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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1unterricht. Componirt hat er eine Sinfonie, Ouvertüre, Variationen und kleinere Stücke für Orchester.
3Dobrzinsky, Felix, einer der vorzüglichsten polnischen Pianisten und Componisten der Gegenwart, geboren 1807 zu Romanow in Volhynien, war der Sohn und Schüler des trefflichen Violinisten und Direktors der gräflich Ilinski'schen Oper und Concerte jener Stadt. Als die Familie 1827 nach Warschau übersiedelte, erhielt der junge D. Elner's gediegenen Unterricht in der Composition. Er trat dann zuerst als Musiklehrer auf und machte auch grössere Kunstreisen, auf denen er besonders als Pianist glänzte. In der Stellung als Theaterkapellmeister zu Warschau, die er seit Jahren bis zu seinem Tode, am 10. Octbr. 1867, inne hatte, zeichnete er sich auch als Dirigent ausserordentlich vortheilhaft aus. Als Componist verdient und besitzt er den Ruf der Gediegenheit. Geschrieben hat er Sinfonien, von denen die eine bei einem Preisausschreiben in Wien den zweiten Preis erhielt, Ouvertüren, Streichquartette, viele Lieder und Clavierstücke, sowie einige nationale Cantaten, Claviertrios und eine Oper, betitelt »die Flibustier«.
5Dobwerizil, trefflicher Violinist, aus Böhmen gebürtig, hatte im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts als erster Violinist bei der deutschen Oper in Wien eine Anstellung und wurde, seiner grossen Virtuosität halber, 1783 zum kaiserlichen Kammerviolinisten ernannt.
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9Dobyhall, Joseph, trefflicher böhmischer Tonkünstler, besonders ausgezeichnet als Clarinettist, geboren am 13. Juni 1779 zu Krasowitz, wurde für das Schulfach erzogen, erlernte aber auch bis zu seinem 15. Jahre Clavier-, Violin- und Orgelspiel und die Behandlung der meisten Blaseinstrumente. Beim Stadtmusicus in Enns (Oberösterreich) vervollkommnete er sich hierauf auf dem Horn, der Trompete und Posaune und wandte sich nach beendigter Lehrzeit nach Wien, um dort wieder seinem eigentlichen Berufsfache obzuliegen. Von Noth und Sorgen wegen des täglichen Unterhalts bedrängt, fand er eine Stelle als Clarinettist am Leopoldstädtter Theater, die er sechs Jahre lang inne hatte und die ihn von seinem Entschluss, Schulmann zu werden, abbrachte. Während dieser Zeit studirte er um so eifriger bei Heydenreich und bei Tayber Generalbass und Composition. Der russische Botschafter am Wiener Hofe, Fürst Kourakin, ernannte ihn 1808 zu seinem Kapellmeister, welche Stellung er 1810 mit einem Platz im Orchester des Hofburgtheaters und in der Kapelle des Fürsten Lobkowitz vertauschte. Von da aus wurde er als zweiter Clarinettist in das Hofopernttheater gezogen und gleichzeitig vom Erzherzog Maximilian von Este zum Kapellmeister des zweiten Artillerieregiments ernannt. Als solcher hatte er Gelegenheit, sein Talent und seine grossen Kenntnisse in Bezug auf Harmoniemusik zur Geltung zu bringen, und es gelang ihm überraschend schnell, die notorisch herabgekommene Musik seines Regiments auf einen hervorragenden Standpunkt in der Armee zu bringen. Seine Bearbeitungen für Harmoniemusik galten für musterhaft, und Rossini liess während seines Aufenthalts in Wien sämmtliche seiner von D. gesetzten Compositionen abschreiben, um sie mit sich zu nehmen. D. selbst starb im J. 1824 zu Wien. — Sein Sohn Franz D., geboren am 14. Octbr. 1817 zu Wien, erhielt den ersten Musikunterricht von seinem Vater, besuchte dann das Wiener Conservatorium und wurde zu einem trefflichen Violinisten ausgebildet, als welcher er im Orchester des Hofopernttheaters angestellt wurde, eine Stellung, die er noch gegenwärtig inne hat. Derselbe ist auch als Quartettspieler rühmlichst bekannt und wirkt in den allwinterlich von Hellmesberger veranstalteten Quartett-Produktionen an der Viola-stimme mit.
11Doche, Joseph Denis, geschickter französischer Tonkünstler, geboren am 22. Aug. 1766 zu Paris, war von seinem achten Jahre an Chorknabe an der Kathedralkirche zu Meaux und wurde dort in der Musik von Guignet unterrichtet. Um 1785 kam er als Kapellmeister an die Kathedrale von Constance und wandte sich nach Ausbruch der Revolution nach Paris. Im Orchester des Vaudeville-Theaters daselbst war er nach einander Bratschist, Violoncellist, Contrabassist und endlich Orchesterchef, als welcher er zahlreiche Gesänge, Arien und Einlagen für die Stücke des
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