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Scan 541
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1mezzo »Il re de’ Mori« zu Rom mit von ihm dazu gelieferter Musik zur Aufführung; die Musik gefiel, jedoch das Stück nicht.
3Fiore ist der Name einiger von den hervorragenderen italienischen Tonkünstlern. Der älteste, ein Contrapunktist, dessen Aufenthaltsort wie Vorname unbekannt, hat sein Andenken nur durch »Motetti a 4 voci« (Lugduni, 1532) erhalten, welches Werk sich in der königl. Bibliothek zu München befindet. — Angelo Maria F. lebte zu Turin ums Jahr 1700 und wird von Hawkins als einer der besten Violoncellisten der damaligen Zeit bezeichnet. Von demselben sind als op. 1 16 Violoncello-Soli unter dem Titel »Trattenimenti da Camera« 1701 bei Roger in Amsterdam erschienen. — Stefano Andrea F., aus Mailand gebürtig, lebte ums Jahr 1726 als königl. sardinischer Kapellmeister und Mitglied der philharmonischen Academie zu Turin, und wurde von Quantz damals zu den guten Kirchencomponisten Italiens gezählt. Von seinen Werken sind erhalten: »XII Sonate da Chiesa a 2 Viol., Vcllo. e Basso contin. op. 1«, welche Walther künstlich nennt, ferner »Il pentimento generoso«, Opera (1719) und endlich »Cantata a voce sola: Tortorelle imprigionate etc. con Cemb.« (im Manuscript). Letztgenanntes Werk befindet sich im fürstl. Sondershausen’schen Schlossarchiv.
5Fioretta oder Fioritura (ital.), die Ausschmückung eines Gesanges durch Auflösung melodischer Hauptnoten in eine grössere oder geringere Anzahl an Gesammtwerth ihnen gleichgeltender kleinerer Noten. S. Figur. Irrthümlicher Weise wird mitunter Fioritur geradezu für Coloratur gebraucht.—Canto fiorito, Contrappunto fiorito, ein mit Diminutionen ausgeschmückter Gesang oder Contrapunkt. Ebenso Cadenza fiorita u. s. w.
7Fiorillo, Ignazio, geschickter italienischer Componist, geboren am 11. Mai 1715 zu Neapel, erlangte seine musikalische Ausbildung bei den Meistern Leo und Durante und machte sich schon frühzeitig durch Composition von Opern (»Artamene«, »Demofoonte«, »Il vincitor di se stesso«, »Mandane« u. s. w.) in seinem Vaterlande bekannt, so dass er 1752 einen Ruf als Kapellmeister nach Braunschweig erhielt, wo er namentlich durch seine Musikbegleitungen zu den berühmten Nicolini’schen Pantomimen zu grossem Rufe kam. Es wird übrigens, jedoch ohne schlagende Beweise behauptet, diese Arbeit stamme von einem Zeitgenossen und Landsmann F.’s, dem Violinvirtuosen Fiorelli her, von dessen Leben und Werken nichts weiter bekannt ist, als dass ein ungedruckt gebliebenes Violinconcert existieren soll. Ebenfalls in der Stellung eines Kapellmeisters wirkte F. von 1762 bis 1780 in Cassel, worauf er pensionirt wurde und im Juni 1787 zu Fritzlar bei Cassel starb. Was er in Cassel geschrieben, befindet sich auf der dortigen Bibliothek, nämlich die Partituren der Opern »Artaserse«, »Andromeda«, »Diana ed Endimione« und »Nitetti«, sowie Messen, ein Requiem, Psalme, drei Tedeen, zwei Miserere und zwei Magnificat. Auserdem war F. der Componist mehrerer Ballets und zahlreicher Gesangscenen für die berühmte Contr’altistin Morelli. Alle seine bekannt gebliebenen Werke zeigen den Styl und die Manieren Hasse’s. — Zu wirklicher Berühmtheit brachte es sein Sohn Federigo F., geboren 1753 zu Braunschweig, der anfangs auf der Mandoline, später auf der Violine als Virtuose glänzte. Auf einer Kunstreise, die er 1780 durch Polen und Russland unternahm, liess er sich bis 1785 in Riga als Musikdirektor fesseln, worauf er nach Paris ging, concertirte und viele Compositionen veröffentlichte. Nach zwei- bis dreijährigem Aufenthalte in Paris siedelte er nach London über, wo er 1794 zum letzten Male vor die Oeffentlichkeit trat und dann nichts weiter von sich hören liess. Erst 1823 erschien er abermals, aber als Patient des Chirurgen Dubois in Paris; bald darauf mag er in London gestorben sein. Seine zahlreichen Compositionen bestehen in Violinconcerten, Duos, Trios, Quartetten und Quintetten für Streichinstrumente (auch für Blaseinstrumente), concertirenden Sinfonien, Sonaten für Violine und Clavier, für Clavier allein u. s. w., Alles veraltet und vergessen mit alleiniger Ausnahme seiner unvergleichlichen Studien und Etüden für Violine, die neuerdings noch Ferd. David in einer revidirten Ausgabe dem Studium aller Violinisten empfohlen hat.
9Fiorini, Ippolito, trefflicher italienischer Tonsetzer der älteren Zeit, ge-
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