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Scan 230
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1Stelle der letzteren vertreten. Eine Oper u. s. w. doubliren heisst daher, die Hauptfächer zweifach besetzen, so dass die Ersatzkräfte (D.) im Falle der Verhinderung der ursprünglichen Künstler eintreten, damit die Aufführungen des Werks nicht unterbrochen werden; man sagt jedoch von den Kunstkräften, dass sie alterniren, wenn beide Faktoren regelmässig einander abwechseln.
3Double-triple (französ.), der 3/2 Takt.
5Doublette (französ.) nennt man in Frankreich ein 0,6metriges Prinzipal-(s. d.) oder ein Oktavregister (s. d.) der Orgel. In Deutschland hat diese Bezeichnung auch für eine Orgelstimme Eingang gefunden, und zwar für ein gleichgebautes zweichöriges auf einem Stocke befindliches Register; zuweilen gehören diese Chöre selbst getrennt zu zwei Manualen. Die zu einem Manual gehörigen D.n werden in neuester Zeit fast gar nicht mehr gebaut, da bei dergleichen Pfeifen genaueste Stimmung schwer dauernd zu erzielen ist und dadurch neben dem Orgelklange sich Schwebungen (s. d.) störend bemerkbar machen. D.n jedoch für verschiedene Manuale auf einem Stocke, obgleich sie in Abt Vogler einen heftigen Gegner fanden, werden noch jetzt öfter gearbeitet.
7Doubraw, Johann van, ein holländischer Orgelbauer, wahrscheinlich in den Niederlanden auch ansässig, hat 1512 ein für jene Zeit prächtiges Werk in der Fugger’schen St. Anna-Kapelle zu Augsburg gebaut. Vgl. Stetten, Kunstgeschichte S. 159.
9Douchan (aus dem Hebräischen), die Singbühne, hiess bei den alten Hebräern der Platz am Ende des Vorhofs der Priester, wo die Leviten bestimmte Tempelgesänge abzusingen hatten.
11Douet, Alexandre, französischer Priester und Kapellmeister an der Kathedrale St. Hilaire zu Poitiers, dessen Lebenszeit in die Mitte des 17. Jahrhunderts fällt. Er hat veröffentlicht: »Missa sex vocum ad imitationem moduli: Consolamini« (Paris, 1676).
13Douland oder Dooland, John, s. Dowland.
15Dourlen, Victor, verdienstvoller französischer Theoretiker und Componist, geboren 1779 zu Dünkichen, wurde 1797 auf das Pariser Conservatorium gebracht und studirte daselbst bei Mozin Clavierspiel, bei Catel Harmonielehre und bei Gossec Contrapunkt. Im J. 1806 war er Sieger bei der Bewerbung um den grossen Staatspreis und ging in Folge dessen als Stipendiat der Regierung zu einem Studienaufenthalt nach Italien. Ehe er dorthin abreiste, liess er auf dem Theater Feydeau seine Erstlingsoper »Philoclès«, ein zweiaktiges Werk, nicht ohne einigen Erfolg aufführen. In Rom componirte er u. A. ein grosses »Dies irae« und ein »Te deum«, welche sehr günstige Beurtheilungen erfuhren. Im J. 1808 kehrte er nach Paris zurück und brachte bis zum J. 1822 mit grösserem oder geringerem Beifall folgende sieben Opern auf verschiedene Bühnen: »Linnée«, »La cupe de son art«, »Cagliostro« (mit Reicha gemeinschaftlich gearbeitet), »Plus heureux que sage«, »Le frère Philippe«, »Marini« und »Le petit souper«. Schon 1816 wurde er zum Professor der Harmonielehre am Pariser Conservatorium ernannt und schrieb für den praktischen Gebrauch dieses Instituts ein »Tableau synoptique des accords« und ein »Traité d’harmonie, contenant un cours complet tel qui est enseigné au Conservatoire de Paris« (Paris, 1834). Im J. 1846 liess er sich pensioniren und starb am 8. Januar 1864 zu Batignolles bei Paris. Ausser den bereits genannten grösseren Werken sind von seinen Arbeiten noch erschienen: Trios für Clavier, Violine und Violoncello, Duo-Sonaten für Clavier und Violine und für Clavier und Flöte, Sonaten und Fantasien für Clavier u. s. w.
17Douth, Philipp, englischer Schriftsteller des 17. Jahrhunderts, der 1674 ein Gedicht über die Musik »Musica incantans« verfasste und drucken liess. Vgl. Lipenii bibl. philos.
19Douwes, Claas (Nicolas), Küster und Organist zu Tzum in Friesland, geboren 1668 zu Leuwarden, hat durch eine »Verhandling van de Musicq en van de Instrumenten« (1696), die 1762 neu gedruckt worden ist, sich bekannt gemacht. Vgl. Krit. Briefe B. II S. 465.
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