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Scan 603
Musik-Lexikon, 1887
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1auf den Rat eines italienischen Sängers, für den er einige Arien geschrieben, nach Italien, wo er schnell als Opernkomponist berühmt wurde. Sein erstes Werk war: »Ifigenia in Aulide« (1781 für Florenz); bis 1784 folgten drei andre für Lucca, Turin und Rom und mehrere Ballette. 1785 ging M. nach Wien, wo er besonders durch »La cosa rara« Triumphe feierte und am Hof Josephs II. ausgezeichnete Aufnahme fand. Seine Werke behaupteten sich hier gegenüber denen Mozarts wie in Italien gegenüber denen Paisiello, Cimarosas und Guglielmis in der Gunst des Publikums: heute sind sie vergessen. 1788 folgte er einem Ruf an die Italienische Oper zu Petersburg, wurde 1798 von Paul I. zum Staatsrat ernannt, verlor aber 1801 das Feld seiner Tätigkeit, als statt der italienischen die französische Oper in Petersburg einzog, und gab dann Lektionen. one of two readings
2auf den Rat eines italienischen Sängers, für den er einige Arien geschrieben, nach Italien, wo er schnell als Opernkomponist berühmt wurde. Sein erstes Werk war: »Ifigenia in Aulide« (1781 für Florenz); bis 1784 folgten drei andre für Lucca, Turin und Rom und mehrere Ballette. 1785 ging M. nach Wien, wo er besonders durch »La cosa rara« Triumph feierte und am Hof Josephs II. ausgezeichnete Aufnahme fand. Seine Werke behaupteten sich hier gegenüber denen Mozarts wie in Italien gegenüber denen Paisiello, Cimarosas und Guglielmis in der Gunst des Publikums: heute sind sie vergessen. 1788 folgte er einem Ruf an die Italienische Oper zu Petersburg, wurde 1798 von Paul I. zum Staatsrat ernannt, verlor aber 1801 das Feld seiner Tätigkeit, als statt der italienischen die französische Oper in Petersburg einzog, und gab dann Lektionen. one of two readings
4Martini, 1) Giambattista (gewöhnlich Padre M. genannt), hochberühmter Musikhistoriker und Meister des Kontrapunkts, geb. 25. April 1706 zu Bologna, gest. 4. Okt. 1784 daselbst; war der Sohn eines Musikers (Violinisten) und erhielt eine sorgfältige musikalische Ausbildung, zunächst im Violinspiel vom Vater und im Klavierspiel und Gesang von Padre Predieri und im Kontrapunkt von dem Kastraten Riccieri; für seine wissenschaftliche Bildung sorgten die Mönche des Oratorio San Filippo Neri. 1721 trat er in den Franziskanerorden, absolvierte das Noviziat zu Lago, kehrte sodann in das Franziskanerkloster zu Bologna zurück und wurde schon 1725 Kapellmeister an der Franziskanerkirche. Seinem Wissensdurst genügte er durch angestrengte mathematische Studien unter Zanotti und erhielt im Umgang mit Giacomo Berti, dem Kapellmeister der Petroniuskirche, fruchtbare Anregung für seine kompositorische Tätigkeit. M. wurde in der Folge die höchste Autorität Italiens in musikhistorischen und -theoretischen Streitfragen, und Schüler strömten aus allen Gegenden zu ihm; neben seiner Gelehrsamkeit war seine Herzensgüte in aller Mund. Sein Leben war arm an äußern Ereignissen, aber reich an Thaten für die Kunst. Von seiner großartigen Bibliothek ging ein Teil nach seinem Tod an die Wiener Hofbibliothek, der größere Teil aber an das Liceo filarmonico zu Bologna über. M. war Mitglied der Akademien dei Filarmonici zu Bologna und dei Arcadi in Rom. Sein Schäfername in der letztern war »Aristoreno Amphion«. Die gedruckten Kompositionen Martinis sind: vierstimmige Litaneien und Marienantiphonen mit Orgel und Instrumenten ad lib. (1734), zwei Bücher Orgel- (Klavier-) Sonaten (1742 u. 1747) und ein Buch Kammerduette (1763); mehrere Oratorien und Intermezzli liegen in Manuskript im Liceo filarmonico, Messen sollen sich im Franziskanerkloster befinden. Von den Schriften Martinis sind in erster Reihe die beiden großen Werke zu nennen: »Storia della musica« (1757, 1770, 1781, 3 Bde.) und »Exemplare ossia saggio fondamentale pratico di contrappunto« (1774—75, 2 Bde.). Das erstere handelt nur von der Musik des Altertums; ein vierter, die Musik im früheren Mittelalter behandelnder Teil blieb im Manuskript unvollendet. Das Werk über den Kontrapunkt ist eine Sammlung von Musterbeispielen. Außerdem schrieb M.: »Onomasticum seu synopsis musicarum graecarum atque obscuriorum vocum cum earum interpretatione ex operibus J. B. Doni« (in Donis Werken Bd. II, abgedruckt); »Dissertatio de usu progressionis geometricae in musica« (1766); »Compendio della teoria de' numeri per uso del musico« (1769); »Regole per gli organisti per accompagnare il canto fermo« (um 1756); »Serie chronologica de' principj dell' Accademia dei Filarmonici etc.« (1777) und einige Gelegenheitsschriften (Kritiken, Urteile in Streitfragen u.). Bgl. Balte, Memoire storiche del P. Giov. Battista M. (1785). one of two readings
5Martini, 1) Giambattista (gewöhnlich Padre M. genannt), hochberühmter Musikhistoriker und Meister des Kontrapunkts, geb. 25. April 1706 zu Bologna, gest. 4. Okt. 1784 daselbst; war der Sohn eines Musikers (Violinisten) und erhielt eine sorgfältige musikalische Ausbildung, zunächst im Violinspiel vom Vater und im Klavierspiel und Gesang von Padre Predieri und im Kontrapunkt von dem Kastraten Riccieri; für seine wissenschaftliche Bildung sorgten die Mönche des Oratorio San Filippo Neri. 1721 trat er in den Franziskanerorden, absolvierte das Noviziat zu Lago, kehrte sodann in das Franziskanerkloster zu Bologna zurück und wurde schon 1725 Kapellmeister an der Franziskanerkirche. Seinem Wissensdurst genügte er durch angestrengte mathematische Studien unter Zanotti und erhielt im Umgang mit Giacomo Berti, dem Kapellmeister der Petroniuskirche, fruchtbare Anregung für seine kompositorische Tätigkeit. M. wurde in der Folge die höchste Autorität Italiens in musikhistorischen und -theoretischen Streitfragen, und Schüler strömten aus allen Gegenden zu ihm; neben seiner Gelehrsamkeit war seine Herzensgüte in aller Mund. Sein Leben war arm an äußern Ereignissen, aber reich an Thaten für die Kunst. Von seiner großartigen Bibliothek ging ein Teil nach seinem Tod an die Wiener Hofbibliothek, der größere Teil aber an das Liceo filarmonico zu Bologna über. M. war Mitglied der Akademien dei Filarmonici zu Bologna und dei Arcadi in Rom. Sein Schäfername in der letztern war »Aristoreno Amphion«. Die gedruckten Kompositionen Martinis sind: vierstimmige Litaneien und Marienantiphonen mit Orgel und Instrumenten ad lib. (1734), zwei Bücher Orgel- (Klavier-) Sonaten (1742 u. 1747) und ein Buch Kammerduette (1763); mehrere Oratorien und Intermezzli liegen in Manuskript im Liceo filarmonico, Messen sollen sich im Franziskanerkloster befinden. Von den Schriften Martinis sind in erster Reihe die beiden großen Werke zu nennen: »Storia della musica« (1757, 1770, 1781, 3 Bde.) und »Exemplare ossia saggio fondamentale pratico di contrappunto« (1774—75, 2 Bde.). Das erstere handelt nur von der Musik des Altertums; ein vierter, die Musik im früheren Mittelalter behandelnder Teil blieb im Manuskript unvollendet. Das Werk über den Kontrapunkt ist eine Sammlung von Musterbeispielen. Außerdem schrieb M.: »Onomasticum seu synopsis musicarum graecarum atque obscuriorum vocum cum earum interpretatione ex operibus J. B. Doni« (in Donis Werken Bd. II, abgedruckt); »Dissertatio de usu progressionis geometricae in musica« (1766); »Compendio della teoria de numeri per uso del musico« (1769); »Regole per gli organisti per accompagnare il canto fermo« (um 1756); »Serie chronologica de' principj dell' Accademia dei Filarmonici etc.« (1777) und einige Gelegenheitsschriften (Kritiken, Urteile in Streitfragen u.). Bgl. Balte, Memoire storiche del P. Giov. Battista M. (1785). one of two readings
72) Jean Paul Egide, geb. 1. Sept. 1741 zu Freistadt i. d. Pfalz, gest. 10. Febr. 1816 zu Paris; hießeigentlich Schwarzen- dorf, italienisierte aber seinen Namen, als er 1760 sich in Nancy als Musiklehrer niederließ; 1764 wandte er sich nach Paris und hatte das Glück, bei einer gerade ausgeschriebenen Konkurrenz für einen
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