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Scan 74
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1870
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1wurde D. als herzogl. Concertmeister nach Zweibrücken berufen und ging in gleicher Eigenschaft 1792 nach Karlsruhe, wo er 1816 starb. Sein Vater, den er zu sich genommen hatte, war bereits im J. 1800 verschieden. D.'s ausgezeichnetster Schüler war der berühmte Violinist Friedr. Eck. — In den Druck gelangten von D.'s compositorischen Arbeiten Solostücke für Violine und Violinduette; ein Violinconcert in Fdur, das man als sein Meisterwerk pries, blieb, wie viele andere seiner Compositonen, Manuscript.
3Dannström, Johann, schwedischer Gesangcomponist, der in Stockholm als Gesanglehrer lebt, hat Operetten, Singspiele und namentlich zahlreiche gemüthvolle, innig empfundene Lieder geschrieben, die in Schweden nächst den Lindbladschen zu den verbreitetsten und populärsten der neueren Zeit gehören.
5Danysz, Kasimir, sehr begabter junger Componist der neuesten Zeit, geboren am 24. März 1840 zu Posen, wo er auch seine wissenschaftlichen und ersten musikalischen Studien machte. Im J. 1861 trat er in das von A. W. Bach geleitete Kirchenmusik-Institut zu Berlin, in dem er drei Jahre verblieb, worauf er 2 1/2 Jahre lang Schüler der Akademie und Ed. Grell's war. Zu gleicher Zeit benutzte er den Privatunterricht Löschhorn's im Clavierspiel und Flod. Geyer's in der Composition. Als Componist trat er 1869 und 1870 mit Clavierstücken, ein- und mehrstimmigen Gesängen hervor, die eine anziehende und selbstständige Erfindungsgabe und gute Arbeit verrathen. D., von dem noch Bedeutendes zu hoffen ist, lebt gegenwärtig als Musiklehrer und Dirigent eines Dilettanten-Orchestervereins sowie eines Gesangvereins zu Berlin.
7Danzel, John, ein englischer Baccalaureus der Musik, der um 1604 als Organist und Musikdirektor an der heil. Geistkirche zu Oxford angestellt war. In der musikalischen Literatur ist er bekannt durch seine »Songs for the Lute, Viol and Voice« (London, 1606).
9Danzi, sehr geschickter und fruchtbarer deutscher Componist, geboren am 15. Mai 1763 zu Mannheim (nicht zu Schwetzingen), war der Sohn des kurpfälzischen Hofmusikers und Violoncellisten Innocenz D. Dieser bildete ihn von früh auf gründlich in der Musik aus, wie in der Elementarlehre im Allgemeinen, so im Singen, Clavier- und Violoncellospiel speciell. Auf letzterem Instrumente zunächst erlangte er eine solche Fertigkeit, dass er schon in seinem 15. Jahre in die kurfürstliche Hofkapelle gezogen wurde. Bereits damals hatte er auch verschiedene Tonsätze geschrieben, die allgemein als talentvoll anerkannt wurden. Doch kam es zu einem geregelten Unterricht in der Compositionslehre erst, als der Aufenthalt des Abt Vogler in Mannheim, später in München dem jungen D. die erwünschte Gelegenheit darbot, bei einem anerkannten Meister studiren zu können. Unter den Hofmusikern, welche die kurfürstl. Kapelle bei deren Uebersiedelung nach München, im J. 1778, nicht verliessen, befand sich auch D., auf dessen Weiterbildung das grossartigere und anregende Kunstleben der bairischen Hauptstadt höchst vortheilhaft einwirkte. In Folge dessen trat er mit grösseren und umfangreichen Werken als Componist in die Oeffentlichkeit, namentlich mit Opern und Singspielen, wie: der »Sylphe«, »Azakia«, »der Triumph der Treue«, die zwar grosse Anerkennung fanden, sich aber auf der Bühne nicht zu behaupten vermochten. Auch drei andere Opern: »der Kuss«, die »Mitternachtsstunde« und »Iphigenia« gefielen sehr, ohne nachhaltigen Erfolg zu haben. Treffliche Stücke sind in allen diesen Partituren enthalten, ausdrucksvoll und gesangreich sind sie sämmtlich, und es tritt namentlich eine richtige und sorgsame Behandlung des Textes hervor; aber es fehlt ihnen der Glanz origineller, selbstständiger Erfindung, die Schärfe in der Zeichnung der Charaktere, wie sie bei Gluck und Mozart vorwaltet, und die Genialität der Ausarbeitung. Nach einem mehrjährigen Urlaube, den er zu Kunstreisen mit seiner Gattin, der geistreichen und seelenvollen Sängerin Margarethe D., benutzte, kehrte D. ruhmgekrönt als Virtuose und Dirigent nach München zurück, und er wurde 1797 zum Vice-Hofkapellmeister ernannt. Der Tod seiner Gattin, am 11. Juni 1800, der auch die ganze damalige Kunstwelt schmerzlich berührte, beugte ihn tief nieder und verleidete ihm den Aufenthalt an einem Orte,
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