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Scan 560
Musik-Lexikon, 1887
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11547 in Nérac als Prinzenerzieher im Dienste der Könige von Navarra; schrieb: »Elementa musicalia« (1496, 2. Aufl. 1510 mit dem Vortitel »Musica libris IV demonstrata«; mit gleicher Überschrift in einem großen mathematischen Werk Lefebres von 1514 und in einem andern von 1528, das auch eine »Quaestiuncula praevia in musicam speculativam Boetii« enthält; endlich 1552 als »De musica quatuor libris demonstrata«).
3Lefèvre (spr. lèfèvre), Jean Xavier, ausgezeichneter Klarinettist, geb. 6. März 1763 zu Lausanne, gest. 9. Nov. 1829 in Paris: Schüler von Michel Host in Paris, langjähriges Mitglied des Orchesters der Großen Oper, 1795—1825 Klarinettprofessor am Konservatorium, seit 1807 auch Mitglied der kaiserlichen, resp. nach der Restauration der königlichen Kapelle, versah die offizielle Klarinetenschule des Konservatoriums (1802, auch deutsch) und schrieb Konzerte, Concertanten, Duette, Sonaten etc. für sein Instrument, das er selbst durch Hinzufügung der sechsten Klappe verbessert hatte; von der weiteren Vermehrung der Klappen wollte er dagegen nichts wissen.
5Legato (ligato, »gebunden«), verbunden, d. h. ohne Pause zwischen den einzelnen Tönen. Das L. wird im Gesang erreicht, wenn, ohne abzusetzen, d. h. ohne den Atemausfluss zu unterbrechen, der Spannungsgrad der Stimmbänder verändert wird, so daß der erste in den zweiten Ton wirklich übergeht; ähnlich ist der Vorgang bei den Blasinstrumenten, wo ebenfalls der Atemstrom nicht unterbrochen, sondern nur die Applikatur oder Lippenspannung verändert wird. Auf den Streichinstrumenten werden Töne gebunden, 1) wenn sie auf derselben Saite gespielt werden, indem der Bogen die Saite nicht verläßt und nur die Applikatur verändert wird; 2) wenn sie auf verschiedenen Saiten liegen, indem der Bogen schnell auf die andre Seite hinübergleitet. Die Bindung der Töne auf Tasteninstrumenten wird bewerkstelligt, indem man die Taste des ersten Tons erst losläßt, während man die des zweiten herabdrückt; auf dem Klavier bleiben dann die Saiten des ersten Tons bis zum Anschlag des zweiten dämpfertfrei, klingen also so lange, und auf den orgelartigen Instrumenten (Harmonium, Regal, Positiv) bleibt das den Wind zur Kanzelle laßende Ventil so lange offen, bis der neue Anschlag ein neues Ventil öffnet. Vgl. Bogen.
7Legende, neuerdings nicht seltene Bezeichnung für Musikwerke episch-lyrischer Haltung, deren Gegenstand (Text oder Programm) eine Heiligsage ist. one of two readings
8Legende, neuerdings nicht seltene Bezeichnung für Musikwerke episch-lyrischer Haltung, deren Gegen (Text oder Programm) eine Heiligsage ist. one of two readings
10Leggiero (ital.), leicht, leger; beim Klavierpiel eine Anschlagsart, die zwischen Legato und Staccato steht und sich von ersterem dadurch unterscheidet, daß sie nur Schlag und gar nicht Druck ist; von Mezzolegato (i. d.) unterscheidet sie sich dadurch, daß nicht der nervige Anschlag, sondern das lose Zurückspringen das ist, worauf der Spieler sein Augenmerk zu richten hat.
12Legrenzi, Giovanni, bedeutender Komponist, geboren um 1625 zu Clusone bei Bergamo, gestorben im Juli 1690 in Venedig; Schüler von Pallavicino, war Organist an Santa Maria Maggiore zu Bergamo, später Direktor des Konservatoriums dei Mendicanti in Venedig und seit 1685 zugleich Kapellmeister an San Marco. L. vergrößerte das Orchester der Markuskirche erheblich, so daß dasselbe auf 34 Spieler gebracht wurde (8 Violinen, 11 kleine Violen [Violette], 2 Tenorviolen, 3 Gamben und Kontrabassviolen, 4 Theorben, 2 Kornette, 1 Fagott, 3 Posaunen). L. schrieb 17 Opern (zumeist für Venedig), die besonders in der Behandlung der Instrumentalbegleitung einen Fortschritt über seine Vorgänger hinaus bedeuten, und gab heraus: »Concerto di messe e salmi a 3 e 4 voci con violini« (1654); 2—4-stimmige Motetten (1655); 5-stimmige Motetten (1660); »Sacri e festivi concerti, messe e salmi a due cori« (1657); »Sentimenti devoti« (2—3stimmig; 1660, 2 Bücher); »Compiete con litanie ed antifone della Beata Virgine Maria« (5-stimmig, 1662); »Cantate a voce sola« (1674); »Idee armoniche« (2—3stimmig, 1678); »Echi di reverenza« (14 Kantaten für Solostimme, 1679); »Motetti sacri a voce sola con 3 strumenti« (1692); »Suonate per chiesa« (1655); »Suonate da chiesa e da camera a tre« (1656); »Una muta di suonate« (1664); »Suo-
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