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Scan 50
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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11733) und sechs Violin-Soli (Paris, 1733). Ausserdem hat er noch Sinfonien für Orchester geschrieben.
3Czartoryska, Marcelline, geborene Prinzessin von Radziwill, eine ausgezeichnete Pianistin und eifrige Kunstfreundin, geboren 1826, lebte anfangs in Wien, wo sie Schülerin Czerny's war, seit 1848 jedoch in Paris, wo sie mit den vorzüglichsten Tonkünstlern des Tages, wie besonders Chopin, Heller u. s. w., theils als Beschützerin, theils als Freundin in Verbindung stand.
5Czászár, Georg, s. Kaiser.
6Czeck, Franz Xaver, s. Čech.
8Czerny, Karl, berühmter Musikpädagog und fruchtbarer Pianofortecomponist, wurde am 21. Febr. 1791 in Wien zwar geboren, war aber böhmischer Abstammung, wie man seinem stark czechischen Accente auch sogleich anhörte. Er vermochte kaum die Finger zu regen, als sein Vater, Wenzel C. (s. d.), ihn schon auf dem Klavier zu unterrichten begann, um ihn alsbald in die Meisterwerke S. Bach's, Mozart's, Clementi's u. s. w., so wie in die theoretischen Schriften eines Kirnberger, Albrechtsberger u. s. w. einzuführen; später gab ihm L. van Beethoven einigen Musikunterricht. Gleichfalls zum Klavierlehrer bestimmt, begann C. seine Tätigkeit in diesem Berufe bereits im J. 1805, also in seinem 14. Lebensjahre, und wurde nach und nach so gesucht als Musiklehrer, dass er seine ganze Tageszeit dem Unterrichte widmen musste. Abends componirte er fleissig. Er war unverheirathet, hatte weder Geschwister noch Verwandte und wickelte so allein sein Leben mit der grössten Regelmaessigkeit ab. Seine Mühe aber wurde durch reichliche Erfolge belohnt; denn nicht leicht hat ein Lehrer eine Reihe so ausgezeichneter Schüler aufzuweisen, wie C.; wir nennen von diesen blos Dr. F. Liszt (1818—1821), Theod. Döhler, Mad. Belleville-Oury, S. Thalberg, A. Jaell, L. v. Meyer, R. v. Vivenot, Königin Victoria u. s. w. Im J. 1827 traf ihn ein doppelter Verlust: er verlor durch den Tod seinen Lehrer und Freund L. van Beethoven und seine Mutter, im J. 1832 seinen Vater. Bis zum J. 1835 setzte C. seine Beschäftigung mit Unterrichtgeben fort; seit dieser Zeit aber übernahm er nur selten und nur solche Schüler, deren Talent Bedeutendes versprach. Im J. 1836 machte er eine Erholungsreise nach Leipzig, im J. 1837 nach London und Paris, im J. 1846 nach der Lombardei und verliess seit dem J. 1846 Wien nicht mehr. C., dessen erstes Werk, Concertante-Variationen für Klavier und Violine über ein Thema von Krumpholz, im J. 1804 (nicht 1818) erschien, brachte es auf eine Anzahl von Klaviercompositionen, deren sich kein zweiter Componist je rühmen konnte. Sein zuletzt bei Spina in Wien erschienenes Werk: »32 Exercitien« trägt die Opuszahl 848. Trotzdem gibt die hohe Ziffer an sich noch immer keine Vorstellung von C.'s Production, da nicht alle seine Werke mit Opuszahlen bezeichnet, seine zahlreichen Arrangements aller Sinfonien Beethoven's und der besten von J. Haydn, Mozart, L. Spohr, der bedeutendsten Oratorien älterer und neuerer Meister gar nicht mit gezählt und überdies sehr viele seiner Werke so umfassend sind, dass sie recht gut wieder 10 bis 15 Werke abgeben können. Die letzten Compositionen, die man auf C.'s Arbeitstische fand, sind ein Oratorium und eine vierhändige Klaviersonate; das Manuscript trug das Datum Ende Juni 1857. C. war zu dieser Zeit bereits überaus leidend; eine Gichtgeschwulst zeigte sich ursprünglich nur an einem Arme und warf sich dann tödtlich auf den ganzen Körper so, dass er am 15. Juli 1857 der Krankheit unterlag. Man kann seine Compositionen in drei Classen eintheilen: a. in jene, die zur Ausbildung der Schüler bestimmt sind; b. in brillante und elegante, der herrschenden Mode huldigende Klaviercompositionen mit und ohne Begleitung; c. in solche, worin ein ernster Styl vorzugsweise berücksichtigt ist. Sein unbestreitbares Verdienst liegt in dem pädagogischen Theil seiner Arbeiten. Selbst ein tüchtiger Klavierspieler, kannte er die Technik dieses Instrumentes genau; seine reiche Erfahrung als Lehrer, vereint mit seinem grossen musikpädagogischen Talente, setzten ihn in die Lage, mit seinen Klavierschulen und Uebungen einem wirklichen Bedürfnisse so vortrefflich abzuhalten, dass in der ganzen Klavier spielenden Welt ein Unterricht ohne C. kaum denkbar ward. Berühmt ist seine »Schule der Geläufigkeit« und seine Ausgabe des »Wohltemperirten Klaviers«. Die Werke dagegen, mit
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