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Scan 656
Musik-Lexikon, 1887
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1wurde ohne letztes Geleit (seine wenigen Freunde begleiteten den Sarg nur halben Wegs) in der »allgemeinen Grube« begraben, so daß die Stelle, wo er bestattet wurde, nicht einmal genau festzustellen ist. 1859 an seinem Todestag wurde ihm auf dem Kirchhof von St. Marx ein Denkmal errichtet, nachdem bereits seit 1841 seine Geburtsstadt Salzburg ein prächtiges Monument schmückte. Staunend stehen wir heute vor dem reichen Erbe, das der so jung gestorbene Meister, der als Kind die Welt in Bewunderung versehte und als Mann vergeblich nach voller Anerkennung seines Werts rang, der Welt hinterlassen. Mit unübertrefflicher Meisterschaft beherrschte er die Mittel des musikalischen Ausdrucks und die musikalischen Formen. Seine Individualität ist Anmut und Innigkeit; sein Humor ist minder extravagant als der Haydns, und der grossende Ernst Beethovens ist ihm ganz fremd. Sein Stil ist die glücklichste Verschmelzung italienischer Melodiefreudigkeit mit deutscher Gründlichkeit und Tiefe. Die ihm verwandtesten Naturen sind Schubert und Mendelssohn, welche auch die erstaunliche Produktivität und Leichtigkeit des Schaffens sowie die kurze Lebensdauer mit ihm gemein haben. Die Bedeutung des Komponisten M. ist eine universelle. In der Oper, auf dem Gebiet der Orchestermusik wie der Kammermusik wie endlich auch auf dem der kirchlichen Komposition bedeutet er einen Fortschritt und hat Meisterwerke von unvergänglicher Schönheit geschaffen. Die Übertragung der reformatorischen Ideen Glucks, welche dieser in seriösen und der Antike und Mythologie entlehnten Stoffen zur Geltung gebracht, auf heitere Sujets aus dem Alltagsleben schuf Typen, die wohl noch für lange Zeit mustergültig bleiben werden. Das erste Jahrhundert, das seit ihrem Entstehen vergangen, hat ihnen noch nichts anhaben können: nichts, absolut nichts an »Don Juan«, »Figaro«, »Cosi fan tutte« und der »Zauberflöte« ist heute veraltet und abgelebt.
3Der Katalog der von Breitkopf u. Härtel 1876 begonnenen monumentalen kritischen Gesamtausgabe der Werke Mozarts weist auf: I. Kirchenmusik (Serie 1—4): 15 Messen, 4 Litaneien, je ein Dixit und Magnificat, 4 Kyrie, ein Madrigal, ein Veni sancte, ein Missere, eine Antiphone, 3 Regina coeli, ein Te Deum, 2 Tantum ergo, 2 deutsche Kirchenlieder, 9 Offertorien, ein De profundis, eine Arie, eine Motette für Sopransolo, eine vierstimmige Motette, ein Graduale, 2 Hymnen, »Grabmusik« (Passionskantate), »Davidde penitente« (Kantate), dazu 2 Freimaurerkantaten (»Maurerfreude« und »kleine Freimaurerkantate«). II. Bühnenstücke (Serie 5): »Die Schuldigkeit des ersten Gebots« (nur zum Teil von M.), »Apollo et Hyacinthus« (lateinisches Lustspiel mit Musik), »Bastien und Bastienne« (Liederspiel), »La finta semplice« (Opera buffa), »Mitridate, rè di Ponto« (seriöse Oper), »Ascania in Alba« (theatralische Serenade), »Il sogno di Scipione« (desgleichen), »Lucio Silla« (seriöse Oper), »La finta giardiniera« (Opera buffa), »Il re pastore« (dramatische Kantate), »Zaide« (deutsche Oper), »Thamos, König in Ägypten« (heroisches Drama mit Musik), »Idomeneo, rè di Creta« (»Ilia ed Adamante«, Opera seria), »Die Entführung aus dem Serail« (komisches Singspiel), »Der Schauspieldirektor« (Komödie mit Musik), »Le nozze di Figaro« (»Die Hochzeit des Figaro«, Opera buffa), »Don Giovanni« (»Don Juan«, desgleichen), »Cosi fan tutte« (desgleichen), »La clemenza di Tito« (seriöse Oper), »Die Zauberflöte« (romantische Oper). III. Konzertgesangsmusik (Serie 6): 27 Arien und ein Rondo für Sopran mit Orchester, eine Altarie, 8 Tenorarien, 5 Arien und eine Ariette für Baß, ein deutsches Kriegslied, ein Duett für zwei Sopranen, ein komisches Duett für Sopran und Baß, 6 Terzette, ein Quartett. IV. Lieder u. (Serie 7): 34 Lieder für eine Stimme mit Klavier, ein Lied mit Chor und Orgel, ein dreistimmiger Chor mit Orgel, ein komisches Terzett mit Klavier, 20 zweistimmige und mehrstimmige Kanons. V. Orchesterwerke (Serie 8—11): 41 Symphonien, 2 Symphoniefäße, 31 Divertissements, Serenaden und Kassationen, 9 Märsche, 25 Orchestertänze, »Maurerische Trauermusik«, »Ein musikalischer Spaß«
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