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Scan 95

Musik-Lexikon, 1887

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1wie sie für Cello schreiben dürfen und sollen.
3Baudoin (Baudouyn), s. Bauldewijn.
4Bauer, Chrysostomus, württemberg. Orgelbauer zu Anfang des vorigen Jahrhunderts, führte die jetzt üblichen großen Bälge statt der früheren vielen kleinen bei der Orgel ein.
6Bauernflöte (Bauernpfeife, Bäuerlein, Feldflöte, lat. Tibia ruristris), eine in ältern Orgeln im Pedal nicht seltene kleine Gedacktstimme von weiter Mensur; zu zwei Fuß (2') heißt sie gewöhnlich B., zu einem Fuß (1') dagegen Bauernpfeife (die einsfüßigen Stimmen werden meist Pfeifen genannt).
8Bauldewijn (Baldewin, Balduin, Baulduin, Baudoin, Baudouyn), Noël (Natalis), Kapellmeister der Notredamekirche zu Antwerpen 1513—18, gest. 1529 daselbst. Motetten von ihm finden sich in verschiedenen Sammelwerken (z. B. in Betruccis »Motetti della corona«), Messen im Manuskript zu Rom und München (Missa »Mijn liefkens bruijn oghen« und eine sonst unter Josquins Namen bekannte: »Da pacem«).
10Baumann, s. Baumann.
12Baumbach, Friedrich August, geb. 1753, gest. 30. Nov. 1813 in Leipzig; war 1778—89 Kapellmeister an der Oper zu Hamburg und lebte dann in Leipzig ausschließlich der Komposition. Außer vielen Instrumental- und Vokalwerken (für Klavier, Violine, Guitarre) u. hat er auch die musikalischen Artikel in dem 1794 erschienenen »Kurz gesetzten Handwörterbuch über die schönen Künste« geschrieben.
14Baumgart, E. Friedrich, geb. 13. Jan. 1817 zu Großglogau, gest. 14. Sept. 1871 in Warmbrunn, war Dr. phil., Universitätsmusikdirektor und Lehrer am königl. Institut für Kirchenmusik zu Breslau, ein ausgezeichneter Musiker, weiterhin bekannt durch seine Ausgabe der Klaviersonaten Ph. Em. Bachs.
16Baumgarten, 1) Gotthilf von, geb. 12. Jan. 1741 zu Berlin, gest. 1813 als Landrat in Großstrehlitz (Schlesien); komponierte Opern, die zur Aufführung kamen (»Zemire und Azor«, »Andromeda«, »Das Grab des Musti«, letztere im Klavierauszug gedruckt 1778). — 2) Karl Friedrich, in Deutschland geboren, kam jung nach London und war langjähriger Kapellmeister am Coventgardentheater (1780—1794). Seine Opern: »Robin Hood«, »Blaubart« wurden daselbst mehrfach aufgeführt.
18Baumgartner, August, Organist zu München, veröffentlichte 1852 in der »Stenographischen Zeitschrift« Ideen zu einer musikalischen Stenographie, gab auch eine »Kurz gesetzte Anleitung zur Musikalischen Stenographie oder Tonzeichenkunst« (1853) und eine »Kurz gesetzte Geschichte der musikalischen Notation« (1856) heraus.
20Bäumer, Wilhelm, geb. 25. Okt. 1842 zu Elberfeld, studierte zu Münster und Bonn Theologie und Philologie, wurde 1867 zum Priester geweiht und ist seit 1869 Kaplan, seit 1880 auch Schulinspektor zu Niederkrüchten. B. ist in seinen Musikstunden eifriger Musikschriftsteller. Er schrieb: »Palästrina, ein Beitrag u.« (1877), »Orlandus de Lassus, ein historisches Bildnis« (1878), »Zur Geschichte der Tonkunst in Deutschland« (1881), »Der Totentanz«, eine Studie (1881), »Das katholische deutsche Kirchenlied in seinen Singweisen von den frühesten Zeiten bis gegen Ende des 17. Jahrh.« (1883, Fortsetzung [2. Band] des von K. G. Meister begonnenen Werkes [1. Band 1862]; eine völlige Neubearbeitung des 1. Bandes brachte er 1884). B. ist Mitarbeiter der »Allg. Deutschen Biographie«, »Monatshefte für Musikgeschichte« u. a.
22Bausch, Ludwig Christian August, geb. 15. Jan. 1805 zu Naumburg, gest. 26. Mai 1871 in Leipzig; Instrumentenmacher in Dresden (1826), Dessau (1828), Leipzig (1839), Wiesbaden (1862), seit 1863 wieder in Leipzig; war besonders renommiert als Versertiger von Violinbogen und als Reparateur alter Geigen. Er arbeitete die letzten Jahre zusammen mit seinem Sohn Ludwig, geb. 1829 der nach langem Aufenthalt in New York, zuerst selbständig in Leipzig etabliert war und kurz vor dem Vater (7. April 1871) starb. Dessen Bruder und Geschäftserbe Otto, geb. 1841, starb schon 30. Dez. 1874. Das Geschäft ging auf A. Paulus in Markneukirchen über.
24Baxoncello (span., spr. bāchon-), s. v. w.

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