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Scan 179
Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872
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1damals unter der trefflichen Leitung des Professor Fröhlich stand, erhielt er seine Ausbildung, und zeichnete sich schon früh als Violinspieler, später aber in anerkannter Weise als Violoncellist aus. Da er es jedoch verschmähte, als Virtuose auf Kunstreisen sich Lorbeeren zu sammeln, so blieb sein bedeutender Ruf, namentlich als fertiger und gediegener Violoncellspieler, auf Würzburg und die nächste Umgebung beschränkt. Im J. 1840 wurde er zum Dirigenten und 1858, nach dem Tode Fröhlich’s, zum Director der Musikschule ernannt, welche unter seiner Leitung sich eine Achtung gebietende Bedeutung weithin erworben hat. B. ist ein eben so ausgezeichneter Lehrer und Musikpädagog als Theoretiker. Als Componist hat er sich durch Kirchenstücke, Chöre und gute Lieder vortheilhaft bekannt gemacht.
3Bratsche, Name der Altgeige oder Viola, welcher Name aus der italienischen Benennung des Instrumentes Viola da braccia, d. i. Armgeige, entstanden ist. Die Beschreibung der B. s. unter Altviole und Viola.
5Brauchle, Joseph Xaver, ein Tonkünstler, welcher aus Bayern gebürtig war und um 1820 in Wien, um 1830 in München lebte, wo er auch gestorben zu sein scheint. Seine Gattin hatte den Ruf einer trefflichen Harfenspielerin.
7Brauer, Christian, Musikdirector in Chemnitz, gab 1845 Gesänge und einen Leitfaden beim Gesangunterricht heraus.
9Brauer, Friedrich, geboren den 25. Septbr. 1806 in Stössen, lebt seit 1846 als Organist und Musiklehrer in Naumburg. Von seinen Arbeiten erschienen Orgelvorspiele und Compositionen für Orgel und Klavier, von denen besonders die instructiven, auf den Jugendunterricht berechneten Stücke werthvoll sind. Ausserdem gab er eine praktische Elementar-Pianoforteschule und eine umfangreiche neue Klavier-Elementarschule heraus.
11Braun, eine ziemlich verzweigte, in fast allen ihren Gliedern rühmlich bekannte deutsche Musikerfamilie, die von Anton B., Violinist der landgräflichen Kapelle zu Kassel, geboren den 6. Febr. 1726 zu Kassel und gestorben um 1790 ebendaselbst, abstammte. Derselbe hatte folgende Kinder: 1) Johann B., Violinvirtuose und Konzertmeister der Königin von Preussen (Gemahlin Friedrich Wilhelm’s II.), geboren zu Kassel am 28. August 1753. Den ersten Musikunterricht, besonders auf der Violine, erhielt er von seinem Vater, vervollkommnete sich später unter Posch in Braunschweig und studirte an letzterem Orte unter Schwanenberg Theorie der Musik und Composition. Nachdem er einige Kunstreisen unternommen hatte, wurde er als erster Violinist in der landgräflichen Kapelle in Kassel angestellt, welche Stellung er, nach Auflösung dieses Instituts, 1788 mit der eines Konzertmeisters der Königin von Preussen in Berlin vertauschte. In dieser Eigenschaft veranstaltete er, von tüchtigen mitwirkenden Kräften unterstützt, im Saale des Gasthofs zur Stadt Paris rühmlichst bekannt gewordene Conzerte. Seine Compositionen hatten einen guten Ruf; es waren gegen 30 Violinconzerte, Conzerte für Horn, Fagott, Violoncell, Flöte, 13 Doppelconzerte für zwei Hörner, Trios, Duos aller Art, Sinfonien, Harmoniemusiken, Lieder, Tänze u. s. w., so wie eine Balletmusik zu »Les bergers de Cythère«. Er starb 1795 mit dem Namen eines ausgezeichneten Violinisten. — 2) Johann Friedrich B., geboren zu Kassel am 15. Septbr. 1759, ein vorzüglicher Oboebläser, war anfangs Schüler des landgräflichen Kammermusikers Barth, sodann Besozzi’s in Dresden, zu dem ihn der Landgraf auf seine Kosten geschickt hatte. Er wurde in der herzogl. mecklenburg-schwerin’schen Kapelle als erster Oboist angestellt und starb am 15. Septbr. 1824 zu Ludwigslust. Seine Söhne, Karl Anton Philipp B. und Wilhelm B., waren Schüler ihres Vaters und ebenfalls bedeutende Oboevirtuosen. Ersterer, geboren 1788 zu Ludwigslust, war seit 1807 Hofmusiker in der königl. Kapelle zu Kopenhagen; Letzterer, geboren 1791, war seit 1809 in der königl. Kapelle zu Berlin und seit 1825 in der grossherzogl. mecklenburg-schwerin’schen Hofkapelle in Ludwigslust angestellt. Im J. 1831 ging er als Mitglied des Orchesters der Philharmonischen Gesellschaft nach Stockholm. Beide Brüder waren auch gute Componisten und haben Orchesterwerke, Kammermusiksachen und Lieder, Wilhelm B. auch einige schriftstellerische Aufsätze über sein Instrument veröffentlicht. Ihre Mutter, geborene Kunzen, Schwester des Ka-
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