Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 116

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872

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1zu übermitteln vermag, ist zu gering, um in irgend einer Entfernung gehört werden zu können, deshalb bedürfen alle Saiteninstrumente mittönender Apparate, die die Luft in tönende Schwingungen versetzen. Diese Apparate sind die grossen mit den Saiten verbundenen sehr dünnen Körper, die zwischen sich einen Luftkörper mehr oder weniger abgrenzen (s. Resonanzkasten). Von der Anordnung und der Qualität der Resonanzkastentheile nun und dem Verhältniss derselben zum eingeschlossenen Luftkörper hängt die mehr oder minder gute Tonwirkung der Saiteninstrumente überhaupt, wie die der B. insbesondere ab. Die grösstmögliche Multiplikation der Tonkraft kann nur durch eine beinahe gleichzeitige gleiche Wirkung auf die Aussenluft von einer Fläche aus geschehen. Ist nun eine Saite so mit einem dünnen Körper aus Tannenholz in Verbindung gebracht, dass deren tönende Vibrationen sich demselben mittheilen, so ist die beinahe gleichzeitige Wirkung der Saite und des Holzkörpers, weil dieser den Ton am schnellsten fortpflanzt, erreicht. Erfahrungen haben gelehrt, dass sich diese Wirkung, wenn mehrere solche dünne Holzkörper zu einem Kasten eng verbunden werden, steigert, welche Steigerung nicht allein in der Verschiedenheit der Grössen der einzelnen verbundenen Körper und der diesen eigenen Tonfortpflanzung ihren Grund hat, sondern auch in dem Verhältnisse des Eigentones besonders der grösseren derselben zu dem des eingeschlossenen Luftkörpers. Selbst eine gleichzeitige Verschiedenheit der Tonfortpflanzung, durch die Bestandtheile des Resonanzkastens bewirkt, scheint der besten Tonwirkung nothwendig, und zwar eine solche, die dem Schwingungsverhältniss der Töne überhaupt ähnlich ist. Hierin findet die bei den B.n befolgte Praxis, den Boden aus Ahorn- und die Decke aus Tannenholz zu fertigen, ihre Begründung; der Ton pflanzt sich nämlich in den beiden Holzarten im Verhältniss von 2:3 fort. Betrachten wir die Verhältnisse der Schallkasten bei den B.n zu einander, so wie die der tongebenden Saiten und vergleichen diese mit den Verhältnissen der akustischen Gesetze der Töne, welche in der abendländischen Musik als anwendbare betrachtet werden, so offenbart sich in vielen eine Gleichheit, die nicht ohne inneren Zusammenhang mit der Resonanz sein kann, aber bis jetzt mit Klarheit von der Wissenschaft noch nicht erkannt ist. Vergleichen wir z. B. die geometrisch ähnlichen Schallkasten der B., so zeigen dieselben in ihren linearen Ausdehnungen ein Verhältniss, das dem akustischen Gesetze: die Quadrate der Schwingungszahlen verhalten sich umgekehrt wie die dritten Potenzen der Saitenlängen, entspricht. Vergrössert man somit die Länge, Dicke und Spannung einer Saite auf das Vierfache, so sinkt die Schwingungszahl auf ein Achtel der anfänglichen Grösse, also der Ton um drei Octaven herab. Die Tonlage der Viola ist um eine Quinte tiefer als die der Violine, das Violoncell steht eine und der Contrabass nahe zwei Octaven tiefer als die Viola. Berechnet man hiernach von der Saitenlänge der Violine ausgehend: Violine 34; Viola 36,8; Violoncell 65,6 und Contrabass 107,2 Centimeter die der drei anderen B., so findet man: 41,4 Centimeter für die Viola; 66,9 für das Violoncell und 104,6 für den Contrabass. Wie man sieht, weicht nur die Viola merklich von den so gefundenen Verhältnissen ab, und es ist offenbar die Mensur derselben des Fingersatzes halber verkürzt, wodurch die Tiefe fast allein durch das grössere Gewicht der Saiten herausgebracht ist. Die Länge der Resonanzräume dieser Instrumente: Violine 34; Viola 37,7; Violoncell 72 und der Contrabass 103,7 Centimeter, sind in der That den eigentlichen Tonverhältnissen ihrer Tonreiche zwar nicht entsprechend, sonst müssten sie: 34; 51; 102 und 204 Centimeter betragen, allein die Instrumentbauer haben die Stimmung des Resonanzapparates durch Erhöhung des Kastens, Verstärkung der Bretter u. s. w., also in anderer Weise, nahezu zu erreichen gestrebt, da der Gebrauch eine Aenderung forderte. — Man sieht aus diesen Auslassungen zwar, wie wenig uns die Wissenschaft die Irrwege der Resonanz zu beleuchten vermag, aber auch zugleich, wie dieselbe doch schon hier Wege ahnend anzudeuten vermag, die wenigstens auf eine hellere Ferne zu führen scheinen.
3C. Billert.
5Bogenklavier, Nürnbergisches Geigenwerk, Klaviergambe, Geigenklaviercymbel, Bogenflügel, Gambenflügel und Xänorphica hiess nach einander eine dem Flügel mehr oder weniger ähnliche Art Instrumente, die von Cla-

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