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Scan 556
Musik-Lexikon, 1887
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11645. Anthems und andre kirchliche und weltliche Gesänge von ihm finden sich in Boyces „Cathedral music“ und andern englischen Sammelwerken der Zeit („Catch that catch can“, 1652; „Select musical ayres and dialogues“, 1653, 1659; „The treasury of music“, 1669, u. a.). — 2) Henry, Bruder des vorigen, geboren Ende Dezember 1595, gest. 21. Okt. 1662 in London; war ebenfalls Schüler von Coperario, trat 1625 in die Chapel Royal ein, erhielt auch Anstellung bei Hof und war, wie sein Bruder, ein guter Royalist; der Fall Karls I. kostete ihm zwar nicht das Leben, aber seine Stellung; 1660 wurde er unter Karl II. wieder angestellt. Henry L. war der bedeutendere der beiden Brüder. Er schrieb Musiken zu Masques und gab heraus: „A paraphrase upon the psalms of David“ (1637); „Choice psalms put into musick for three voices“ (1648, in Gemeinschaft mit William L.); „Ayres and dialogues“ (1= bis 3 stimmig; 1653, 1655, 1658, 3 Bücher). Andres findet sich in den obenerwähnten Sammelwerken.
3Lawrowskaja, Elisabeth Andrejewna, russ. Sängerin, geb. 12. Okt. 1845 zu Kaschin (Gouvernement Twer), Schülerin von Jenzi am Elisabethinstitut, später am Petersburger Konservatorium von Frau Rissen-Saloman, debütierte 1867 als Orpheus (Gluck) und wurde, nachdem sie noch auf Kosten der Großfürstin Helena im Ausland (London, Paris) ihre Studien fortgesetzt, an der kaiserlichen Oper in Petersburg engagiert. Bekannte Differenzen mit der Direktion führten sie nach vierjähriger Bühnenwirk- samkeit zuerst zu einer Gastspieltournee in den bedeutendsten europäischen Städten und dann in den Konzertsaal. Erst seit 1878 gehört sie wieder der Bühne an und ist eine der Hauptzierden der Petersburger Oper (als Vania in Glinkas „Leben für den Zaren“, als Ratmir in desselben „Ruzlan und Ludmilla“, als Prinzessin in Dargomizskys „Russalka“, als Grania in Servos „Wrazyia Sila.“ u.). Frau L. ist vermählt mit einem Fürsten Zeretelew.
5Lavolle (Lavole, dell’ Aiolle, Ajolla), François, Komponist des 16. Jahrh. zu Florenz, von Geburt wahrscheinlich Franzose, komponierte Motetten, Madrigale, Messen, Psalmen u. c., die in Sammelwerken von Jacobus Modernus (1532 bis 1543), Petrejus (1538—42); Rhaw (1545), Antonio Gardano (1538—60) verstreut sind.
7Le (ital.), der weibliche Artikel im Plural (vor Vokalen l’).
9Leader (engl., spr. linder, „Leiter“), s. v. m. Konzertmeister.
11Le Bé, Guillaume, war einer der ersten in Frankreich, welche Notentypen verfertigten und zwar von zweierlei Art; die älteste Art von 1540 war für den gleichzeitigen Druck von Noten und Linien berechnet, d. h. jede Type stellt zugleich eine Note und ein Bruchstück des Fünfliniensystems vor; die spätere von 1555 gab die Noten für sich und die Linien für sich, so daß zweimal gedruckt werden mußte, wie bei Petrucci. Auch Typen für Tabulaturwerke hat L. angefertigt. Sämtliche Punzen gingen in den Besitz der Ballard (s. d.) über.
13Le Beau (spr. lobbö), Louise Adolpha, geb. 25. April 1850 zu Rastadt, lebt in München als tüchtige Pianistin und geschätzte Musiklehrerin; hat verschiedene Klavierfach, Lieder und Kammermusikwerke veröffentlicht, die von Talent zeugen. Ihre Lehrer waren: Mittermayer (Violine), Hainzinger (Gesang) und Kalliwoda (Klavier) in Kaiserslautern, sowie M. E. Sachs, Rheinberger und Lachner (Theorie und Komposition) in München.
15Lebègue (spr. lobbäha) Nicolas Antoine, geb. 1630 zu Laon, gest. 6. Juli 1702 als Hoforganist in Paris; hat mehrere heste Orgelstücke, auch Klavierstücke und 2—3stimmige Instrumentalstücke mit Continuo herausgegeben.
17Lebert, Siegmund [Levy, genannt L.], geb. 12. Dez. 1822 zu Ludwigsburg (Württemberg), gest. 8. Dez. 1884 zu Stuttgart, erhielt seine musikalische Ausbildung in Prag durch Tomaschek, Dionys Weber, Tedesco und Proksch, wirkte einige Jahre als hochangesehener Klavierlehrer zu München und begründete 1856—57 mit Faiszt, Bradtmann, Laiblin, Stark, Speidel u. das Konservatorium in Stuttgart. L. war ein ganz vorzüglicher Klavierpädagoge und hat sich neben seiner Lehrtätigkeit hauptsächlich
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