Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 284

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1tuel hören liess und in Folge dessen eine mehrjährige Anstellung beim Prinzen von Conti fand. Im J. 1769 reiste er zu Concerten nach England, 1770 nach Spanien und erhielt 1773 einen Ruf als Concertmeister an den königl. Hof zu Berlin, den er auch bis zu seinem Lebensende nicht wieder verliess und an welchem er in der Folge als Surintendant der Kammermusik und Lehrmeister des kunstsinnigen Königs Friedrich Wilhelm II. die grösste Auszeichnung genoss, die ihm auch noch bei dessen Nachfolger zu Theil wurde, bis er sich 1805 pensioniren liess. Er starb zu Berlin am 31. Decbr. 1818. Sein Ton soll wunderbar schön und edel, seine Fertigkeit enorm und sein Vortrag voller Schwung und Kraft gewesen sein. Von seiner Composition sind Concerte, Duos, Doppel-Sonaten und Doppel-Variationen im Druck erschienen. Sein Bruder, Jean Louis D., geboren am 4. Octbr. 1749 zu Paris, hatte sich bereits zum Violinisten ausgebildet, als er sich dem Violoncello, angeregt durch seines Bruders grosse Erfolge, zuwandte und auch dessen Schüler wurde. Nachdem er in Frankreich und England sich einen berühmten Namen fest begründet hatte, trat auch er 1789 in die königl. Hofkapelle zu Berlin. Diese Stellung verliess er nach Friedrich Wilhelm’s II. Tode, machte wieder Concertreisen und war 1806 in Paris, ohne dass er, trotz des Enthusiasmus, den er erregte, ein festes Engagement zu finden vermochte, bis ihn endlich der Ex-König von Spanien, Karl IV., welcher damals zu Marseille residierte, an seinen Hof zog. Dort blieb er bis 1812, wo der König Karl nach Rom ging, worauf D. nach Paris zurückkehrte und nun endlich Solo-Violoncellist in Napoleon’s Kapelle, Mitglied der Kammermusik der Kaiserin Maria Louise und Professor am Pariser Conservatorium wurde. Auch in der Restaurationszeit behielt er seine Stelle in der Hofkapelle und starb am 7. Septbr. 1819 in Paris. — Hinsichtlich der Fertigkeit und Schönheit des Tones stand er hinter seinem älteren Bruder nicht zurück; in Bezug auf Eleganz und Gefühl des Vortrags war die Superiorität des Einen oder des Anderen sogar Gegenstand des Streites. Im Druck erschienen sind von dem jüngeren D.: Concerte, Sonaten, Duos, Variationen für Violoncello, Nocturnes für Violoncello und Harfe (gemeinschaftlich mit Bochsa componirt), Variationen für Violoncello und Violine (mit Giarnovichi zusammen gearbeitet) u. s. w.
3Duprato, Jules Laurent, geachteter französischer Componist der Gegenwart, geboren am 20. Aug. 1827 zu Nimes, trat in seinem 17. Lebensjahre in das Pariser Conservatorium und studirte daselbst hauptsächlich unter Leborne, der sein Compositionslehrer war. Im J. 1848 gewann er mit seiner Composition der Cantate »Damoclès« den grossen Preis und benutzte das damit verbundene Stipendium der Regierung, um mehrere Jahre hindurch in Italien und Deutschland sich weiter auszubilden und seinen musikalischen Gesichtskreis zu erweitern. Nach Paris zurückgekehrt, trat er besonders als Componist kleinerer komischer Opern auf, deren er nach und nach eine ganze Reihe schrieb und die von feinem Geschmack und Geschick zeugten. Einige derselben hatten einen ziemlich bedeutenden Erfolg, als: »Les trovatelles« (1854), »Paquerette« (1856), »Monsieur Landry« (1857) u. s. w.
5Dupré, Mr., französischer Violinist an der Pariser Oper, 1754 pensionirt und 1784 gestorben, hat 2 Werke 1763 zu Paris drucken lassen; jedes enthält sechs Claviertrios mit Violine.
7Duprez, Gilbert Louis, berühmter französischer Tenorsänger und Gesanglehrer, wurde am 6. Decbr. 1806 zu Paris geboren. Als Sohn eines wenig bemittelten, gleichwohl mit elf Kindern gesegneten Kaufmanns, wuchs er heran, von einem Freunde der Familie musikalisch ein wenig unterrichtet. Da er im neunten Jahre bereits bewundernswerth taktfest und treffsicher war, so brachte man ihn mit dem zehnten Jahre in das Pariser Conservatorium und 1817 in die Musikschule des berühmten Choron; sein musikalisches Talent wurde dort zwar anerkannt, der Beruf zum Sänger ihm aber abgesprochen. Einer Liebschaft wegen schickte man ihn 1825 nach Italien, von wo er jedoch, da er in Mailand kein Engagement zu finden vermochte, schon nach sechs Monaten zurückkehrte und nun am Odéon unter sehr bescheidenen Verhältnissen sang. Er heirathete 1827 die an demselben Theater engagirte Sängerin Marie Duperron und ging mit der-

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