Books › Musik-Lexikon, 1887 › scan 525
Scan 525
Musik-Lexikon, 1887
10 lines. Read by computer on 10 September 2026. No printed page number was found. See the scan on archive.org.
1gemeinen Zeitung«) sind bemerkenswert, ebenso seine Schriften: »Geschichte der Musik im Umriß« (1875, 3., erheblich vermehrte Auflage 1888) und »Die Tonkunst. Einführung in der Ästhetik der Musik« (1878).
3Rothe, Bernhard, geb. 12. Mai 1821 zu Gröbnig in Schlesien, besuchte das königliche Institut für Kirchenmusik zu Berlin, genoss auch eine Zeitlang den Unterricht von A. B. Marx und wurde 1851 als Kirchenmusikdirektor und Schulgesanglehrer zu Oppeln angestellt, von wo er 1869 als Seminarmusiklehrer nach Breslau ging. R. begründete dort den Cäcilienverein für katholische Kirchenmusik, gab eine Sammlung kirchlicher Gesänge für Männerchor: »Musica sacra«, heraus, ferner Orgelstücke, Motetten, eine Gesanglehre, »Singtafeln« (für den Unterricht in Schulen) sowie die Schriften: »Die Musik in der katholischen Kirche« (1862) und »Abriß der Musikgeschichte für Lehrerseminare und Dilettanten« (1874). — Auch seine beiden Brüder Aloys (geb. 3. Okt. 1828, gest. 1868 als Seminarmusiklehrer zu Breslau) und Wilhelm (geb. 8. Jan. 1831, Seminarmusiklehrer in Habelschwerdt) haben sich durch Herausgabe von kirchlichen Kompositionen und Schulgesangswerken bekannt gemacht.
5Röttli, Adolf, geb. 27. Sept. 1820 zu Trier, tüchtiger Violinist, lebte mehrere Jahre in Köln und, protegiert von Liszt, drei Jahre in Paris, war 1848—56 Konzertmeister zu Königsberg und setzte sich auf einer Konzertreise durch Sibirien in Uralst als Musikdirektor fest, wo er 26. Okt. 1860 auf der Jagd verunglückte. Von seinen Kompositionen sind zwei Streichquartette hervorzuheben. — Seine Frau Klotilde, geborene Ellendt (gest. 1867), war in Königsberg als Gesanglehrerin geschätzt.
7Kozeluch, (Kozeluch), 1) Johann Anton, geb. 13. Okt. 1738 zu Wellwarn (Böhmen), gest. 3. Febr. 1814 als Kapellmeister der St. Veitskirche in Prag; ausgebildet im Jesuitenkolleg zu Brzeznic, später in Prag und Wien, wo er mit Gluck bekannt wurde, schrieb mehrere Opern, Oratorien, Messen &c., die bei seinen Lebzeiten hoch geschätzt wurden, aber nicht im Druck erschienen. — 2) Leopold, Better des vorigen, fruchtbarer Komponist, geb. 1748 zu Wellwarn, gest. 7. Mai 1811 in Wien; absolvierte seine Schul- und Universitätstudien zu Prag, widmete sich aber, als 1771 ein Ballett seiner Komposition am Prager Nationaltheater mit Erfolg zur Aufführung gelangt war, ganz der Komposition und schrieb zunächst in sechs Jahren 24 weitere Ballette, 3 Pantomimen und einige andre Theatermusiken. 1778 ging er nach Wien und wurde bald darauf zum Musiklehrer der Erzherzogin Elisabeth ernannt. Das Anerbieten, Mozarts Nachfolger als erzbischöflicher Konzertmeister in Salzburg zu werden (1781), schlug er aus; dagegen rückte er nach Mozarts Tod in dessen Stellung als kaiserlicher Hofkomponist ein (1792). R. schrieb mit außerordentlicher Leichtigkeit, doch auch ohne viel Selbstkritik; seine Werke, besonders die für Klavier, waren in Deutschland sehr beliebt; den Druck der meisten besorgte ein Bruder Kozeluchs in Wien. Seine Kompositionen sind außer den schon genannten Balletten mehrere Opern (»Didone abbandonata«, »Judith«, »Deborah und Sisara«), ein Oratorium: »Moses in Ägypten«, zahlreiche Arien, Kantaten, Chöre &c., gegen 30 Symphonien (nur zum Teil gedruckt), 13 im Druck erschienene Klavierkonzerte (eins zu 4 Händen, eins für 2 Pianoforte), 57 Klaviertrios, 3 Symphonies concertantes für Streichtrio, viele Klaviersonaten (zu 2 und 4 Händen), Klavierstücke, 6 Cellotonzerte (2 gedruckt), 2 Klarinettenkonzerte, 2 Konzerte für Bassethorn &c.
9Kozolt, Heinrich, der Begründer (1849) und bis zu seinem Tode der Leiter des Kozoltschen a cappella-Gesangvereins in Berlin, geb. 26. Aug. 1814 zu Schnellwalde bei Neustadt (Oberschlesien), gest. 2/3. Juli 1881 in Berlin; studierte 1834 bis 1836 zu Breslau Philologie, ging dann zur Musik über und studierte 1836 bis 1838 in Berlin bei Dehn und Hungenhagen Theorie, wurde 1838 erster Bajist der Danziger Oper, ließ sich in Danzig 1839—42 als Gesanglehrer nieder, wurde nach einigen längern Konzertreisen 1843 erster Solobass des Berliner Domchores und 1862 zweiter Dirigent desselben. Zeit 1865
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.