Books › Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870 › scan 195
Scan 195
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
14 lines. Read by computer on 16 September 2026. Printed page 189. See the scan on archive.org.
1Band I § 292 und weiter, 1817, schon gedachte, wurden vor sowie nach dessen Zeit oft, indem man denselben gar keine Aufmerksamkeit zuwandte, als psychologische Eigenheiten der einzelnen Tonarten festzustellen versucht. Da auch in neuester Zeit Mancher noch diesen Erklärungen einen Werth beilegt, so wollen wir nur die Auslassungen des in dieser Hinsicht berühmtesten Aesthetikers, Schubart, über D-moll, die er in seinem Werke »Ideen zu einer Aesthetik der Tonkunst« § 377 niedergelegt hat, kurz wiedergeben, da alle anderen Erklärungen derselben gleich oder nachgebildet sind. Derselbe findet, dass »schwermüthige Weiblichkeit, die Spleen und Dünste brütet«, zu schildern nur die Tonart D-moll geeignet sei. Wer noch nach Belegen für diese Auslegung sucht, dem sei der Artikel D-moll in Schilling’s Universal-Lexikon der Tonkunst nachzulesen empfohlen.
3Do nennen die Italiener und alle, die deren Tonbenennung eingeführt haben, den sonst in der Solmisation (s. d.) ut, alphabetisch e genannten Klang. — Man findet auch noch in einer andern im 14. Jahrhundert in Paris gebräuchlichen syllabischen Tonbenennung die Sylbe do für den sonst f oder fa genannten Klang in Anwendung. S. Syllabische Tonbenennung.
5Dobili, neben Mariani und Ferri einer der berühmtesten und gefeiertsten Sopransänger (Castraten) der päpstlichen Kapelle in Rom, dessen Lebenszeit in das 18. und 19. Jahrhundert fällt und dessen Gesangbildung der älteren, reineren Schule angehörte.
7Dobler, Joseph Aloys, einer der ausgezeichnetsten und berühmtesten deutschen Basssänger, welche die Bühne je besessen hat, wurde am 17. November 1796 zu Gebratzhofen in Württemberg geboren und erhielt von seinem Vater, einem Schullehrer, den ersten Musikunterricht. Zehn Jahr alt, wurde er auf das Gymnasium zu Constanz geschickt und trat als Chorknabe in die dortige Domkirche. Mit dem J. 1813 bezog er die damals katholische Universität Ellwangen, um Theologie zu studiren und dadurch der Militärconscription zu entgehen. Gleichzeitig erregte bereits seine ausserordentlich schöne Bassstimme in den Liebhaberconcer- ten des Rektors Spägele wahrhaft Aufsehen, und durch solche Erfolge mächtig an- geeifert, trat er nicht, wie er sollte, nach zweijährigem Studium in das Priesterseminar, sondern zog heimlich nach Wien, liess sich dort in die juristische Facultät einschreiben und suchte sich durch Musikunterricht seinen Unterhalt zu erwerben. Auch in Wien erregte seine Stimme Bewunderung, und Weigl verschaffte ihm freien Eintritt in das Operntheater, unterwies ihn vielfach und liess ihn als Choristen anstellen. Vor Ablauf eines Jahres bereits war D. erster Bassist am neuen Theater in Linz, wo er mit der Rolle des Alidor in Isouard’s »Aschenbrödel« erfolgreich debütierte. Von dort aus kam er 1820 nach Frankfurt a. M. und machte 1825 eine Kunstreise durch fast ganz Deutschland, auf der er Beifall und Ehren im reichsten Maasse gewann. Nachdem er noch 1833 bei dem deutschen Opernunternehmen in London geglänzt hatte, wurde er 1834 als Hofopernsänger in Stuttgart engagirt und später zum königl. Kammersänger ernannt. Als solcher starb er im J. 1848.
9Doblhof-Dier, Karl von, trefflicher und geschickter Musikdilettant zu Wien, wo er am 13. Juli 1762 geboren, im J. 1836 gestorben ist. Seine zahlreichen Compositionen, namentlich von Kirchensachen, gingen nach seinem Tode an Kiesewetter über, der sie wiederum der Bibliothek in Wien vererbte.
11Dobricht, Johanna, s. Hesse.
13Dobritzsch, Rudolph, Componist und Musiklehrer zu Berlin, geboren da- selbst am 12. Mai 1839, bildete sich beim Kammermusiker G. Richter so erfolg- reich zum Violinspieler aus, dass er bereits in seinem 16. Jahre Accessist der königl. Kapelle werden konnte. Ein Jahr später wurde er von Joh. Strauss en- gagirt, mit dessen Orchester er nach St. Petersburg und Pawlowsk ging. Von dort zurückgekehrt, trieb er eifrig Clavierspiel bei J. Alsleben und Theorie bei Flod. Geyer und ertheilte später selbst mit bestem Erfolge Clavier- und Violin-
The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.