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Scan 412
Musik-Lexikon, 1887
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1hatte; gleichzeitig erhielt er den Professorstitel und wurde durch seine Stellung Mitglied der musikalischen Sektion des Senats der Akademie. Von Haupts Kompositionen sind nur Lieder sowie ein Choralbuch (1869) erschienen.
3Hauptmann, Moritz, einer der hervorragendsten Theoretiker, geb. 13. Okt. 1792 zu Dresden, gest. 3. Jan. 1868 in Leipzig: Sohn des Oberlandbaumeisters H. in Dresden und ursprünglich auch für das Bausach bestimmt, erhielt aber schon früh gründlichen Musikunterricht bei Scholz (Violine), Große (Klavier und Harmonie) und Morlacchi (Komposition). Da seine entschiedene Begabung immer mehr hervortrat, so willigte der Vater in die Wahl der Musik als Lebensberuf. 1811 ging er nach Gotha zu Spohr, unter dessen Leitung er eifrig Violinspiel und Komposition studierte, trat 1812 als Geiger in die Dresdener Hofkapelle, machte mehrfach Konzertreisen und übernahm 1815 die Stelle eines Privatmusiklehrers im Hause des russischen Fürsten Repnin, dem er nach Petersburg, Moskau und Poltawa folgte. Nach fünf Jahren, die er zu eingehenden theoretischen Studien benutzte, lehrte er wieder nach Dresden zurück und trat 1822 in die Hofkapelle zu Kassel unter seinem alten Lehrer Spohr. Von dort aus verbreitete sich allmählich sein Ruf als Theoretiker und Komponist, und so wurde er 1842 auf Spohrs und Mendelssohns besondere Empfehlung als Nachfolger Weinligs in die Ehrenstelle des Kantors der Thomasschule zu Leipzig berufen und im folgenden Jahr an dem neu begründeten Konservatorium als Lehrer der Theorie angestellt. Eine große Anzahl berühmt gewordener Musiker verdankt ihm die theoretische Ausbildung. Die Kompositionen Hauptmanns zeichnen sich durch ein außergewöhnliches Ebenmaß des architektonischen Aufbaus, durch Reinheit des Satzes und Sanglichkeit der Stimmen aus. Am höchsten stehen seine Motetten, die wohl keinem deutschen Kirchenchor unbekannt sind, ferner zwei Messen, Chorlieder für gemischte Stimmen, dreistimmige Kanons für Sopranstimmen, endlich Duette, die überwiegend der zweiten Hälfte seiner Schaffensperiode angehören; in jüngern Jahren schrieb er Violinsonaten, Duette für Violinen, Streichquartette &c. sowie eine Oper: »Mathilde« (Kassel 1826). Der Schwerpunkt seiner Bedeutung liegt jedoch in seinen theoretischen Arbeiten. Sein System hat er in vollendet philosophischer Form dargelegt in der »Natur der Harmonik und der Metrik« (1853, 2. Aufl. 1873); seine übrigen Schriften sind nur Ergänzungen und Anwendung des selben, nämlich: »Erläuterungen zu J. S. Bachs Kunst der Fuge« (Peters), »Über die Beantwortung des Fugenthemas« (in den »Wiener Rezensionen«) und andre Abhandlungen in Fachzeitungen. Eine nachgelassene Arbeit: »Die Lehre von der Harmonik«, gab 1868 L. Paul heraus, eine Anzahl gesammelter Aufsätze, »Opuscula« (1874), Hauptmanns Sohn. Außerdem erschienen Hauptmanns »Briefe an Franz Hausser« (herausgeg. von A. Schöne, 1871, 2 Bde.) und »Briefe an Ludwig Spohr u. a.« (herausgeg. von F. Hiller, 1876). Den Kern von Hauptmanns theoretischem System bildet die Aufstellung des polaren Gegensatzes zwischen der Durkonsonanz und der Mollkonsonanz. Den freilich schon 300 Jahre früher von Zarlino (1558) aufgestellten (oder gar schon von noch älteren Theoretikern überkommenen) Gedanken, daß die Mollkonsonanz die Verhältnisse der Durkonsonanz in der Umkehrung aufweist (s. Klang), stellte H. wieder auf, ohne jedoch den für seine weitere Fruchtbarmachung nötigen Schritt zu wagen, den Mollakkord nach dem obersten Ton des Molldreiklangs zu benennen. Den notwendigen Schritt in Hauptmanns Sinn über H. selbst hinaus hat auch keiner von seinen persönlichen Schülern gewagt, vielleicht aus übergroßer Pietät; der selbe mußte aber gemacht werden und ist gemacht worden theoretisch durch A. v. Oettingen (»Harmoniesystem in dualer Entwicklung«, 1866), und praktisch durch Ausbau einer neuen Bezeichnung und Terminologie durch den Herausgeber dieses Lexikons (s. Riemann 3).
5Hauptmanual heißt in der Orgel dasjenige für das Spiel mit den Händen bestimmte Klavier, zu welchem die meisten
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