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Scan 659
Musik-Lexikon, 1887
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111 Flötentondzerte, 1 Phantasie für Flöte und Orchester, 4 Flötenduos und einige wenige Gesangsachen. Einen hohen Rang nehmen seine instruktiven Werke ein, besonders seine Pianosorteschule (1804, eigentlich die 6. Auflage von Löhleins „Pianosorteschule“, bearbeitet von M.; die 8. Auflage ward 1825 von Czerny herausgegeben; Kalkbrenners Methode basiert auf der Müllers); ferner eine Anleitung für den Vortrag Mozartscher Konzerte (worin M. erzellierte, 1797) instructive Klavierstücke für Anfänger, eine Flötenschule und Tabellen für den Fingersatz der Flöte. — 5) Ivan, berühmter Klarinettist, geb. 8. Dez. 1786 zu Reval, gest. 4. Febr. 1854 in Bückeburg; Erfinder der Klarinette mit 13 Klappen und der Altclarinette, die durch das Bassethorn antiquiert wurde, kam 1809 nach Paris und errichtete, unterstützt durch einen Bankier, eine Fabrik der verbesserten Klarinetten, die indes falierte, weil das Gutachten der Akademie Müllers Neuerungen verwarf, womit sie (was ihr öfters begegnet) sich selbst ein schlechtes Zeugnis ausstellte, da bereits nach wenigen Jahren die Instrumente allgemein in Aufnahme kamen. M. verließ 1820 Paris, lebte sodann einige Zeit in Russland, später in Kassel, Berlin, in der Schweiz, London, Paris und starb schließlich als Hofmusiker zu Bückeburg. M. gab heraus eine Schule für seine verbesserten Instrumente, 6 Flötentondzerte, eine Concertante für zwei Klarinetten, verschiedene Sachen für Klarinette und Klavier und 3 Quartette für Klarinette, Violine, Bratsche und Cello.
36) Friedrich, geb. 10. Dez. 1786 zu Orlamünde in Altenburg, gest. 12. Dez. 1871 zu Rudolstadt; tüchtiger, vielseitig gebildeter Musiker, ausgezeichnet als Klarinettist, 1803 Mitglied des fürstlichen Orchesters in Rudolstadt, 1831 Nachfolger Eberweins als Kapellmeister, 1854 pensioniert; komponierte 2 Symphonien, 2 Konzerte und 2 Concertinos sowie andre Solosachen für Klarinette, Variationen für Klarinette mit Streichquartett, Klarinetten-Etüden, Stücke für vier Hörner, Hornterzette, Variationen für Fagott und Orchester sowie Stücke für Harmoniemusik.
57) Gebrüder M., zwei berühmte Streichquartette, von denen das ältere aus vier Söhnen von Aegidius Christoph M. bestand (geb. 2. Juli 1766 zu Görsbach bei Nordhausen, gest. 14. Aug. 1841 als Hofmusikus [Violinist] in Braunschweig), nämlich für die erste Bioline: Karl Friedrich M., geb. 11. Nov. 1797 zu Braunschweig, viele Jahre Konzertmeister daselbst, gest. 4. April 1873; Bratsche: Theodor Heinrich Gustav, geb. 3. Dez. 1799, herzoglicher Symphoniedirektor, gest. 7. Sept. 1855 in Braunschweig; Cello: August Theodor, geb. 27. Sept. 1802, Kammermusikus, gest. 22. Mai 1875 zu Braunschweig, und zweite Bioline: Franz Ferdinand Georg, geb. 29. Juli 1808, herzoglicher Kapellmeister, gest. 20. Okt. 1875 in Braunschweig. Die Zeit des Zusammenspielens der vier Brüder fällt zwischen 1831 und 1855; sie besuchten außer Deutschland auch Paris, Holland, Dänemark und Russland. — Das jüngere M.-Quartett bildete sich gleich nach der Zersprengung des älteren durch den Tod (1855) aus vier Söhnen von Karl Friedrich M. und zwar: erste Bioline: Karl (M.-Berghaus) geb. 14. April 1829, der später Kapellmeister zu Rostock wurde, seit welcher Zeit Leopold Auer die Führung des Quartetts übernahm; zweite Bioline: Hugo, geb. 21. Sept. 1832 zu Braunschweig, gest. das. 26. Juni 1886; Bratsche: Bernhard, geb. 24. Febr. 1825, und Cello: Wilhelm, geb. 1. Juni 1834. Die sämtlich in Braunschweig geborenen vier Brüder wurden als Hofmusiker zu Meiningen angestellt (Karl war vorher Konzertmeister in Berlin), siedelten aber 1866 nach Wiesbaden über, und als Karl nach Rostock berufen wurde, folgten ihm die übrigen auch dorthin. Das Quartett wurde definitiv zersprengt durch die Anstellung Wilhelms als ersten Cellisten der königlichen Kapelle und Lehrers an der Hochschule in Berlin (Nachfolgers de Sweerts, 1873). Karl wurde Dirigent der Kurkapelle in Wiesbaden, leitete einige Zeit die Privatkapelle des russischen Barons von Dervies in Nizza, ließ sich 1880 in Stuttgart nieder, wo seine Frau ein Gesangsinstitut gründete, während er selbst 1881—86 in Hamburg thätig war. M. komponierte 2 Streichquartette, eine Sym-
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