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Scan 595

Musik-Lexikon, 1887

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1Saison auch New York mit Operngenuß.
3Mara, 1) Gertrud Elisabeth (geborene Schmeling), hochberühmte Sängerin, geb. 23. Febr. 1749 zu Kassel, gest. 20. Jan. 1833 in Reval; war die Tochter eines armen Musikers und verlor früh ihre Mutter. Infolge eines unglücklichen Falles, den sie als Kind that, blieb sie zitlebens etwas verwachsen und schwächlich. Musikalisches Talent zeigte sich früh, der Vater bildete sie aber zuerst zum Violinwunderkind aus und besuchte mit ihr Wien und London. In London wurde ihr Gesangstalent entdeckt und Paradisi mit ihrer Ausbildung betraut; der Unterricht dauerte indes nicht lange, und die M. hat keinen Lehrer weiter gehabt, sondern war im wesentlichen Autodidakt. 1765 kehrte der Vater mit ihr nach Kassel zurück in der Hoffnung, für sie eine Anstellung bei der Hofoper zu erlangen, welche Hoffnung sich nicht erfüllte; dagegen wurde sie 1766 zu Leipzig mit 600 Thlr. Gage für das unter J. A. Hillers Direktion stehende Große Konzert neben Corona Schröter engagiert. Nachdem sie mehrmals zu Dresden in der Hofoper mit großem Erfolg aufgetreten, wurde sie 1771 für die Berliner Hofoper mit 3000 Thlr. Gage auf Lebenszeit engagiert. 1773 verheiratete sich sich mit dem Cellisten M.; die Wahl war keine glückliche und fand auch durchaus nicht die Willigung Friedrichs d. Gr. 1780 entzog sie sich mit ihrem Gemahl dem Berliner Engagement durch die Flucht und wandte sich über Wien, wo sie Empfehlungen an Marie Antoinette von Frankreich erhielt, nach Paris. Dort stand die Todi im Zenith ihres Ruhmes, und es gab eine heftige Rivalität zwischen den beiden Primadonnen (Todisten und Maratisten); es schien jedoch unmöglich, einer die Palme zuzuerkennen. Von 1784 bis 1802 lebte sie überwiegend in London, sang 1784 und 1785 auf den großen Händel-Festen (Handel commemoration) und trat 1786 zuerst in einem Basticcio: "Didone abbandonata", in der Oper auf, widmete sich jedoch überwiegend dem Konzertgesang. 1788—89 und 1791 besuchte sie Italien und erntete Lorbeeren zu Turin und Venedig. 1799 ließ sie sich von ihrem verschwenderischen und liederlichen Gatten scheiden; derjelbe verkaufte vollständig und starb 1808 zu Schiedam (Halland). Die M. verließ 1802 England, als ihre Stimme anfang Kraft und Edmelz zu verlieren, sang ohne Erfolg in Paris und setzte sich nach einer längern Konzerttour in Moskau fest. Dort hatte sie das Unglück, durch den großen Brand gelegentlich der französischen Invasion (1812) all ihr Hab und Gut zu verlieren, und mußte, 64 Jahre alt, wieder reisen und singen, um ihre Existenz zu fristen. Sie ließ sich dann als Gesanglehrerin in Reval nieder, machte 1819 noch eine verunglückte Expedition nach London und starb, 84 Jahre alt, in dürftigen Verhältnissen zu Reval. Ihre Biographie (bis 1792) schrieben G. V. Grosheim (1828), stark aufgeputzt Rodfliß (Für Freunde der Tonkunst, Bd. 1); ihre Selbstbiographie veröffentlichte D. v. Riesemann in der "Allgemeinen Musikalischen Zeitung" 1875, eine lebendige biographische Skizze auf Grund derselben A. Riggli (1881). — 2) La M., Pseudonym für Marie Lipsius (s. d.). one of two readings
4Mara, 1) Gertrud Elisabeth (geborene Schmeling), hochberühmte Sängerin, geb. 23. Febr. 1749 zu Kassel, gest. 20. Jan. 1833 in Reval; war die Tochter eines armen Musikers und verlor früh ihre Mutter. Infolge eines unglücklichen Falles, den sie als Kind that, blieb sie zitlebens etwas verwachsen und schwächlich. Musikalisches Talent zeigte sich früh, der Vater bildete sie aber zuerst zum Violinwunderkind aus und besuchte mit ihr Wien und London. In London wurde ihr Gesangstalent entdeckt und Paradisi mit ihrer Ausbildung betraut; der Unterricht dauerte indes nicht lange, und die M. hat keinen Lehrer weiter gehabt, sondern war im wesentlichen Autodidakt. 1765 kehrte der Vater mit ihr nach Kassel zurück in der Hoffnung, für sie eine Anstellung bei der Hofoper zu erlangen, welche Hoffnung sich nicht erfüllte; dagegen wurde sie 1766 zu Leipzig mit 600 Thlr. Gage für das unter J. A. Hillers Direktion stehende Große Konzert neben Corona Schröter engagiert. Nachdem sie mehrmals zu Dresden in der Hofoper mit großem Erfolg aufgetreten, wurde sie 1771 für die Berliner Hofoper mit 3000 Thlr. Gage auf Lebenszeit engagiert. 1773 verheiratete sich sich mit dem Cellisten M.; die Wahl war keine glückliche und fand auch durchaus nicht die Willigung Friedrichs d. Gr. 1780 entzog sie sich mit ihrem Gemahl dem Berliner Engagement durch die Flucht und wandte sich über Wien, wo sie Empfehlungen an Marie Antoinette von Frankreich erhielt, nach Paris. Dort stand die Todi im Zenith ihres Ruhmes, und es gab eine heftige Rivalität zwischen den beiden Primadonnen (Todisten und Maratisten); es schien jedoch unmöglich, einer die Palme zuzuerkennen. Von 1784 bis 1802 lebte sie überwiegend in London, sang 1784 und 1785 auf den großen Händel-Festen (Handel commemoration) und trat 1786 zuerst in einem Basticcio: "Didone abbandonata", in der Oper auf, widmete sich jedoch überwiegend dem Konzertgesang. 1788—89 und 1791 besuchte sie Italien und erntete Lorbeeren zu Turin und Venedig. 1799 ließ sie sich von ihrem verschwenderischen und liederlichen Gatten scheiden; derjelbe verkaufte vollständig und starb 1808 zu Schiedam (Halland). Die M. verließ 1802 England, als ihre Stimme anfang Kraft und Edmelz zu verlieren, sang ohne Erfolg in Paris und setzte sich nach einer längern Konzerttour in Moskau fest. Dort hatte sie das Unglück, durch den großen Brand gelegentlich der französischen Invasion (1812) all ihr Hab und Gut zu verlieren, und mußte, 64 Jahre alt, wieder reisen und singen, um ihre Existenz zu fristen. Sie ließ sich dann als Gesanglehrerin in Reval nieder, machte 1819 noch eine verunglückte Expedition nach London und starb, 84 Jahre alt, in dürftigen Verhältnissen zu Reval. Ihre Biographie (bis 1792) schrieben G. V. Grosheim (1828), stark aufgeputzt Rodfliß (Für Freunde der Tonkunst, Bd. 1); ihre Selbstbiographie veröffentlichte O. v. Riesemann in der "Allgemeinen Musikalischen Zeitung" 1875, eine lebendige biographische Skizze auf Grund derselben A. Riggli (1881). — 2) La M., Pseudonym für Marie Lipsius (s. d.). one of two readings
6Marais (spr. maräh), Marin, berühmter Gambenvirtuose, geb. 31. März 1656 zu Paris, gest. 15. Aug. 1728 daselbst; Schüler von Hottemann und Sainte-Colombe, Kompositionsschüler von Lully, trat 1685 in die königliche Kammermusik als Soloviolinist und blieb in dieser Stellung bis zu seiner Pensionierung 1725. Außer den Opern: "Alcide", "Ariane et Bachus", "Alcione" und "Sémélé", die auch im Druck erschienen, schrieb M. besonders Stücke für Gamb (5 Saiten, mit Continuo) sowie ein Heft Trios für Flöte, Violine und Distantviola. M. gebrauchte auf der Gamb 7 statt 6 Saiten und führte auch zuerst übersponnene Saiten (8) für dieselbe ein. — Von M.' 19 Kindern, die fast alle musikalisch waren, wurde am bedeutendsten Roland, der 1725 seinen Vaters Nachfolger als Sologambist wurde; derjelbe gab ebenfalls zwei Bücher Gambenstücke mit Generalbass heraus sowie eine "Nouvelle méthode de musique pour servir d'introduction aux acteurs modernes" (1711).
8Marbed, John, s. Merbede.
10Marcato (ital.), hervorgehoben.

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