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Scan 116
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1untergraben, und er starb, kaum nach Brüssel zurückgekehrt, daselbst am 28. Febr. 1854. Seine Compositionen sind bis auf eine Fantasie über russische Lieder Manuscript geblieben. — Ein anderer trefflicher Violoncellist gleichen Namens ist seit 1868 Mitglied der grossherzogl. sächsischen Hofkapelle zu Weimar.
3Denby, englischer Tonkünstler, der zu Ende des 18. Jahrhunderts in London lebte und von dem 1780 mehrere Claviersonaten erschienen sind.
5Denck, Karl, deutscher Tonkünstler, welcher gegen den Ausgang des 18. Jahrhunderts hin in Wien lebte und von dessen Composition zwei Streichtrios im Druck erschienen sind.
7Denefve, Jules, auch Denepve geschrieben, trefflicher belgischer Komponist und Violoncellist, geboren 1814 zu Chimay im Hennegau, kam, nachdem er sich in seinem Geburtsort für die musikalische Laufbahn gut vorbereitet hatte, auf das Conservatorium zu Brüssel, woselbst Platel, später Demunck im Violoncellospiel und Fétis in der Harmonielehre und Composition seine Lehrer waren. Nach vollendeten Studien wurde er Professor an der öffentlichen Musikschule zu Mons und zugleich erster Violoncellist der Theaterkapelle und der Concertgesellschaft daselbst. Nach wenigen Jahren schwang er sich zum Direktor der genannten Musikschule und zum Präsidenten der Concertgesellschaft empor und gründete und leitete verschiedene Gesang- und Musikvereine. Während dieser Zeit hat er sich auch als Componist einen hochgeachteten Namen erworben, namentlich durch zahlreiche Männerchöre, von denen viele in Belgien populär geworden sind, aber auch durch Orchesterwerke, Cantaten, Kirchenstücke und Opern, von welchen letzteren »Kettly ou le retour en Suisse«, »L’echevin Brassart« und »Marie de Brabant« mit grossem Erfolge zur Aufführung gelangt sind.
9Deneufville, Jean Jacques, hervorragender deutscher Tonsetzer, der Sohn eines französischen Kaufmanns, geboren am 5. Octbr. 1684 zu Nürnberg, wurde von dem berühmten Pachelbel im Clavier- und Orgelspiel, sowie in der Composition unterrichtet und vollendete seine musikalischen Studien 1707 bis 1709 in Italien. In Venedig gab er damals sein erstes Werk, vier Encomia oder Hymnen heraus. Nach Nürnberg zurückgekehrt, wurde er an einer der Vorstadtkirchen als Organist angestellt, starb aber schon am 4. Aug. 1712, ohne die grossen Hoffnungen erfüllen zu können, die man mit Recht auf sein ausgezeichnetes Talent gesetzt hatte. Ausser dem schon genannten Werke sind noch einige geistliche Compositionen und Clavierstücke von ihm im Druck erschienen.
11Denis, in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts Direktor der königl. Musikakademie zu Lyon, verfasste und veröffentlichte unter dem Titel »Nouveau système de musique pratique« (Paris, 1747) ein geistreiches, für Musiker noch jetzt sehr interessantes Werk.
13Denis d’or (französ.) nannte Procopius Divisz (zuweilen auch Diwiss oder Diwisch) geschrieben, Pastor zu Prendnitz bei Znaim in Mähren, ein von ihm 1730 erfundenes Tasteninstrument mit einem Pedale, welches das damalige Zeitbestreben im Gebiete des Instrumentenbaues fast bis zur Carricatur darstellt. Dasselbe war 1,57 Meter lang und 0,95 Meter breit, und hatte einen Bezug von 790 Saiten, die in höchstens Dreiviertelstunden gestimmt werden konnten. Dies Instrument gestattete 130 Veränderungen, worunter die Klänge fast aller bekannten Saiten- und Blasinstrumente vertreten waren, und selbst auch lose Scherze, wie z. B. der, dass den Spieler, so oft es dem Erfinder oder Besitzer beliebte, ein elektrischer Schlag überraschte. Es soll von diesem Instrumente nur ein Exemplar gefertigt worden sein, gekauft von dem Prälaten von Bruck, Georg Lambeck, der es zeitlebens gern hatte und zur Bedienung desselben einen eigenen Künstler hielt. Den Namen D. hatte Diviss wohl nur, um sich selbst mit seiner Erfindung zu verewigen, gewählt, indem Dionysius im böhmischen Diviss heisst, und somit D. durch »der goldene Dionysius« wiederzugeben ist.
15Denis, Pierre, Musikmeister am königl. Damenstifte zu St. Cyr (um 1780) und Lehrer der Mandoline in Paris, war in der Provence geboren und hat mehrere theoretische und praktische Werke veröffentlicht, so u. A. eine Mandolin-Schule
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