Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 118

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

12 lines. Read by computer on 10 September 2026. Printed page 112. See the scan on archive.org.

1bis 1607 zu Neapel und Venedig im Druck erschienen. Es werden von ihm auch viele Kirchensachen erwähnt, die jedoch wahrscheinlich niemals veröffentlicht worden sind.
3Denzi, Antonio, italienischer Componist und Sänger, war 1724 Mitglied der italienischen Oper, die Graf Spork in Prag unterhielt und wurde 1727 zum Direktor derselben ernannt. Seine Oberleitung, die sich in Pracht und Luxus erging, ruinirte aber fast den Grafen, der das kostspielige Institut aufgeben musste, worauf es D. selbstständig übernahm, aber ebenfalls sein Vermögen dabei zusetzte, bis ihn ein in Scene gesetzer Appell an das Nationalgefühl der Böhmen wieder rettete. Er schrieb nämlich über einen nationalen Stoff eine italienische Oper, betitelt: »Praga nascente da Libussa e Primislao« und brachte dieselbe 1734 mit einem bisher unerhörten Erfolge zur Aufführung. Die zahlreichen Wiederholungen machten ihn zum reichen Mann, und er scheint als solcher bei Zeiten sich in das Privatleben und in sein Vaterland zurückgezogen zu haben, da seit dieser That nichts weiter über ihn verlautbarte.
5Deon, französischer Gesangcomponist, der zu Anfang des 18. Jahrhunderts zu Paris lebte und von dem sich einige Chansons und Airs in dem »Recueil d'airs serieux et à boire« (Paris, 1710) vorfinden.
7Deppe, Ludwig, trefflich gebildeter Tonkünstler und geschickter Dirigent, geboren am 7. Novbr. 1828 zu Alverdisen im Fürstenthum Lippe-Detmold, erhielt seinen ersten Musikunterricht in Detmold von zwei Schülern Spohr's, dem Kapellmeister Aug. Kiel und Otto Gerk, die seine Violinlehrer waren, während ihm Grusendorf theoretische und Clavierlektionen ertheilte. Ende 1849 begab sich D. nach Hamburg, um seine Studien bei Ed. Marxsen in Altona zu vollenden, der ihn gemeinschaftlich mit Joh. Brahms unterrichtete, später (1856 und 1857) auch nach Leipzig, wo ihn J. C. Lobe mit der höheren Composition vertraut machte. Nach Hamburg zurückgekehrt, gab D. 1861 Orchesterconcerte, gründete und leitete von 1862 bis 1868 die dortige Gesangakademie, deren grosse, wohlvorbereitete Oratorien-Aufführungen in der Michaeliskirche seinen Namen in ganz Deutschland rühmlichst bekannt machten. Von Sachkennern werden seine damals zur Verwendung gekommenen neuen Instrumentationen Händel'scher Oratorien, als Samson, Josua u. s. w. sehr gelobt; dieselben sind jedoch, da sie nicht gedruckt erschienen, leider nicht weiter bekannt geworden, ebenso wie seine Compositionen, von denen er nur wenig herausgegeben hat. Im Jahre 1868 unternahm er einige grössere Reisen und folgte erst 1870 einem Rufe als Mitdirigent der Berliner Sinfoniekapelle nach Berlin, deren Oberleitung er, nach Jul. Stern's Rücktritt 1871, allein übernahm. In dieser Stellung ist er mit eben so grossem Geschick wie mit bestem Erfolg bemüht gewesen, wohlthätig mit in die Musikzustände Berlin's einzugreifen. Die Sinfoniekapelle hat er zu einem der besten derartigen Musikinstitute erhoben, das in Bezug auf Leistungsfähigkeit in erster Linie steht und hat dadurch, dass er die hervorragendsten Werke noch lebender Componisten, unbeschadet der anerkannten älteren Meisterwerke, mit in seine Programme zog und fleissig vorführte, dem stagnirenden Kunstleben der Kaiserstadt einen Aufschwung gegeben. Von eigenen grösseren Arbeiten hat er in seinen Concerten nur eine »Ouverture zu Körner's Zrinyi« zur Aufführung gebracht, welche Intelligenz und ein bedeutendes Compositionstalent bekundet.
9Depressio (latein.), das Niederschlagen der Hand auf der Taktthesis; daher auch die Taktthesis oder der Niederschlag selbst.
11Deprosse, Anton, ein hervorragender Componist der Gegenwart, geboren am 18. Mai 1838 zu München, besuchte, da seine ausserordentliche Begabung schon frühzeitig zu Tage trat, die königl. Musikschule seiner Vaterstadt und absolvierte seine Studien daselbst in glänzender Weise. Nachdem er 1855 das Institut verlassen hatte, bildete er sich noch im Clavierspiel bei E. Doctor, in der Composition bei Sturz und im Partiturlesen und Orgelspiel bei Herzog weiter aus und erhielt 1861 die Stellung eines Pianofortelehrers an der Musikschule zu München, die er jedoch schon zu Ostern 1864 aus Gesundheitsrücksichten

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.