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Scan 249
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1öffnete er am 18. März 1815 eine Musikschule zur Ausbildung der Schulcandidaten in der Musiktheorie und im Orgelspiel und ertheilte unentgeltlichen Unterricht. Im J. 1816 wurde er zum Chorregenten bei St. Anna, im J. 1823 zum Kapellmeister an der Universitätskirche und an der Hof-Pfarrkirche ernannt. Ein Jahr früher (1822) hatte er die erste Kapellmeisterstelle am Leopoldstädter Theater angenommen und behielt sie bis zum Jahre 1830, wo die besten Kräfte dieser Bühne: Krones, Lang, Raymund u. s. w. entweder starben oder austraten. Von da an war er nur als Chorregent der Kirche am Hof thätig, setzte aber seinen Unterricht im Generalbass und Orgelspiel bei St. Anna fort. Am 13. Juni 1844 erhielt er nach Gänsbacher’s Tod die Stelle des Kapellmeisters am St. Stephans-Dome, wo er bis zu seinem Tode, der am 27. Februar 1852 erfolgte, erspriesslich wirkte. — Als Componist entwickelte D. eine grosse Fruchtbarkeit und hat sich um die Wiener Lokaloper und das Singspiel unbestreitbare Verdienste erworben. Von seinen theoretischen Werken verdienen namentlich angeführt zu werden: eine Orgelschule, Harmonie- und Generalbasslehre, Praktisch-theoretischer Leitfaden zum Präludiren, Pleyel’s Clavierschule, verbessert in 2 Abtheilungen; ferner componirte er 10 grosse, 6 kleinere Messen, 1 Requiem, 2 Te Deum, 2 Veni sancte, 20 Gradualien und Offertorien; 6 Opern (»Claudine von Villabella«, »Der Zauberkorb«, »Pauline«, »Die Schauernacht«, »Die Feldmühle«, »Contine«), 25 komische Singspiele, Lokalposse und Pantomimen, darunter die bekannten: »Diamant des Geisterkönigs«, »Das Mädchen aus der Feenwelt«, »Der Berggeist«, »Der Wunderdoctor« u. s. w. Endlich schrieb er 3 Cantaten, darunter jene zur Einweihung des neuen israelitischen Bethauses, viele Arien, Lieder, Sonaten, Fugen, Quartette, Ouverturen u. s. w.
2(no line here) one of two readings
4M—s. one of two readings
6Drechsler, Karl, einer der besten deutschen Violoncello-Virtuosen, geboren am 27. Mai 1800 zu Kamenz in Sachsen, erhielt frühzeitig Musikunterricht und zeichnete sich auf dem Violoncello so aus, dass er 1820 bei der Hofkapelle in Dessau eine Anstellung fand. Behufs weiterer und höherer Studien auf seinem Instrumente ging er 1824 auf längere Zeit nach Dresden, wo er einer der ausgezeichnetsten Schüler Dotzauer’s wurde und als solcher auf zahlreichen Kunstreisen, die sich bis nach England und Schottland erstreckten, auch glänzend anerkannt wurde. Seine Vorzüge als Solo-, als Orchester- wie als Quartettspieler waren gleich bedeutend und sein nobler glänzender Ton, seine elegante Bogenführung, tadellose Reinheit und Sauberkeit, endlich sein geschmackvoller Vortrag entzückten Kenner und Laien gleichermassen. Im J. 1826 erhielt er zu seiner lebenslänglichen Anstellung in Dessau den Titel eines herzogl. Concertmeisters und zog von allen Seiten her Schüler nach der kleinen Residenzstadt. Die namhaftesten derselben sind neben seinem Sohne Louis die berühmt gewordenen Violoncellisten Cossmann, Espenhahn, Grützmacher, Aug. Lindner u. s. w. — Sein eben genannter Sohn, Louis D., geboren am 5. Octbr. 1822 zu Dessau, vom Vater zunächst zum Violoncello-Virtuosen ausgebildet, trieb in Paris und Italien auch eifrig Gesangstudien und lebt, als Solo- und Quartettspieler, sowie als tüchtiger Musiklehrer hochgeschätzt, in Edinburg.
8Dregert, Alfred, deutscher Componist und Operndirigent, Sohn des durch mehrere volksthümliche Compositionen bekannten Polizeiraths D., wurde in Frankfurt a./O. am 26. Septbr. 1836 geboren und zeichnete sich schon in seiner Jugend durch musikalische Begabung, namentlich in der Instrumentalcomposition aus. Nach Berlin behufs seiner musikalischen Ausbildung übergesiedelt, genoss er da selbst den Klavierunterricht H. v. Bülow’s und machte erfolgreiche theoretische Studien bei A. B. Marx und R. Wuerst. Seine Compositionen, bestehend in Sinfonien, Ouvertüren, Streichquartetten, namentlich im Drucke erschienene Lieder, bekunden grosse Gewandtheit in Beherrschung der Form, glückliches melodisches Erfindungstalent und nicht selten charakteristische Eigenthümlichkeiten in der Harmonie. Seit 12 Jahren ist D. als Operndirigent thätig gewesen und hat sich in dieser Stellung um die Hebung der Operncultur in mehreren grösseren Städten Deutschlands, als Bamberg, Trier, Rostock u. s. w., verdient gemacht. Auch hat
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