Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Books › Musik-Lexikon, 1887 › scan 405

Scan 405

Musik-Lexikon, 1887

19 lines. Read by computer on 16 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. No printed page number was found. See the scan on archive.org.

1Harmoniker nennt man diejenigen Musiktheoretiker, welche direkt von der musikalischen Praxis ihren Ausgang nehmen und nicht von mathematischen Intervallbestimmungen, im Gegensatz zu den Kanonikern, welche das Umgekehrte thun. Bei den Griechen verkörperte sich die erstere Methode in der Schule des Aristoxenos, die letztere in der des Pythagoras. Aristoxener und H. sind daher identisch, ebenso Pythagoreer und Kanoniker.
3Harmonische Hand, s. Guidonische Hand.
5Harmonium ist jetzt der allgemein gebräuchliche Name für die erst in diesem Jahrhundert aufgekommenen orgelartigen Tasteninstrumente mit frei schwingenden Zungen ohne Auffäße, die sich von dem ältern Regal (s. d.) dadurch unterscheiden, daß sie nicht auffschlagende sondern frei schwingende Zungen haben und eines ausdrucksvollern Spiels (Crescendo) fähig sind: der erste Erfinder, Grenié (1810), nannte daher das Instrument Orgue expressif, während andre, die ähnliche Instrumente selbständig konstruierten oder die schon erfundenen verbesserten, dafür die Namen Æoline (Klavæoline), Æolodikon, Pphysharmonika (Hädel 1818), Aerophon, Melophon u. a. aufstellten. Den Namen H. gab A. Debain in Paris seinen 1840 patentierten Instrumenten, die zuerst mehrere Register aufwiesen. Von unwesentlicher Bedeutung sind: die Einführung der Perkussion (Hammeranschlag) der Zungen behufs präziserer Ansprache, das »Prolongement« (Befestigen einzelner Tasten in herabgedrückter Lage), der doppelte Druckpunkt (double touche), d. h. verschiedene Tonstärke, je nachdem die Tasten tiefer heruntergedrückt werden u. s. Dagegen haben die Amerikaner eine vollständige Revolution des Baues des Harmoniums hervorgebracht durch Einführung des Einsaugens der Luft durch die Zungen, statt des Ausstoßens. Vgl. Amerikanische Orgeln. — Der Umstand, daß bei Zungenpfeifenklängen die Obertöne, Kombinationstöne, Schwebungen u. s. fehrt laut und leicht wahrnehmbar sind, hat einerseits das H. zu einem Lieblingsinstrument für akustische Untersuchungen gemacht, ist aber anderseits der Verbreitung desselben als Hausinstrument entschieden hinderlich; Dissonanzen wie der verminderte Septimenakkord klingen wirklich schlecht auf dem H. Es ist darum nicht zufällig, daß Versuche, die reine Stimmung einzuführen, gerade am H. zuerst praktisch angestellt und probat gefunden wurden. Ohne Zweifel vermag ein H., das innerhalb der Oktave 53 verschiedene Tonhöhenwerke giebt, mildere Klangwirkungen zu erzeugen als ein temperiertes mit nur 12 (s. Helmholtz, Lehre von Tonempfindungen, 4. Aufl., S. 669 [Bosanquets H.], ferner Engel, Das mathematische H. u.; vgl. auch die Tabellen unter »Tonbestimmung« und »Temperatur«). Allein der schöne Gedanke, in dieser Weise nur absolut reine Musik zu machen, ist nicht nur aussichtslos, sondern auch aus weiter gehenden ästhetischen Gründen nicht accetabel (vgl. Stimmung [reine], Enharmonik und Temperatur). one of two readings
6Harmonium ist jetzt der allgemein gebräuchliche Name für die erst in diesem Jahrhundert aufgekommenen orgelartigen Tasteninstrumente mit frei schwingenden Zungen ohne Auffäße, die sich von dem ältern Megal (s. d.) dadurch unterscheiden, daß sie nicht auffschlagende sondern frei schwingende Zungen haben und eines ausdrucksvollern Spiels (Crescendo) fähig sind: der erste Erfinder, Grenié (1810), nannte daher das Instrument Orgue expressif, während andre, die ähnliche Instrumente selbständig konstruierten oder die schon erfundenen verbesserten, dafür die Namen Æoline (Klavæoline), Æolodikon, Physharmonika (Hädel 1818), Aerophon, Melophon u. a. aufstellten. Den Namen H. gab A. Debain in Paris seinen 1840 patentierten Instrumenten, die zuerst mehrere Register aufwiesen. Von unwesentlicher Bedeutung sind: die Einführung der Perkussion (Hammeranschlag) der Zungen behufs präziserer Ansprache, das »Prolongement« (Befestigen einzelner Tasten in herabgedrückter Lage), der doppelte Druckpunkt (double touche), d. h. verschiedene Tonstärke, je nachdem die Tasten tiefer heruntergedrückt werden u. s. Dagegen haben die Amerikaner eine vollständige Revolution des Baues des Harmoniums hervorgebracht durch Einführung des Einsaugens der Luft durch die Zungen, statt des Ausstoßens. Vgl. Amerikanische Orgeln. — Der Umstand, daß bei Zungenpfeifenklängen die Obertöne, Kombinationstöne, Schwebungen u. s. sehr laut und leicht wahrnehmbar sind, hat einerseits das H. zu einem Lieblingsinstrument für akustische Untersuchungen gemacht, ist aber anderseits der Verbreitung desselben als Hausinstrument entschieden hinderlich; Dissonanzen wie der verminderte Septimenakkord klingen wirklich schlecht auf dem H. Es ist darum nicht zufällig, daß Versuche, die reine Stimmung einzuführen, gerade am H. zuerst praktisch angestellt und probat gefunden wurden. Ohne Zweifel vermag ein H., das innerhalb der Oktave 53 verschiedene Tonhöhenwerke giebt, mildere Klangwirkungen zu erzeugen als ein temperiertes mit nur 12 (s. Helmholtz, Lehre von Tonempfindungen, 4. Aufl., S. 669 [Bosanquets H.], ferner Engel, Das mathematische H. u.; vgl. auch die Tabellen unter »Tonbestimmung« und »Temperatur«). Allein der schöne Gedanke, in dieser Weise nur absolut reine Musik zu machen, ist nicht nur aussichtslos, sondern auch aus weiter gehenden ästhetischen Gründen nicht accetabel (vgl. Stimmung [reine], Enharmonik und Temperatur). one of two readings
8Harmston, Joh. William, geb. 1823 in London, gest. 26. Aug. 1881 in Lübed, Schüler von St. Bennett, ließ sich 1848 in Lübed als Musiklehrer nieder. H. schrieb viel Klaviersachen, Lieder und Violin- und Cellostücke.
10Harppeggio, s. Arpeggio.
12Harper, Thomas, hervorragender Trompetenvirtuos, geb. 3. Mai 1787 zu Worcester, gest. 20. Jan. 1853 zu London, wo er seit 1821 alle ersten Stellungen inne hatte (Ancient Concert, Italian Opera, Musikfeste u.). Sein Nachfolger wurde sein Sohn Thomas; zwei jüngere Söhne, Charles und Eduard, sind geschätzte Hornisten.
14Harpsichord, s. Klavier.
16Harriers-Wippern, Luise (geborene Wippern), berühmte Opernsängerin, geb. 1837 zu Hildesheim, gest. 5. Okt. 1878 in Gröbersdorf (Schlesien); debütierte 1857 an der königl. Oper zu Berlin (als Agathe) und zwar bis zu ihrer eines Halsleidens wegen 1868 erfolgten Pensionierung nur an dieser Bühne engagiert, eine außergewöhnlich geschätzte Kraft sowohl in dramatischen als lyrischen Partien.
18Härtel, 1) (Verleger) s. Breitkopf u. ö. — 2) Gustav Adolf, geb. 7. Dez. 1836 zu Leipzig, gest. 28. Aug. 1876 als Kapellmeister zu Homburg v. d. Höhe, Violinvirtuose und Komponist, 1857 Kapellmeister

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.