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Scan 159
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1unsere Zeit gekommen ist. Eins derselben, dessen Titel »De differentia Aristoxeniorum et Pythagoricorum« gelautet haben soll, soll die wichtige Erfindung des D., die Verbesserung der pythagoräischen Proportion des Ganztons 9:8 zu 10:9, sowie die Construction des nach ihm didymischen genannten Kommas 81:80 enthalten haben. Welchen Werth diese Lehren noch heute in der Musik haben, werden die besonderen Artikel eingehender beleuchten. Sonst vergleiche man noch über D. die Auslassungen Mattheson’s in seinem Orch. III p. 407 und Hederich’s Notit. Auct. antiqu. p. 335. — Gesner führt in seiner Bibl. univers. noch einen D., Sohn des Heraclides an, der zu Nero’s Zeiten als Musiker und Musikschriftsteller sich so hervorthat, dass der Kaiser ihm mehrmals Geschenke zukommen liess. — Ferner wird noch von Hederich in seinen Notit. Auct. med. p. 696 eines D. gedacht, der 392 n. Chr. in Alexandrien, über 80 Jahre alt, lebte, und seit seiner Knabenzeit her blind gewesen war. Derselbe soll in den Wissenschaften und in der Musik sehr bewandert, in seinen rüstigen Jahren Lehrer an der Catechismusschule da selbst gewesen und 395 den Märtyrertod gestorben sein. Vergl. Forkel, Gesch. d. Mus., Theil 1 Seite 362 und 363.
3Dieckmann, Lüdert, ein in Schweden geborener Musiker, der nach Mattheson’s Anhang zu Niedtens Musik. Handleit zur Variat. des G. B. p. 199 im Jahre 1720 Organist in Stockholm war. Näheres ist über ihn nicht bekannt. †
5Diedicke, Ferdinand, trefflicher Tenorist, geboren 1804 zu Obertau, erlangte vom Theater in Dessau aus, dem er seit 1822 angehörte, einen guten Ruf als Sänger und war ausserdem noch als Kammersänger des Herzogs angestellt. Er starb 1847 zu Dessau.
7Diehl, eine berühmte deutsche Familie von Instrumentebauern, deren Hauptzweig die Verfertigung von Streichinstrumenten aller Art war und bis auf die Gegenwart geblieben ist. Der älteste derselben, Martin D., geboren um 1775, war kurfürstl. Geigenmacher in Mainz und baute namentlich gute und sehr gesuchte Contrabässe. Von seinen Söhnen, die zugleich seine Schüler waren, ging der ältere, Jacob Louis D., geboren 1807 in Mainz, zunächst nach Bremen, wo er viele Jahre hindurch mit Auszeichnung den Industriezweig seines Vaters betrieb, dann aber, einem Rufe folgend, nach Hamburg, woselbst das Geschäft, in das er seinen Sohn Nicolaus Louis D., Martin D.’s Enkel als Theilhaber aufgenommen hat, in grosser Blüthe steht. Der Hauptgegenstand desselben ist die Erbauung von Violinen und Bratschen, deren Trefflichkeit von Spohr, Lipinski, Joachim und anderen Kunstgrössen glänzende Zeugnisse erhalten hat. Auch vorzügliche Reparaturen älterer classischer Instrumente gehen aus dieser Werkstatt hervor. — Der jüngere Sohn Martin D.’s, Namens Nicolaus D., geboren 1810 zu Mainz, übernahm das Geschäft seines Vaters und verlegte dasselbe nach Darmstadt, wo er als grossherzogl. Hofinstrumentenmacher in Thätigkeit ist und den alten Ruf der Firma, die besten Contrabässe zu bauen, aufrecht erhalten hat.
9Dielitz, ein vielseitig ausgebildeter deutscher Gelehrter, geboren 1781 zu Berlin, machte sich dadurch einen Namen, dass er Rousseau’s »Dorfwahrsager« metrisch und musikalisch bearbeitete. Ausserdem ist er der Verfasser einer Monographie über die komische Oper.
11Dielitz, Emilie, eine kunstgebildete Sängerin und Gesanglehrerin, geboren um 1830 zu Berlin, wo sie sich später vielfach als Solistin in Concertaufführungen auszeichnete. Behufs höherer Gesangstudien ging sie nach Paris, wo sie Schülerin Bordogni’s wurde, dann nach Italien. Mit dem Titel einer königl. sardinischen Kammersängerin kehrte sie nach Berlin zurück und gründete daselbst 1859 eine Gesangschule mit dem ausgesprochenen Zwecke, die Methode Bordogni’s und Garcia’s zu pflegen. Dieselbe ging aber nach kurzem Bestehen wieder ein.
13Diem, Joseph, ausgezeichneter Violoncello-Virtuose der Gegenwart, geboren 1836 zu Kellmünz bei Memmingen in Baiern, war der Sohn armer Landleute, dem es nur in Folge bewundernswerther Ausdauer und Beharrlichkeit gelang, sich unter den ungünstigsten Umständen vom Hirtenjungen zum berühmten Tonkünstler emporzuschwingen. In frühester Zeit hatte er sich von seinen Ersparnissen eine
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