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Scan 471
Musik-Lexikon, 1887
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1Londinensis« einen Abriß der Musikgeschichte, der im Separatabzug als »Music« in den Buchhandel kam und 1819 in neuer Auflage erschien als »A history of the origin, progress of theoretical and practical music« (1819; deutsch von Moel: »Geschichte der Tonkunst«, 1821).
3Jongleurs (spr. jong-gleör, eigentlich lat. Joculatores, »Possenreißer«, altfranzösisch Joglars, Jougleurs, »Gauller«), fahrende Spielleute, auch identisch mit Menestrels (Ménétriers, Minstrels) gebraucht (s. Troubadoure und Zunftweisen).
5Josephy, Rafael, geb. 1852 zu Pressburg, Pianist mit bedeutender Technik, Schüler von Tausig, gab Klavierstücke heraus. Lebt zu New York.
7Josquin de Pres, s. Deprez.
9Jota Aragonese, schneller spanischer nationaler Tanz mit dem Kastagnettenrhythmus und der von der Mandoline gespielten Melodie:
11welche durch einen gesungenen Vers, während dessen der Tanz ruht, abgelöst, immer anders verziert wiederholt wird.
13Jouret (spr. jürät), 1) Théodore, geb. 11. Sept. 1821 zu Ath in Belgien, Professor der Chemie an der Militärscule zu Brüssel, Komponist von Liedern und Männerquartetten, auch einer einaktigen komischen Oper (»Le médecin turc«, 1845, mit Meynne), seit 1846 besonders musikalischer Kritiker verschiedener belgischen und ausländischen politischen und musikalischen Zeitungen (»Guide musical«, »L’art«). — 2) Léon, Bruder des vorigen, geb. 17. Okt. 1828 zu Ath, Schüler des Brüsseler Konservatoriums, seit 1874 Professor einer Vokal-Ensembleklasse am Brüsseler Konservatorium, machte sich seit 1850 durch eine große Anzahl von Liedern, Chorliedern, Kantaten, auch einzelne Kirchenwerke, einen Namen; auch wurden vom »Cercle artistique et littéraire« zu Brüssel zwei Opern seiner Komposition: »Quentin Metsys« und »Le tricorne enchanté«, mit großem Beifall aufgeführt.
15Jubilus, im früheren Mittelalter s. v. w. Reume, eine längere melodische Phrase auf einem Vokal (Koloratur).
17Judenkunig, Hans, gebürtig aus Schwäbisch-Gmünd, lebte als Virtuose auf der Laute zu Wien und gab heraus: »Ain schöne künstliche unterweisung … auf der Lautten und Gengen &c.« (1523), ein für die Geschichte der Instrumente hochinteressantes Werkchen (Wiener Bibliothek).
19Jue (spr. üh), Edouard, geb. 1794 zu Paris, auf dem Konservatorium ausgebildet, später Schüler von Galin (s. d.) und schließlich Lehrer nach dessen Methode (Meloplast), gab heraus: »La musique apprise sans maître« (1824 u. öfter); »Solfège méloplaste« (1826) und »Tableau synoptique des principes de la musique« (1836).
21Jula, veralteter Name einer Quintstimme zu 5 1/3 Fuß in der Orgel.
23Julien (Jullien, spr. jülljang), Louis Antoine, geb. 23. April 1812 zu Sisteron (Basses-Alpes), gest. 14. März 1860 in Paris; war Schüler Halévys am Pariser Konservatorium, kam jedoch nicht zu gesammelter Arbeit und wurde schließlich wegen seiner Hinneigung zur Tanzmusik von der Anstalt ausgeschlossen. Seine Tänze, Märsche, Potpourris &c. wurden sehr populär, und J. hatte als Dirigent der Balkonzerte des Jardin turc enormen Zulauf, mußte aber schuldenhalber Paris verlassen und ging 1838 nach London, wo er sich ein vorzügliches Orchester zusammenstellte und die »Promenadenkonzerte« einrichtete, auch ganz England, Schottland und Irland, ja Amerika mit
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