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Scan 73
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1jedoch diese Unternehmung bald ein, und D. lebte seitdem harmlos und still als Musiklehrer und Orchestergeiger in Paris. Während der Invasion der Deutschen Heere 1870—1871 beteiligte er sich als Journalist an der Revolution und wurde nach Auber’s Ableben, Mitte Mai 1871, von der Commune zu dessen Nachfolger als Direktor des Conservatoriums ernannt. D. bekleidete diese Stellung, der er selbst unter günstigen Verhältnissen nicht gewachsen gewesen sein würde, nur wenige Tage. Bei der Einnahme der Stadt durch die Versailler Truppen wurde er von der rachsüchtigen Soldatesca in seiner Wohnung, in der Rue Jacob, aufgesucht und, angeblich weil er Widerstand leistete, niedergestossen. Er starb von Wunden bedeckt am 29. Mai 1871. Die Angabe, dass er auf der Barrikade kämpfend gefallen sei, ist ebenso unrichtig, wie die damalige Zeitungsnachricht, dass der Nachfolger Auber’s Friseur gewesen sei.
3Danielis, deutscher Tonkünstler, als Capellmeister zu Güstrow angestellt, lebte um 1670.
5Danjou, Jean Louis Felicien, französischer Tonkünstler und Musikgelehrter, geboren am 21. Juni 1812 zu Paris, wandte sich der Musik erst um 1828, aber mit solchem Eifer zu, dass er bereits 1830 Organist bei den Blancs-manteaux wurde, 1834 an der Kirche St. Eustache und 1840 an Notredame. Neben seinen Amtsgeschäften beschäftigte er sich angelegentlichst mit der Reform des französischen Kirchengesangs und Orgelbaues, machte für diese Zwecke viele Reisen und kostspielige Versuche und gründete sogar, nachdem er eine Schrift »De l’état et de l’avenir du chant ecclésiastique en France« (Paris, 1844) veröffentlicht hatte, ein eigenes periodisches Organ, betitelt: »Revue de la musique religieuse populaire et classique«. Die Gleichgültigkeit und der Widerstand der Organisten, Geistlichen und des Publikums hemmte das Weitererscheinen dieser Zeitung und dazu kam noch, dass D. durch die Revolution von 1848 den Rest seines Vermögens verlor. Gänzlich entmutiglt zog sich D. erst nach Marseille, dann nach Montpellier zurück und beschäftigte sich, als er endlich wieder nach Paris zurückgekehrt war, ausschliesslich mit Telegraphie. — Seine zahlreichen Artikel in obengenannter Revue, in der Gazette musicale de Paris, im Dictionnaire de la conversation und in der Encyclopédie du XIX. siècle zeugen von den trefflichsten Kenntnissen, namentlich in musikhistorischer und bibliographischer Hinsicht. Herausgegeben hat er ausserdem Messen und andere Kirchenstücke, sowie folgende Sammlungen: »Chants sacrés de l’office divin« (Paris, 1834), »Recueil de tous les plain-chants du rit parisien en faux bourdon à quatre voix« (8 Bde., Paris, 1835), »Répertoire de musique religieuse« (3 Bde., 1835) etc.
7Dann, deutscher Componist, dessen Name aber nur noch durch drei Sonaten für Violine und Clavier (Heilbronn, 1797) bekannt ist.
9Danneley, John Feltham, englischer Organist, Musiklehrer und musikalischer Schriftsteller, geboren 1786 zu Oakingham in Berkshire als Sohn eines Vorsängers im Kirchenchor zu Windsor. Sein Vater unterrichtete ihn im Clavier- und Orgelspiel, Samuel Webbe in der Composition. Durch Zufall um die ihm zugesicherte reiche Erbschaft seines Onkels gebracht, warf er sich um so eifriger auf die Musik, die er bereits aufgegeben hatte und nahm u. A. noch bei Wölfl Clavierunterricht. Als Musiklehrer ging er hierauf nach Ipswich, wo er in der Folge auch Organist wurde. Sein Lerneifer trieb ihn 1816 nach Paris, um bei Reicha Composition, bei Pradher das höhere Clavierspiel zu studiren. Dann erst liess er sich in London dauernd nieder, wo er bis zu seinem Tode im J. 1836 als Musiklehrer wirkte. Ausser einigen leichten Clavier- und Gesangstücken veröffentlichte er eine »Encyclopädie oder musikalisches Wörterbuch« (London, 1825), ein sehr oberflächlich und leichtfertig zusammengestelltes Werk, und eine »Musikalische Grammatik« (London, 1826), die aber nur die Anfangsgründe der Musik behandelt.
11Danner, Christian, ein rühmlichst bekannter deutscher Violinist, geboren 1745 zu Mannheim, war der Sohn und Schüler des kurpfälzischen Hofmusikers Georg Danner und trat 1761 gleichfalls in die kurfürstliche Kapelle, mit welcher auch Vater und Sohn 1778 mit nach München übersiedelten. Im J. 1783
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