Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Books › Musik-Lexikon, 1887 › scan 586

Scan 586

Musik-Lexikon, 1887

6 lines. Read by computer on 10 September 2026. No printed page number was found. See the scan on archive.org.

1gleich er sich mehrmals Dinge herausnahm, die ihm fast seine Stellung gestoßt hätten. Der Charakter Lullys war kein guter; intrigant, neidisch und herrschsüchtig, scheute er kein Mittel, um seine Konkurrenten zu beseitigen, und brachte es beim König dahin, daß ein 1669 an Perrin und Cambert (s. d.) verliehenes Patent zur Errichtung einer Akademie der Musik (Nationaloper) ihm übertragen, d. h. rüdiggängig gemacht und ihm neu ausgestellt wurde. Der Prozeß der Geschädigten (Grenouillet und Guichard, denen Perrin das Patent abgetreten) wurde durch Kabinettsordre niedergeschlagen und das Theater derselben geschlossen. So ward L. nach Beseitigung der Konkurrenten der »Begründer der französischen Nationaloper«. Er fand in Quinault einen begabten Dichter, welcher ein zu allen Zeiten seltenes Verständnis für die Anforderungen bewies, welche die Musik an die Dichtkunst zu stellen hat (vor allem: Verzicht auf gleichmäßig fortlaufende Versbildung); L. tyrannisierte seinen Poeten, aber bezahlte ihn ausgezeichnet. Die Oper Lullys unterschied sich von der italienischen, wie sie sich unterdessen entwickelt hatte, durch strengen Anschluß der Musik an die natürliche Deklamation der Sprache, d. h. L. ist einer von den großen Reformatoren, welche zu gunsten der Dichtung das Überwuchern des rein Musikalischen, der blühenden Melodik, der Silbendehnung, Verzierung, Textwiederholung &c., zurückgedrängt haben; er stellte sich wieder auf den Boden der ersten Florentiner Erfinder des Musikdramas und that dasselbe, was nach ihm Gluck und jüngst Wagner gethan haben. Die Verschiedenheit der Resultate liegt in der Verschiedenheit der Zeit, d. h. in der fortgeschrittenen Entwicklung der musikalischen Mittel, und in der verschiedenen Größe der schöpferischen Begabung. Kein Wunder darum, wenn uns heute Lullys Musik trocken, fast pedantisch erscheint. Da er französische Texte komponierte, so führte seine Art der Textbehandlung notwendig zur Ausbildung eines wahrhaft nationalen Stils: in der Musik Lullys lebt die natürliche Rhythmik und Accentuation der französischen Sprache. L. war als Dirigent außerordentlich heftig und starb schließlich infolge einer Verletzung mit dem zum Dirigieren dienenden Rohrstock. Lullys Bedeutung liegt in seinen Opern, die sich ein Jahrhundert lang auf der französischen Bühne hielten und erst durch die höher stehenden kongenialen Produktionen Glucks verdrängt wurden; »Les fêtes de l’Amour et de Bacchus« (1672, Basticcio aus ältern Balletten und Maskenspielen Lullys), »Cadmus et Hermione« (1673, Text von Quinault), »Alceste« (1674), »Thésée« (1675), »Atys« (1676), »Isis« (1677), »Psyché« (1678), »Bellérophon« (1679), »Proserpine« (1680), »Le triomphe de l’amour« (1681), »Persée« (1682), »Phaëton« (1683), »Amadis de Gaule« (1684), »Roland« (1685), »Armide et Renaud« (1686, in neuer Ausgabe [Partitur und Klavierauszug] in 14 Bde. der Publ. der Gesellsch. für Musikforschung), »Acis et Galatée« (1687), welche sämtlich im Druck erschienen, die Mehrzahl in neuer Ausgabe in den »Chefs d’oeuvres classiques de l’opéra français«, bei Breitkopf und Härtel). Dazu kommen eine Reihe Gelegenheitstüchte und gegen 20 Ballette, Lustspielballette und Divertissements für den Hof, von denen nur das Maskenspiel »Le carnaval« (1720) und die Ballette: »Le triomphe de l’amour« (1681), »Le temple de la paix« (1685), »Idylle de la paix« (1685), »Églogue de Versailles« (1685) in Druck erschienen. Auch eine Anzahl kirchlicher Werke hat L. mit großem Erfolg zur Aufführung gebracht (Tedeum, Miserere &c.). Lullys ältester Sohn Louis de L. geb. 4. Aug. 1664 in Paris, gest. nach 1713, schrieb gleichfalls mehrere Opern, die erste (Zéphire et Flore) 1688 mit seinen jüngeren Brüdern Jean Baptiste und Jean Louis.
3Lumbye, Hans Christian, geb. 2. Mai 1810 zu Kopenhagen, gest. 20. März 1874 daselbst; populärer dänischer Tanzkomponist, der »nordische Strauss«, dirigierte bis 1865 ein eigenes Orchester im Tivoli zu Kopenhagen, mit dem er auch Reisen unternahm. Als er sich zur Ruhe setzte, wurde er zum Kriegsrat ernannt; die Leitung seiner Kapelle übergab er seinem Sohn Georg, dem Komponisten der Oper: »Die Herenslöte« (1869).
5Lupi, s. Lupus.

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.