Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 106

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1Degmaier, Philipp Andreas, Organist an der Jacobskirche zu Augsburg um 1770, war nebenher ein ausgezeichneter, berühmter Kupferstecher, der die Bildnisse schwäbischer Gelehrten radirt hat. Vergl. Fuessli, Künstler-Lexikon.
3Degola, Andrea Luigi, italienischer Opern- und Kirchencomponist, geboren 1778 zu Genua, begann erst in seinem 17. Lebensjahre bei Luigi Cerro die Musik zu studiren und schrieb vier Jahre hierauf eine Messe, sowie mehrere Eingestücke für Opern in Genua, welche für sein Talent Zeugniss ablegten. Seine erste Oper war eine komische, betitelt: »Il medico per forza«, welche 1799 in Livorno aufgeführt wurde und sich grossen Beifalls erfreute, nicht minder einige andere dieser folgende Opern. Aus unbekannten Gründen wandte er sich plötzlich der Kirchenmusik zu und wurde Organist und Capellmeister am Dom zu Chiavari, in welcher Stellung er bis 1830 verblieb. Hierauf wurde er Organist zu Versailles und ertheilte zugleich in Paris sehr geschätzten Unterricht im Gesang und in der Harmonielehre. Ausser einer sehr bedeutenden Zahl von Kirchenwerken hat er Romanzen, Clavierstücke, eine Gesangschule und eine Accompagnementsmethode für Clavier, Harfe und Guitarre geschrieben.
5Degola, Giocondo, italienischer Operncomponist, geboren um 1820 zu Genua, starb leider schon am 5. Decbr. 1845, nachdem er vier Opern geschrieben und zur Aufführung gebracht hatte, die von einem aussergewöhnlichen Talent zeugten und in Italien sehr beifällig aufgenommen worden waren. Die Namen der selben sind: »Adelina« (1837), »La donna capricciosa« (1839), »Don Papirio Lindaco« (1841), »Un duello alla pistola« (1843).
7Degré (französ.), der Name für Tonstufe, Intervall in Frankreich und Belgien.
9Dehec, Nassovius, in der Mitte des 18. Jahrhunderts erster Violinist an der Kirche Santa Maria Maggiore zu Bergamo, wird als gewandter Tonsetzer gerühmt. Von ihm sind Violintrios im J. 1760 zu Nürnberg gestochen. Auch sollen noch einige Instrumentalstücke in Manuscript vorhanden sein.
11Dehelia, Vincenzo, sicilianischer Componist, der lange Zeit in der königl. Capelle San Pietro zu Palermo als Capellmeister thätig war und von dem nach Mongitor, Bibl. Sicul. T. 2 p. 281 im J. 1636 Salmi e Inni di vespri ariosi a 4 e 8 voci zu Palermo erschienen sind.
13Dehn, Siegfried Wilhelm, einer der gelehrtesten und gründlichsten Contrapunktisten und musikalischen Theoretiker der neuesten Zeit, wurde am 25. Febr. 1799 zu Altona geboren, wo sein Vater Banquier und einer der reichsten Männer der Stadt war. Die Musik war von früher Jugend auf Unterrichtsgegenstand für den jungen D. und namentlich bekundete er, unterwiesen von P. Winneberger, im Violoncellospiel bedeutende Fortschritte. Dem Wunsche seiner Familie nach sollte er sich dem Forstfache widmen, er selbst aber setzte es durch, dass er die Rechte studiren und von 1814 an das Gymnasium in Plön in Holstein besuchen durfte, worauf er 1819 die Universität in Leipzig bezog. Dort hörte er bis 1823 Jus und Humaniora, erweiterte seinen musikalischen Horizont durch den fleissigen Besuch aller guten Conzerte und nahm beim Organisten Dröbs theoretischen Unterricht. Der engere Verkehr mit Friedr. Schneider, Pohlenz, Schicht u. s. w., den er in Leipzig eifrig pflegte, war geeignet, seine Vorliebe für die Musik zu befestigen und in eine gediegene Richtung zu lenken. Nach dem Abgange von der Universität machte er einige Reisen und liess sich Ende 1823 in Berlin nieder, wo er eine Stellung bei der schwedischen Gesandtschaft fand, die ihm Musse genug verstattete, sich nebenher praktisch und theoretisch weiter mit der Tonkunst zu beschäftigen. Diese gewährte ihm auch Trost und Zuversicht, als ihm 1829 verschiedene unglückliche Zufälle sein ganzes Vermögen raubten; ihr widmete er sich seitdem ganz und studirte bei Bernh. Klein die Kunst des Tonsatzes und den Contrapunkt. Bald trat er auch selbstständig mit gelehrten Untersuchungen auf, deren Resultate er besonders in die Marx’sche Berliner Musikzeitung und in andere Fachblätter damaliger Zeit niederlegte. Zugleich warf er sich mit wahren Forschungseifer auf die Geschichte der musikalischen Produktion der ältesten und mittelalterlichen Epochen der Tonkunst,

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