Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870

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1damaligen Erzbischof eingeladen wurde, verliebte er sich in eine hochgeborene Dame, die seine Liebe nicht erwiederte, und das war die erste Wunde seines Herzens. Indess gab ihm die Dame doch eine unbestimmte Hoffnung und Č. zog sich nach Izsip (Zempliner Comitat) zurück, wo er bei Joh. v. Noly vier Jahre lebte und seine schönsten Compositionen schuf. Nach Verlauf dieser vier Jahre näherte er sich wieder der Dame, wurde aber entschieden zurückgewiesen. Dieser Schlag traf ihn fürchterlich; er wurde melancholisch und endlich wahnsinnig. In diesem Zustande irrte er von Dorf zu Dorf und schrieb bald da, bald dort schöne ungarische Weisen, die aber grösstentheils verloren gingen. Oft wurde er bei dem berühmten Componisten Růžička in Veszprim gesehen, wo er im Kreise seiner Angehörigen nach schweren Leiden am 25. Octbr. 1822 starb. Als Ursache seines Wahnsinns wird auch die Rivalität mit dem Zigeuner Bihari (s. d.) angegeben, was aber nicht begründet ist. Graf Steph. Fay und der Musikkenner Andreas Fay erkennen in Č.’s Tonschöpfungen eben so viel classische Tiefe als ursprünglichen Genius. Die Ungarn nennen ihn ihren Beethoven. Graf Dessewffy äusserte sich, als er Č. einst beim Grafen Fay spielen hörte: »Ich habe Rode in Paris gehört, aber einen solchen Strich hatte er nicht«.
3Čermák, Anton, Organist, geboren im J. 1750 in Böhmen, studirte Humaniora und Philosophie in Prag, wo er auch unter Seger den Generalbass und Contrapunkt lernte. Später substituirte er die Organistenstelle an der Hybernerkirche in Prag, wo er die Vollkommenheit in der Begleitung des Choralgesanges erreichte. Dann war er Organist an der St. Heinrichs- und Mariaschnee-Kirche und zuletzt bei den Kreuzherren. Er spielte vortrefflich seine Orgelconzerte und führte seine Präludien und andere Themata meisterhaft durch. Er starb im April 1803 in Prag.
5Čermák, J., Violoncellvirtuose, geboren um das Jahr 1710 in Böhmen, begab sich nach Warschau, wo er noch im J. 1790 in einem sehr hohen Alter lebte. Nach dem Zeugnisse des berühmten Joseph Fiala, der ihn in Warschau spielen hörte, war seine Spielart echt künstlerisch und sein Vortrag des Adagio meisterhaft. Seine Concerte für Violoncell, deren er viele schrieb, erfreuten sich stets des enthusiastischen Beifalls. Wann er gestorben, ist unbekannt.
7Čermák, Joseph, Componist, geboren am 3. Febr. 1794 in Hořovic, erhielt den ersten Musikunterricht von Slavík und kam um das Jahr 1804 nach Prag, um daselbst zu studiren. Nach Absolvirung der Philosophie studirte er Theologie, die er aber verliess. Im J. 1851 wurde er zum Chordirector bei den Elisabethinerinnen ernannt. In seiner Jugend (1821) componirte er einige böhmische Lieder, die auch im Druck erschienen sind.
9Čermák (Czermak), Wilhelmine, Pianofortevirtuosin, geboren im J. 1845 in Prag, ist die Tochter eines Prager Bürgers, Joh. Č., lernte frühzeitig Musik in dem rühmlichst bekannten Piano-Lehrinstitute von Jos. Proksch, wo sie in vier Jahren ausserordentliche Fortschritte im Pianofortespiel machte. Dann wurde sie von Alex. Dreyschock im höheren Klavierspiel unterwiesen und bildete sich so zu einer eminenten Pianistin heran. Sie trat im J. 1860 zum ersten Male öffentlich in Prag auf und erntete den grössten Beifall; im J. 1863 conzertirte sie in Marienbad, im J. 1864 im übrigen Deutschland, namentlich in Kissingen, Schwalbach, Baden-Baden, Wiesbaden, und im J. 1865 und 1867 in Paris, wo sie überall Aufsehen erregte. Ueber ihr Spiel äusserte sich der Prager Musikkritiker Fr. Michl, wie folgt: »Ihr Spiel ist von einer staunenswerthen feinen Grazie, und ich glaube nicht zu weit zu gehen, wenn ich sage: Wilhelmine Č. lebt in Tönen, darum leben ihre Töne; denn was in Tönen wahrhafte Existenz gewinnen kann, das ist dieser Künstlerin zugängig: das Starke, das ruhig Grosse, wie das zierlich Leichte, das launig Tändelnde, der Sturm der Leidenschaften, wie die weichste Klage des Herzens«. Č. lebt in Prag und ist als Künstlerin bescheiden und liebenswürdig.
11Černohorský, Bohuslav, böhmischer Contrapunktist, geboren in Nymburg, trat nach Absolvirung der philosophischen Studien in den Minoriten-Orden in Prag und begab sich dann nach Italien, wo er zum Magister der Musik und Chorregent in der Ordenskirche bei St. Anna zu Padua ernannt wurde. Zu Assisi, wo er als Orga-

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