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Scan 396

Musik-Lexikon, 1887

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1tate schrieb, welche Gades und Hartmanns Aufmerksamkeit auf seine Begabung lenkte, und wurde darauf durch Matthison-Hansen, Gade und Haberbier ausgebildet. 1862 ging er nach Berlin, um sich unter H. v. Bülow's Leitung im Klavierspiel zu vervollkommnen, widmete sich hier umfassenden musikalischen Studien und wandte sich 1864 nach Paris zu Berlioz, der ihn freundlich aufnahm, mit ihm 1866—67 nach Wien reiste und auch bewirkte, daß H. im folgenden Jahr zum Mitglied der musikalischen Jury der Pariser Weltausstellung erwählt wurde. H. erhielt damals eine goldne Medaille für seine »Friedenshymne«, die mit reichbesetztem Chor und Orchester, 2 Orgeln, 14 Harfen und 4 Glocken (!) zur Aufführung gelangte. Er schrieb noch in Paris die Opern: »Toleville« und »Hjalmar und Ingeborg« sowie die in neuerer Zeit rühmlichst bekannte »Jüdische Trilogie« und während eines in diese Zeit fallenden kurzen Aufenthalts in Stockholm eine Festkantate zu Ehren der neuen Verfassung Schwedens (1866). 1869 reiste H. nach Italien und brachte in Mailand eine italienische Oper: »La vendetta«, zur Aufführung (1870). Seit 1872 ist er Direktor der musikalischen Abteilung des Peabody-Instituts zu Baltimore und hat sich um das Musikleben dieser Stadt große Verdienste erworben. Die von ihm geleiteten Peabody-Konzerte zeichnen sich durch sehr reichhaltige, den Klassikern wie den Romantikern verschiedenster Nationalität gerecht werdende Programme aus. Von Hamerits Hauptwerken sind noch zu erwähnen: die Oper »Der Wanderer« (1872), zwei Symphonien (I. C moll »Symphonie tragique«, op. 22; II. F dur »Symphonie poétique«, op. 29), ein Klavierquartett (Op. 6), fünf »Nordische Suiten« für Orchester, eine Phantasie für Cello und Klavier, eine Konzertromanze für Cello und Orchester, mehrere Kantaten, Gesangstücke, eine »Oper ohne Worte« (1883) &c.
3Hamilton (spr. hämilt'n), James Alexander, geb. 1785 zu London, gest. 2. Aug. 1845; Sohn eines Antiquars, tüchtiger Theoretiker, dessen Schriften viele Auflagen erlebten. Er schrieb: »Modern instruction for the piano-forte« (22. Aufl. 1851); »Catechism of singing«; »Catechism of the organ«; »Catechism of the rudiments of harmony and thorough-bass«; »Catechism of counterpoint, melody and composition«; »Catechism of double counterpoint and fugue«; »Catechism on art of writing for an orchestra and of plaiing from score« (Instrumentation und Partiturspiel); »Catechism of the invention, exposition, development and concatenation of musical ideas«; »A new theoretical musical grammar«; »Dictionary comprising an explication of 3500 italian, french etc. terms« (3. Aufl. 1848). Außerdem übersetzte H. Cherubinis »Kontrapunkt und Fuge«, Baillots »Violinschule«, Fröhlichs »Kontrabassschule«, Bierlings »Anleitung zum Präludieren« u. a.
5Hamma, Benjamin, geb. 10. Okt. 1831 zu Friedingen, Schüler von Lindpaintner, lebte einige Zeit in Paris und Rom, ließ sich dann als Musiklehrer in Königsberg nieder und ist jetzt Leiter einer Musikschule in Stuttgart. H. schrieb besonders viele Männerchöre, auch gemischte Chöre und Lieder, Klavierstücke, auch eine Oper »Barristo«.
7Hammerklavier, ältere Bezeichnung für unser heutiges, zu Anfang des 18. Jahrh. erfundenes Pianoforte (bei dem ja die Saiten durch Hämmerchen angeschlagen werden) zum Unterschied vom Klavichord und Clavicembalo. Vgl. Klavier.
9Hammerschmidt, Andreas, geb. 1611 zu Brix (Böhmen), 1635 Organist in Freiberg (Sachsen), seit 1639 in gleicher Stellung in Zittau, wo er 29. Okt. 1675 starb, ist eine der bedeutamsten Erscheinungen der kirchlichen Komposition Deutschlands im 17. Jahrh., sofern er nicht ein geschickter Nachahmer, sondern ein bewusster Schöpfer neuer Tonformen war. Das Händelsche Oratorium, die Bachsche Passion haben in Hammerschmidts Dialogen eine ihrer stärksten Wurzeln. In mancher Beziehung kann H. als Nachfolger von H. Schütz betrachtet werden, ist aber viel zu selbständig, um als sein Epigone zu figurieren. Die auf uns gekommenen Werke Hammerschmidts sind: »Instrumentalischer erster Fleiß« (1636);

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