Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 229

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1dass er 1806 nach Berlin gehen und den Meister Bernhard Romberg mit dem grössten Erfolg hören und studiren konnte. Zu einem eigentlichen Unterrichte bei demselben, wie er allerdings beabsichtigt war, kam es nicht, aber ein enormer Gewinn für D.'s Spielmanier blieb dennoch nicht aus. Im J. 1811 wurde D. in die königl. sächsische Hofkapelle gezogen und lebte seitdem, einige grosse und erfolgreiche Kunstreisen durch Deutschland und die Niederlande abgerechnet, in Dresden, als fleissiger Componist in fast allen Gattungen der Musik hochgeachtet und als ausgezeichneter Lehrer von weither aufgesucht. Von seinen Schülern sind als die hervorragendsten zu nennen: Kummer, Drechsler, Karl Schuberth, sowie sein Sohn Louis D. — D.'s Thätigkeit als Componist bezeichnen vor allen Dingen werthvolle Arbeiten für Violoncello, bestehend in Concerten, Studien, Fantasien, Variationen u. s. w., ferner Duos für zwei Violoncelli, für Violine und Violoncello, für Violoncello und Clavier, endlich Messen, Sinfonien, Ouvertüren und die 1841 in Dresden aufgeführte Oper »Graziosa«. Ausserdem ist er der Verfasser einer trefflich angelegten und brauchbaren Violoncello-Schule. Seit 1850 pensionirt, starb D. am 6. März 1860 in Dresden. — Von seinen Söhnen, die gleichfalls tüchtige Musiker sind, lebte der ältere, Justus Bernhard Friedrich D., geboren am 12. Mai 1808 zu Leipzig, seit 1828 in Hamburg und ist dort einer der geschätztesten Clavierlehrer. Der jüngere, Karl Ludwig D., ist am 7. Decbr. 1811 zu Dresden geboren, wurde von seinem Vater schon frühzeitig zu einem vorzüglichen Violoncellisten ausgebildet und machte mit demselben, sowie mit seinem Bruder mehrere Kunstreisen, auf denen seine Virtuosität ebenfalls grosse Anerkennung fand. Seit 1819 gehört er, noch von Spohr engagirt, als erster Violoncellist der Hofkapelle in Kassel an.
3Douay, Charles, um das Jahr 1799 Bratschist im Orchester der Grossen Oper in Paris, ist als Componist nur durch 3 Duos concert. für 2 Violinen op. 2 (Paris, 1795) bekannter geworden. — Um so mehr machte zu verschiedenen Zeiten sein Sohn, Emil D., geboren 1802 zu Paris, von sich reden. Derselbe war auf dem Pariser Conservatorium zum Violinisten ausgebildet worden und hatte bei Reich a Compositionslehre studirt. Einige Jahre hindurch fungirte er als Concertmeister am Théâtre du Gymnase dramatique, gab aber diese Stelle 1831 auf und lebte zurückgezogen und fast vergessen seinen Studien, bis er plötzlich 1842 mit einer grösseren Aufführung eigener Compositionen, meist für Orchester, vor die Oeffentlichkeit trat, um sodann abermals auf einige Jahre zu verschwinden. In dieser auffälligen Art erschien und verschwand er im Laufe der Zeit mehrmals, immer ohne Glück und Erfolg, da seine Instrumentalstücke durch ihre abenteuerlichen, ausschweifend-romantischen Stoffe, Titel und Programme von vornherein ungeniessbar gemacht waren und statt ernst und tragisch nur komisch wirkten.
5Doublé (französ.), der Doppelschlag (s. d.), auch der Doppelvorschlag (s. Vorschlag).
7Double bémol (französ.), das bb oder Doppel-b (s. d.).
8Double cadence (französ.), der doppelte, wiederholte Triller (s. d.)
9Double corde (französ.), der Doppelgriff (s. d.).
10Double croche (französ.), die Sechzehntheilnote. D. lieés, die verbunden, d. séparées, die getrennt geschriebenen Sechzehntheilnoten.
11Double dièse (französ.), das ## oder × oder Doppelkreuz (s. d.).
12Doubles (französ.) bezeichnet, besonders in älteren Compositionen so viel wie Variationen (französ. Variations) in der Art, wie sie die alte Sarabande, desgleichen die Spielarie u. s. w. sehr häufig und mitunter in beträchtlicher Anzahl bei sich haben. Sie sind mehr durch Figuren, Diminutionen, Läufe u. dergl. ausgeschmückte und mannigfaltig gemachte Wiederholungen der Melodie, als wirklich durchbildete Variationen im modernen Sinne; daher wohl auch der Name D., der bezeichnend mit Doppelungen deutsch wiedergegeben werden könnte. — Sodann nennen die Franzosen auch die stellvertretenden Künstler für die ersten Fächer in der Oper, im Ballet und Schauspiel D. An grossen Bühnen giebt es sogar Doublures, welche, wenn auch die D. am Auftreten verhindert sind, die

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