Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 279

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1Kapellmeisters. Neun Jahr alt, wurde D. Zögling des Conservatoriums dei poveri di Giesù Cristo in Neapel und dadurch Compositionsschüler Durante’s. Nach vollendeter Ausbildung ging er 1735 nach Rom, wo er den »Nerone« componirte, eine Oper, welche bei ihrer Aufführung die concurrirende Oper Pergolese’s »Olimpiade« besiegte und D.’s Ruhm begründete, der selbst jedoch laut die musikalische Superiorität jenes Meisters anerkannte. In Privatgeschäften eines Cardinals reiste er darauf nach Wien, wo er sich nebenbei ebenfalls höchst vortheilhaft als Componist bekannt machte. Nach Neapel zurückgekehrt, wurde er Kapellmeister an der Kirche San Nicola di Bari und schrieb als solcher mehrere Opern, u. A. »Catone in Utica« und »Artaserse«. Nach einem kürzeren Aufenthalte in Venedig und Paris, war er 1744 auch in London, eilte aber von dort bald nach Holland, um seine stark angegriffene Gesundheit bei dem berühmten Arzte Boerhave wiederherstellen zu lassen, was auch gelang. Auf der Rückkehr in seine Heimath wurde er unweit Mailand von Banditen überfallen, und der Schreck darüber erschütterte seine kaum befestigte Gesundheit von Neuem und bis zu seinem Tode nachhaltig. In Genua, wo er mit seiner Oper »Tordinona« grossen Erfolg hatte, machte er die Bekanntschaft des Infanten von Parma, Don Philipp, der ihn als Musiklehrer seiner Tochter Isabella 1746 an den Hof von Parma zog. Dort herrschte französische Sitte so ausschliesslich, dass D. von da an nur noch französische Opernbücher in Musik setzte, so »Ninette à la cour«, »Le peintre amoureux« und »La chercheuse d’Esprit«, die auch in Paris Glück machten. Darauf hin siedelte er selbst 1757 nach Paris über, schrieb noch dort nicht weniger als 18, zum Theil berühmt gewordene französische Opern und starb auch daselbst, von einem bösartigen Fieber ergriffen, am 11. Juni 1775. — Von seinen italienischen und französischen Opern sind noch anzuführen: »Bajazet«, »Ciro«, »Ipermnestra«, »Demofonte«, »Allessandro«, »Adriano«, »Didone«, »Demetrio«, »Olimpiade«, »Le docteur Sangrado«, »La veuve indécise«, »La fille mal gardée«, »Nina et Lindor«, »L’Isle des fous« (1760), »Mazet«, »Le retour au village« (Manuscript dieser zweiaictigen Partitur befindet sich auf der Wiener Hofbibliothek), »La plaideuse et le procès«, »Le milicien«, »Les chasseurs et la laitière«, »Le rendez-vous«, »L’école de la jeunesse«, »La fée Urgèle«, »La clochette«, »Les moissonneurs«, »Les Sabots« und »Thémire«. Ausserdem erschienen von D.’s Composition noch ein und mehrstimmige Gesänge; sechs angenehme, melodiöse, sonst aber musikalisch ziemlich unbedeutende Duette von ihm im Manuscript, 67 Blätter stark, besitzt die Hofbibliothek in Wien. D.’s Styl im Allgemeinen war zierlich und fein und für die heitere Oper ganz vorzüglich geeignet, woher es auch kam, dass er gerade in Frankreich unbedingte Anerkennung fand, die komische Opernbühne damals eine Zeit lang mit beherrschte und vortheilhaft auf die Componisten der folgenden Periode einwirkte, sogar auch auf die Entwickelung des Singspiels in Deutschland.
3Dunkel, Franz, hervorragender deutscher Violinvirtuose und tüchtiger Componist, geboren 1769 in Dresden, wo er auch musikalisch ausgebildet und 1788 als kurfürstlicher Kammermusikus angestellt wurde. Seine Lehrer waren sein Vater, ebenfalls Mitglied der Hofkapelle, und in der Theorie der Musikdirektor Weinlig gewesen, bei welchem letzteren er u. A. die grossen Cantaten »der Frühling«, »das Lob Gottes« und »das Lob der Tonkunst« componirte. Im weiteren Verlaufe seiner künstlerischen Laufbahn schrieb er noch das Oratorium »die Engel am Kreuze Jesu«, die Musik zum Schauspiel »Kein Faustrecht mehr« (1798 in Weimar aufgeführt), ferner Sinfonien, Quintette, Quartette, Trios, Concerte für Violine und für Violoncello, Arien, Lieder, Balletmusiken u. s. w., Werke, die grosse Gediegenheit documentiren.
5Dunstable, John, auch Dunstabble und Dunstaple geschrieben, vom Fürstabt Gerbert als Dunstavus aufgeführt, altenglischer Musikgelehrter und Tonsetzer, geboren um 1400 in dem schottischen gleichnamigen Flecken, nach Andern in der Nähe von Bedford in England, wird von den Musikschriftstellern des 15. und 16. Jahrhunderts wegen seiner grossen und wichtigen Verbesserungen in Bezug auf Harmonie und Notirung neben Dufay und Binchois gestellt; Tinctoris

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