Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 213

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

12 lines. Read by computer on 10 September 2026. Printed page 207. See the scan on archive.org.

1»Belisar«, »Lucrezia Borgia«, »Lucia von Lammermoor«, »die Favoritin«, im tragischen und »der Liebestrank«, »die Tochter des Regiments« und »Don Pasquale«, im liebenswürdigsten komischen Style geschrieben, selbst dem deutschen und französischen Theaterrepertoire fest eingefügt und werden auch noch fernerhin für das Talent und Geschick ihres Componisten zeugen. Als der bedeutendste italienische Tonsetzer nach Rossini und Bellini war D. in der Zeit von 1835 ‚an unbestritten das Haupt der neuesten italienischen Schule, obgleich er ebenso wenig wie sein Nachfolger und Nacheiferer Verdi, derselben eine neue Richtung zu geben vermochte und seine Compositionsweise mehr als eine Modification, nicht als eine individuelle Gestaltung der durch Rossini herbeigeführten Phase der italienischen Musik sich erwiesen hat.
3Donizetti, Giuseppe, der jüngere Bruder des Vorigen, geboren 1802 in Bergamo, erlernte die Anfangsgründe der Musik wie sein Bruder auf dem dortigen Lyceum und wurde 1825 Musikmeister eines österreichischen, in Italien garnisonirenden Regiments. Als der Sultan der Türkei den Entschluss gefasst hatte, seine Militairmusik auf europäischen Fuss zu bringen, erging an D. ein ehrenvoller Ruf, dem er 1831 nach Konstantinopel folgte. Zum Chef der gesammten türkischen Militairmusikcorps ernannt, unterzog er sich seiner schwierigen Aufgabe mit Geschick und Erfolg und gewann beim Sultan Einfluss und hohe Gunst. In dieser Hinsicht ist seine angesehene Stellung zugleich von bleibender Einwirkung auf die Art der Musikpflege in dem vom abendländisch-musikalischen Standpunct aus unentwickelten Lande gewesen; die Vorliebe für den in Italien cultivirten Styl gewann durch ihn einen neuen dankbaren Boden und steht dort in voller Blüthe. D. selbst starb am 10. Febr. 1856 zu Konstantinopel. — Für Militairmusik hat er zahlreiche Werke geschrieben, von denen jedoch nur ein Theil, namentlich Märsche in sein Vaterland gelangt und in Mailand und Florenz ebenso wie Gesänge und kleine Claviersachen im Druck erschienen sind.
5D’ons-Embray, ein in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu Paris lebender Gelehrter, von dem eine »Description et usage d’un Metromètre, ou Machine pour battre les Mesures et les temps de toutes sortes d’Airs« in den Mem. de l’Acad. des Scienc. vom Jahre 1732 p. 182 sich befindet. Wahrscheinlich war dieser Metromètre eine Verbesserung der Soulié’schen Erfindung.
7Dont, Joseph Valentin, trefflicher Violoncellist, geboren am 15. Apr. 1776 zu Nieder-Georgenthal in Böhmen, erlernte bei Stiasny in Prag, in welcher Stadt er auch die Schule besuchte, das Violoncellospiel. Im J. 1804 kam er nach Wien, trat zuerst in das Quartett des Grafen Breuner und als dieses nach sechs Monaten aufgelöst wurde, in das Opernorchester des Kärnthnerthor-Theaters. Von dort wurde er 1828 in das Orchester des Burgtheaters versetzt und starb am 14. Decbr. 1833 am Schlagfluss. Er war ein ebenso vorzüglicher Orchester- wie Quartettspieler. — Sein Sohn, Jacob D., geboren am 2. März 1815, erhielt seine musikalische Ausbildung auf dem Wiener Conservatorium und wurde von Böhm und Hellmesberger zu einem vorzüglichen Violinisten herangebildet. Im J. 1831 fand er im Orchester des Burgtheaters, 1834 in der kaiserl. Hofkapelle, der er gegenwärtig noch angehört, Anstellung. D. hat sich daneben auch als Solo- und Quartettspieler rühmlich ausgezeichnet und ist als Musiklehrer sehr geschätzt und gesucht. Seine Compositionen, bestehend in Streichquartetten, Violinconcerten und Soli haben sich u. A. von Spohr das ehrenvollste Zeugniss erworben.
9Dont, Leonard, geschickter und zu seiner Zeit sehr gerühmter Violinspieler, lebte in der Mitte des 18. Jahrhunderts als Cisterciensermönch zu Ossegg in Böhmen.
11Donzelli, Domenico, berühmter und ausgezeichneter italienischer Bühnen-tenor, geboren um 1790 in Bologna, in welcher Stadt er auch die gründlichsten Gesangstudien machte, erschien zuerst 1816 unter dem Personal des Teatro Valle in Rom. Dort schrieb Rossini eigens für ihn die Parthie des Torvaldo in seiner Oper »Torvaldo e Dorlisca« und bahnte ihm hiermit den Weg zum Ruhme, den er aber keineswegs in Italien, wo er noch an mehreren Bühnen sang, sondern erst

The computer misreads some letters and numbers. Where a name matters to you, read the scan.