Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 308

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1trat sie mit günstigem Erfolge im Josephstädter Theater auf, verliess aber bald Wien, um sich mit ihren Eltern in Breslau zu vereinigen, von welcher letzteren Stadt aus sie an das Hoftheater zu Kassel kam, an dem sie zwei Jahre lang unter Spohr's Leitung als erste dramatische Sängerin wirkte. Auf Gastspielreisen errang sie hierauf in Braunschweig, Hamburg und besonders in Berlin grosse Erfolge, wurde in Dresden engagirt, folgte aber, da sie dort von Theaterkabalen verfolgt wurde, bald einem Rufe nach Prag, woselbst sie sich zum Liebling des Publikums emporschwang. Von dort aus unternahm sie 1856 glänzende Gastspielreisen nach Stuttgart, Strassburg und Wien, in Folge dessen sie 1857 das Engagement als k. k. Hofopernsängerin der Wiener Bühne erhielt, welche Stellung sie nach immer erneuerten Contrakten noch bis 1875 inne hat. Im weiteren Verlaufe wurde sie auch zur k. k. Kammersängerin ernannt. — Trotz vorgeschrittenen Alters ist sie noch immer eine Hauptzierde der Hofopernbühne in Wien sowie des Concertsaals. Ihre Stimme, ein kräftiger, metallreicher Sopran von grossem Umfange, ist besonders in der Mittellage von reinstem Schmelz; ihre Intonation ist musterhaft rein und ihr Vortrag und Spiel stets auf der Höhe der dramatischen Aufgabe. Dabei ist ihr Repertoire ein staunenswerth reiches und umfasst nicht blos alle dramatischen, sondern auch alle ersten Soubretten-Parthien; nur der eigentliche Coloraturgesang liegt ihrer gewichtigen, volltönenden Stimme fern. Wahrhaft Grandioses leistet sie mit der Summe dieser Vorzüge als Fidelio, als Donna Anna und als Valentine (in den Hugenotten), musterhaft Anmuthiges als Susanne im »Figaro«. Andere Rollen, die sie immer mit dem glänzendsten Erfolge ausgeführt hat, sind Pamina, Norma, Jessonda, Mathilde (Tell), Amalia (Maskenball), Elisabeth (Tannhäuser), Elsa (Lohengrin), Euryanthe, Agathe, Armide u. s. w.
3Dutartre, Jean Baptiste, französischer Gesangcomponist und Musiklehrer, der zu Paris lebte und daselbst 1749 starb. Zwei Operetten seiner Composition, nämlich: »L'amour mutuel« und »Le divertissement de la paix« wurden im J. 1729 zu Paris aufgeführt. In dem von Ballard herausgegebenen »Recueil d'airs sérieux et à boire« (Paris, 1710) befindet sich auch ein Chanson D.'s mit Flöte und Generalbass.
5Dutillieu, Pierre, richtiger Ditillieu (s. d.). Die an letzterem Orte unvollständigen Notizen holen wir hier nach. D. ist im J. 1756 zu Lyon geboren, erhielt seine höhere Musikbildung in Italien und kam 1790 nach Wien, wo er sich mit der damals sehr beliebten Sängerin Irene Tomeoni verheirathete und eine Anstellung als k. k. Hoftheater-Compositeur erhielt. Als solcher starb er zu Wien am 28. Juni 1798 und liegt auf dem St. Marxer Friedhof beerdigt. Von seinen Opern sind zu nennen: »Antigono ed Enone«, »Il trionfo d'amore«, »Nannerina e Pandolfino, ossia gli sposi in cimento«, »Gli accidenti della villa« und »La superba corretta«; von seinen Balletmusiken: »I Curlandesi«, »Maggia contra maggia«, »Arminio«, »Die Freiwilligen«, »Der Jahrmarkt«, »Die Macht des schönen Geschlechts«. Ausserdem sind noch von ihm Violin-Duette und Concerte, Trios, Gesänge u. s. w. vorhanden.
7Dutka oder Schweran, s. Duda.
9Duval, Edmond, französischer Violoncellist und Musikforscher von zweifelhafter Bedeutung, wurde am 22. August 1809 zu Enghien im Hennegau geboren, erhielt den ersten Musikunterricht in seiner Geburtsstadt und trat 1828 in das Pariser Conservatorium, wo Vaslin im Violoncellospiel, Boilly im Contrapunkt und Millault seine Lehrer wurden. Nebenbei versah er die Stelle eines ersten Violoncellisten im Orchester des Odeon-Theaters. Auf Antrag seiner Lehrer Vaslin und Fétis wurde er wegen Unpünktlichkeit 1832 vom Conservatorium verwiesen und kehrte in seine Vaterstadt zurück. Dort beschäftigte er sich, auf Anregung des Abbé Janssen, näher mit dem Kirchengesange (plain-chant) und erhielt in Folge dessen sogar vom Erzbischof von Mecheln den Auftrag, die Kirchengesangbücher der Diöcese zu revidiren und zu reformiren. Behufs gehörig er Vorarbeiten dazu wurden D. die Mittel zu einer Reise nach Rom verabfolgt.

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