus: eine Oper, »Harald der Wikinge« (Text von H. Herrig, aufgeführt 1881 in Leipzig, 1883 in Stockholm), zwei »Schwedische Rhapsodien« (Op. 17 und 23), Balladencyklus »Vom Pagen und der Königstochter« (Chor, Solo und Orchester), »Traumkönig und sein Lieb« (dessgleichen), »Das Ahrenfeld« (Frauenchor mit Klavier, Text von Hoffmann von Fallersleben), »Wineta« (Chor-Rhapsodie mit Klavier), eine Violinromanze mit Orchester und mehrere Hefte deutscher und schwedischer Lieder.
3Halleluja (Hallelujah, Alleluia, abgekürzt Aeuia), der aus der Tempelmusik der Hebräer in die christliche Kirche herübergenommene, Gott preisende Jubelruf (H. bedeutet im Hebräischen: »Lobet den Herrn«), der die Lobpsalmen schließt, auch beginnt oder zwischen die einzelnen Verse eingesetzt ist. Nach dem Zeugnis des H. Augustin war das H. im 5. Jahrh. bereits in Italien eingeführt. Als die lebendige Rhythmik des Kirchengesangs anging, zum Cantus planus zu erstarrten, erschienen die langen melodischen Phrasen auf die Vokale des H., besonders auf die Schlussilbe, als unverständliche Unhängsel, und man verfiel daher schon im 9. Jahrh. darauf, den Schlusneumen des H. Terte unterzulegen (s. Sequenz).
5Hallström, Jvar, geb. 1826 zu Stockholm, studierte Jura, war Privatbibliothekar des Kronprinzen, jetzigen Königs von Schweden und übernahm 1861 die Direktion der bis dahin von Lindblad geleiteten Musikschule. H. verfolgt in seinen Kompositionen nationale Tendenzen, sowohl was die Sujets als was die harmonische und rhythmische Behandlung anlangt; seine erste Oper: »Herzog Magnus« (Stockholm 1867), fand zwar eine kühle Aufnahme, auch »Die bezauberte Käze« (1869) machte nicht viel, dagegen schlug »Der Bergkönig« (1874) durch, und die später folgenden erfreuten sich gleichen Beifalls: »Die Gnomenbraut« (1875) und »Die Wikingsfahrt« (1877). Seine neueste Oper ist »Nyaga« (1885). Ein Idyll für Soli, Chor und Orchester: »Die Blumen«, wurde 1860 vom Musikverein zu Stockholm preisgekrönt.
7Hals nennt man die schmale massive Verlängerung des Schallkörpers der lautenartigen und Streichinstrumente, über welche die Saiten nach dem »Kopf« mit dem Wirbeltasten laufen. Auf der den Saiten zugekehrten abgeplatteten Seite des Halses ist das Griffbrett aufgeleimt; die andre Seite ist gerundet und gestattet ein bequemes hinauf- und heruntergleiten der (linken) Hand.
9Hamel, 1) Marie Pierre, geb. 24. Febr. 1786 zu Auneuil (Oise), Stadtrat zu Beauvais, später Mitglied der »Commission des arts et monuments«, in welcher Eigenschaft er über alle auf Staatskosten neuerbauten oder restaurierten Orgeln des Departements an den Kultusminister zu berichten hatte, war in der Orgelbautunde Autodidakt, restaurierte aber bereits als 14jähriger Knabe die Orgel seines Heimatdorfs und baute später die große Orgel der Kathedrale zu Beauvais um (64 Stimmen). Orgelbauer von Profession war er nie. Sein Nouveau manuel complet du facteur d'orgues« (1849, 3 Bde. und ein Atlas mit einer einleitenden Geschichte der Orgel und angehängten Biographien der bedeutendsten Orgelbauer) ist ein selbständiges, vortreffliches Werk, das viele Fehler des bekannten Werks Dom Bedos' korrigiert. H. ist auch der Begründer eines philharmonischen Vereins zu Beauvais, eines der ersten, die in Frankreich Beethoven's Symphonien aufführten. — 2) Eduard, geb. 1811 zu Hamburg, längere Zeit Violinist an der Großen Oper in Paris, seit 1846 geschätzter Musillehrer und Kritiker zu Hamburg, gab Kammermusikwerke, Klavierstücke und Lieder heraus, schrieb auch eine Oper: »Malvina«. Seine Tochter Julie veröffentlichte einige hübsche Lieder.
11Hamerik, Asger, geb. 8. April 1843 zu Kopenhagen, Sohn eines Professors der Theologie, der den musikalischen Reigungen des Knaben anfänglich nicht entgegenging, brachte sich durch Selbststudium so weit, daß er mit 15 Jahren eine Kan-
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