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Scan 585

Musik-Lexikon, 1887

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1machte. 1827 wurde er als Direktor an die Spitze des neugegründeten Konser- toriums im Haag gestellt, 1829 zum Hofkapellmeister ernannt, leitete auch die Konzerte der «Diligentia» und starb nach 40jähriger erfolgreicher Tätigkeit daselbst. L. war gleich ausgezeichnet als Dirigent wie als Lehrer; als Komponist hat er 1863 auf dem Musikfest im Haag mit einem großartig angelegten Psalm für Soli, Chor und Orchester großen Beifall gefunden. — Seine beiden Söhne sind: 2) Ernst, geb. 24. Aug. 1829 im Haag, gest. 17. Sept. 1876 in Paris; bedeutender Pianist, Schüler seines Vaters, reiste 1850—54 mit Franz Coenen in Amerika, figierte sich 1854 zu Paris und veranstaltete ausgezeichnete Kammermusikauf- führungen mit Lalo, Armingaud und Jacquard. Er war die letzten Jahre seines Lebens geistig gestört. — 3) Louis, geb. 1838 im Haag, vortrefflicher Cello- spieler, ausgebildet im Haag und später in Paris von Jacquard, war 1863—70 Lehrer des Violoncellos am Leipziger Kon- servatorium und siedelte sodann nach Frank- furt a. M. über.
3Lucca, Pauline, die gefeierte Ber- linische Primadonna, geb. 25. April 1841 zu Wien, erhielt ihre Ausbildung von Uffmann und Lewy in Wien, trat aber, da es an Mitteln zur Fortsetzung ihrer Studien fehlte, in den Chor der Hofoper und machte zuerst (1859) Aufsehen als Führerin des Jungfernhors im «Frei- schuß»; ihr erstes Engagement erhielt sie in demselben Jahre zu Olmütz, sang bald darauf in Prag und wurde 1861 lebens- länglich an der Hofoper zu Berlin ange- stellt, wo sich Meyerbeer für sie interes- sierte und ihr die Krönerung der Selika in der «Afrikanerin» anvertraute. Schnell wurde sie der erklärte Liebling der Ber- linier. 1869 verheiratete sie sich mit dem Baron v. Rhaden, doch löste sie die Ver- bindung schon 1872 wieder, brach mit Berlin und sang jahrelang überall (Eng- land, Amerika, Paris, Petersburg &c.) mit großem Erfolg, mied aber Berlin (bis 1878). In Amerika verheiratete sie sich mit einem Herrn v. Wallhoven.
5Lüd, Stephan, geb. 9. Jan. 1806 zu Linz a. Rhein, Domkapitular in Trier, gab heraus: «Theoretisch-praktische An- leitung zur Herstellung eines würdigen Kirchengesangs» (1856, 2. Aufl. 1858) und «Sammlung ausgezeichneter Kom- positionen für die Kirche» (1859, 2 Bde.; Bd. 1: 16 Messen von Palestrina, Lotti, Bergolese, Galuppi, Bernabei &c.; Bd. 2: 80 Motetten).
7Lugubre (ital.) traurig.
9Lührk, Karl, geb. 7. April 1824 zu Schwerin, wo sein Vater Schloßorganist war, gest. 11. Nov. 1882 in Berlin, erhielt seine Ausbildung im Vaterhaus, später an der Kompositionsschule der Berliner Akademie und durch Mendelssohn. L. lebte in wohlhabenden Verhältnissen in Berlin und hat sich mit Orchester- und Kammer- musikwerken einen achtbaren Namen als Komponist gemacht.
11Lully (Lulli, spr. luli), Jean Bap- tiste de, bedeutender franz. Opernkom- ponist, geb. 1633 zu Florenz aus armer (nach seinem Naturalisationsdokument adli- ger) Familie, gest. 22. März 1687 in Paris; wurde als Kind vom Chevalier v. Guise mit nach Paris genommen und dem Fr. von Montpensier übergeben, in deren Diensten er vom Küchenjungen bald zum Musikpagen aufrückte. Er erhielt aber seinen Abschied, als er so leichtsinnig war, ein satirisches Gedicht auf die Prinzessin zu komponieren. Da er bereits als vor- trefflicher Geiger bekannt geworden war, wurde es ihm nicht schwer, die Mittel zu gründlichen Studien unter der Leitung tüchtiger Organisten zu finden; nach kurzer Zeit wurde er unter die «24 violons du roi» Ludwigs XIV. aufgenommen, und da er den besonderen Beifall des Königs fand, so übertrug ihm dieser 1752 zuerst die Führerschaft der 24 Violons (grande bande) und schuf noch ein zweites ausge- wähltes Orchester, die «16 petits violons», welche unter L. zu ausgezeichnetem Renommee gelangten. 1653 wurde er zum Hofkomponisten ernannt, schrieb für die Hofeste Ballette und Maskenspiele, in denen der König selbst tanzte; auch L. trat als Tänzer auf (als Mr. Baptiste) und machte Sensation als Schauspieler (Bourceaugnac, Rusti &c.) in den Molièreschen Lustspiel- balletten, die er komponierte. Sein Ein- fluss beim König war ein sehr großer, ob-

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