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Scan 117
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1(Paris, 1792), eine Methode, um leicht und fertig singen zu lernen und Compositio- nen für die Mandoline. Er hat auch das Verdienst, den »Gradus ad Parnassum« von F. J. Fux in das Französische übersetzt zu haben (Paris, 1788), obgleich der Werth dieser Uebersetzung sehr leicht wiegt.
3Denner, Johann Christoph, deutscher Pfeifenmacher, der berühmte Erfinder der Clarinette, geboren am 13. Aug. 1655 zu Leipzig, kam mit seinem Vater, einem Horndreher, im achten Lebensjahre nach Nürnberg. Obwohl ebenfalls als Drechsler gebildet, verfertigte er nebenbei Flöten, Schalmeien und andere Blasinstrumente, die, ihrer sorgfältigen Construktion wegen, reissenden Absatz fanden und seine derartigen Arbeiten zu grossem Rufe und weiter Verbreitung brachten. D. wusste übrigens, obwohl Autodidakt, auf den von ihm gefertigten Instrumenten einen ansprechenden Vortrag zu entwickeln. Auf die für die Instrumentalmusik so überaus wichtig gewordene Erfindung der Clarinette wurde er durch Verbesserungsversuche der Schalmei und zwar, wie jetzt documentarisch feststeht, im J. 1700 geleitet. Auch seine Erneuerungs- und Verbesserungsversuche der alten Stock- und Raketenfagotte sind zu erwähnen, obwohl diese Instrumente in Folge der grossen physischen Anforderungen, die sie an den Spieler stellten, keine Verbreitung fanden. D. überlebte seine wichtige Erfindung nicht lange, da er nach einem thätigen Leben am 20. Apr. 1707 zu Nürnberg starb. Die von ihm begründete Fabrik von Blaseinstrumenten übernahmen seine beiden Söhne und erhielten dieselbe im blühenden Zustande, welcher ihr bis auf den heutigen Tag unvermindert verblieben ist.
5Dennery, französischer Tonkünstler, der in der Zeit der Revolution von 1789 in Paris lebte und verschiedene seiner Compositionen veröffentlichte.
7Denninger, Johann Nepomuk, ein zu seiner Zeit geschätzter deutscher Componist, Clavier- und Violinvirtuose, der um 1788 Musikdirektor in Oehringen war. Von seinen zahlreichen Arbeiten erschienen nur zwei Clavierconcerte und Sonaten mit Violine oder Violoncello. Seine Messen wurden sehr gerühmt, aber weder diese noch andere seiner geistlichen Compositionen sind im Druck erschienen.
9Dennis, John, ein englischer Gelehrter, geboren 1660, gestorben 1737, machte sich dadurch u. A. einen Namen, dass er mit Aufbietung aller ihm zu Gebote stehenden Schärfe und Satyre die Einführung der italienischen Oper in England zu verhindern suchte. Ein literarisches Denkmal seiner Denkweise in dieser Hinsicht ist seine Schrift »An essay on the italian opera« (London, 1706).
11Densz, Adrian, berühmter Lautenspieler und Componist, der zu Ende des 16. Jahrhunderts in den Niederlanden gefeiert war. Man kennt von ihm ein Lautenwerk, betitelt »Florilegium« (Köln, 1594), welches einem Grafen Arnold von Manderscheid und Blanckenheim gewidmet ist.
13Dentice, Fabricio, italienischer Tonsetzer aus Neapel, der jedoch in der letzten Hälfte des 16. Jahrhunderts seinen Aufenthaltsort und Wirkungskreis in Rom hatte. Die von diesem Meister der neapolitanischen Schule noch bekannten Arbeiten sind: fünfstimmige Motetten (Venedig, 1580), ein im Archive der sixtinischen Kapelle liegendes sechstimmiges Miserere, welches später Mich. Pacini für vier Stimmen arrangirt und zu dem Nanini Zwischen-Versette gesetzt hat und endlich einige Motetten, welche die Bibliothek des Pariser Conservatoriums aufbewahrt. D. war auch berühmt als Lautenspieler und Componist für dieses Instrument.
15Dentice, Luigi, italienischer Musikschriftsteller und Tonsetzer und mit dem Vorigen jedenfalls nahe verwandt, ist in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Neapel geboren. Seine Hauptwerke sind: »Due dialoghi della musica« (Neapel, 1552 und öfter), »La cura dei mali della musica« (ohne Ort und Jahreszahl) und ein vier- und fünfstimmiges Miserere für die päpstliche Kapelle, welches für ein Meisterstück jener Musikepoche gelten darf. — Sein gleichfalls berühmter jüngerer Bruder, Scipione D., um 1560 in Neapel geboren, trat im Mannesalter in die Congregation der Patres des Oratoriums und starb als hochangesehener Componist 1633 zu Neapel. Verschiedene seiner Madrigalsammlungen sind zwischen 1591
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