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Scan 115
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1Flöte am Conservatorium zu Brüssel. Diese Stellung legte er 1847 nieder, um unbehindert mit seiner Gattin grössere Kunstreisen unternehmen zu können, die sich bis nach Amerika erstreckten. — Die eben erwähnte Gattin ist jene vortreffliche und berühmte Sängerin, geborene Charton, welche seit ihrer Verheirathung unter dem Namen Charton-Demeur sich einen grossen Namen in der Kunstwelt erwarb und als Bühnensängerin in den Niederlanden, Frankreich, England, Italien und auch in Deutschland (Wien) grossartige Erfolge hatte. Sie war zuletzt an der italienischen Oper in Paris engagirt und lebt gegenwärtig mit ihrem Gatten in Brüssel.
3Demi (französ.) halb, kommt in folgenden Zusammensetzungen vor: D.-cercle, der Halbkreis, Zeichen des Tempus imperfectum; d.-bâton, das Zeichen für die Zweitakt-Pause; d.-dessus, der tiefe Sopran, Mezzosopran; d.-jeu, halbstark, gebrauchen die französischen Componisten in Instrumentalstimmen mitunter identisch mit mezza voce; d.-mesure oder d.-pause, die halbe Taktpause; d.-soupir oder d.-quart de mesure, die Achtelpause; d.-quart de soupir, die Zweiunddreissigtheil-Pause; d.-tirade, ein kurzer, schneller Lauf im Umfang einer Quarte oder Quinte; d.-ton, häufiger semiton (vom latein. semitonus), der halbe Ton; d.-ton majeur, der grosse halbe Ton; d.-ton mineur, der kleine halbe Ton.
5Demignaux, französischer Kammermusik-Componist, der zu Paris lebte und ums Jahr 1782 daselbst fünf Werke, Quatuors und Trios für Streichinstrumente und Sonaten für den Flügel oder die Harfe, veröffentlicht hat.
7Demmler, Johann Michael, ausgezeichneter Orgelvirtuose, Clavier- und Violinspieler, geboren um 1740 zu Grossaltingen in Baiern, war ein Schüler des berühmten Giulini. Er hat eine Oper »Deukalion und Pyrrha«, ferner Sinfonien und Clavierstücke geschrieben, von welchen Werken aber nichts im Druck erschienen sein dürfte. D. starb 1784 als Organist an der Domkirche zu Augsburg.
9Demodökus, ein Schüler des Automedes und aus Corcyra gebürtig, heisst bei Homer jener Sänger der Phäaken, der bei einem Festmahl des Königs Alkinous in Anwesenheit des Odysseus die Liebe des Ares und der Aphrodite, sowie die Schicksale der nach Troja gezogenen Griechen und die Eroberung Troja's besang. Darauf hin haben ihn spätere Schriftsteller als Musiker und Dichter dargestellt, der schon vor Homer eine Einnahme Ilion's und einen Gesang über die Liebe des Ares und der Aphrodite verfasst habe.
11Demökrit, der berühmte griechische Philosoph aus Abdēra, geboren um 470 v. Chr., gestorben um 370 in einem Alter von 104 Jahren, soll nach Diog. Laërt. auch sieben Bücher von der Musik geschrieben haben, die aber bis auf unbedeutende Fragmente verloren gegangen sind.
13Demoiselles (französ.) ist bei den Franzosen die Benennung der Abstrakten (s. d.) in der Orgel.
15Demoz, reformirter Prediger zu Genf, verfasste und veröffentlichte ein Werk, betitelt: »Méthode de musique selon un nouveau système« (Genf, 1728), welches bestimmt war, eine Vereinfachung der musikalischen Schreibweise in Vorschlag zu bringen, indem Linien und Schlüssel überflüssig gemacht wurden.
17Dempsterus, Thomas, ein schottischer Gelehrter, welcher im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts lebte und wegen seiner musikkundigen Anmerkungen zu einigen Abschnitten in Rosini Antiquitates romanae den musikalischen Schriftstellern seiner Zeit zugerechnet werden darf.
19Demunck, ausgezeichneter belgischer Violoncellovirtuose, geboren am 6. Octbr. 1815 zu Brüssel, erhielt von seinem Vater, einem Musiklehrer, den ersten Unterricht und wurde, zehn Jahr alt, auf das Brüsseler Conservatorium gebracht, wo im Violoncellospiel Platel sein Lehrer wurde. Nach erfolgreich beendigten Studien wurde er Adjunct Platel's und nach dessen Tode 1835 der Nachfolger desselben als Professor am Conservatorium. In den Jahren 1844 und 1845 liess er sich auf ungemien erfolgreichen Kunstreisen auch in England und Deutschland hören und nahm von 1848 bis 1853 einen dauernden Aufenthalt in London. Ein ungeregelttes Leben hatte schon damals seine Gesundheit und sein aussergewöhnliches Talent
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