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Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872
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1Brettgeige, Stockgeige, Taschengeige, Sackvioline u. s. w. (französisch: Poche oder Pochette), nannte man im vorigen Jahrhundert eine oft von Tanzmeistern bei ihren Lectionen gebrauchte, sehr kleine Violine, deren Stimmung eine Quarte höher war, als die der gewöhnlichen Geige. Dass der Schallkasten in dieser Grösse nur die Dicke eines etwas starken Brettes zu haben brauchte, mag die Veranlassung zu der Benennung B. gegeben haben; die anderen deutschen Benennungen hingegen deuten auf die Art hin, wie man gewöhnlich dies Instrument transportirte. Dass die B., wie Schilling in seinem »Universal-Lexikon der Tonkunst« (Stuttgart, 1840) behauptet: »aus einem Brett bestand, welches nach oben hin etwas spitzer als die gewöhnliche Geige zulief und nur etwas kleiner gewesen sei«, ist zu bezweifeln. Jetzt führt man dies Instrument unter dem Namen Halb- oder Viertel-Violine, und lässt oft Kindern, die eine grosse Geige noch nicht beherrschen können, auf diesem den ersten Unterricht ertheilen; seltener, aber doch noch zuweilen, wenden dasselbe die Tanzlehrer in ihren Lectionen an.
3Bretzner, Christoph Friedrich, bekannter Lust- und Singspieldichter, wurde am 10. Septbr. 1748 zu Leipzig geboren, wo er als pünktlicher, redlicher Geschäftsmann angesehen, als angenehmer Gesellschafter beliebt, bis zu seinem Tode, am 31. Aug. 1807, Mitinhaber einer kaufmännischen Handlung war. Sein urwüchsiges komisches Talent, dem allerdings die Verfeinerung abging, spricht sich sehr liebenswürdig in seinem berühmten, für Joh. André geschriebenen Singspiele »Belmonte und Constanze oder Die Entführung aus dem Serail« (1780) aus, welches durch Mozart’s Musik populär und unsterblich geworden ist. Auch bearbeitete er frei nach Così fan tutte: »Die Weibertreue oder Die Mädchen sind von Flandern« (Leipzig, 1794). Gesammelt erschienen von ihm Schauspiele (2 Bde., Leipzig, 1792 bis 1796) und Singspiele (Leipzig, 1796).
5Breuer, Bernhard, Musikalienhändler in Köln, dabei aber zugleich ein ausgezeichneter Violoncellist und Componist, wurde im J. 1808 zu Köln geboren und schon frühzeitig von seinem Grossvater, der Musikdirector war, auf dem Violoncell und in der Theorie der Musik unterrichtet. Er absolvirte in seiner Vaterstadt das Gymnasium, ging 1828 zu weiterer musikalischer Ausbildung nach Berlin und studirte daselbst die verschiedenen Fächer der Tonkunst bei Zelter, B. Klein und A. W. Bach. Auch dem Violoncell widmete er ein eifriges Weiterstudium, indem er Unterricht bei dem königl. Conzertmeister Moritz Ganz nahm. Fast allseitig und gründlich gebildet, kehrte er nach Köln zurück, wo er eine Anstellung im Orchester des Stadttheaters antrat und ausserdem Musiklectionen ertheilte. Im J. 1839 reiste er nach Paris, um bei Cherubini in den tieferen Geheimnissen des Contrapunktes sicher zu werden, und brachte daselbst auch alsbald seine erste Oper »Die Rosenmädchen« zur Aufführung. In seine Heimath zurückgekehrt, erwarb er 1845 die Musikalienhandlung von Eck u. Comp., der er auch noch jetzt mit grosser Thätigkeit vorsteht. Ausserdem war er viele Jahre hindurch Lehrer an der Rheinischen Musikschule. Die Zahl der Compositionen B.’s ist sehr bedeutend; dieselben erstrecken sich über fast alle Gebiete der Tonkunst und bekunden Tiefe, Gründlichkeit und Geschick. Sie bestehen in Kirchenwerken aller Art, darunter die Oratorien »Lazarus« und »Die Sendung des h. Geistes«, so wie drei Messen u. s. w., ferner in Sinfonien, Ouvertüren, Quartetten, Trios, zahlreichen Violoncellstücken, ein- und mehrstimmigen Liedern u. a. m. Für ein grosses, dem Könige Friedrich Wilhelm III. gewidmetes Te deum erhielt er die Medaille für Kunst und Wissenschaft. one of two readings
6Breuer, Bernhard, Musikalienhändler in Köln, dabei aber zugleich ein ausgezeichneter Violoncellist und Componist, wurde im J. 1808 zu Köln geboren und schon frühzeitig von seinem Grossvater, der Musikdirector war, auf dem Violoncell und in der Theorie der Musik unterrichtet. Er absolvirte in seiner Vaterstadt das Gymnasium, ging 1828 zu weiterer musikalischer Ausbildung nach Berlin und studirte daselbst die verschiedenen Fächer der Tonkunst bei Zelter, B. Klein und A. W. Bach. Auch dem Violoncell widmete er ein eifriges Weiterstudium, indem er Unterricht bei dem königl. Conzertmeister Moritz Ganz nahm. Fast allseitig und gründlich gebildet, kehrte er nach Köln zurück, wo er eine Anstellung im Orchester des Stadttheaters antrat und ausserdem Musiklectionen ertheilte. Im J. 1839 reiste er nach Paris, um bei Cherubini in den tieferen Geheimnissen des Contrapunktes sicher zu werden, und brachte daselbst auch alsbald seine erste Oper »Die Rosenmädchen« zur Aufführung. In seine Heimat zurückgekehrt, erwarb er 1845 die Musikalienhandlung von Eck u. Comp., der er auch noch jetzt mit grosser Thätigkeit vorsteht. Ausserdem war er viele Jahre hindurch Lehrer an der Rheinischen Musikschule. Die Zahl der Compositionen B.’s ist sehr bedeutend; dieselben erstrecken sich über fast alle Gebiete der Tonkunst und bekunden Tiefe, Gründlichkeit und Geschick. Sie bestehen in Kirchenwerken aller Art, darunter die Oratorien »Lazarus« und »Die Sendung des h. Geistes«, so wie drei Messen u. s. w., ferner in Sinfonien, Ouvertüren, Quartetten, Trios, zahlreichen Violoncellstücken, ein- und mehrstimmigen Liedern u. a. m. Für ein grosses, dem Könige Friedrich Wilhelm III. gewidmetes Te deum erhielt er die Medaille für Kunst und Wissenschaft. one of two readings
8Breull, Heinrich August, geboren 1742 zu Lindenhaxt bei Baireuth, ein vielseitig gebildeter Tonkünstler, welcher mit Fertigkeit Violine, Orgel, Klavier und andere Instrumente spielte und auch als Componist nicht unbedeutend war. Er starb 1785 als Organist zu Erlangen.
10Breunig, Eduard, ein aus Frankfurt a. M. gebürtiger Tonkünstler, der in Wien lebte und daselbst im J. 1843 ein Instrument erfand, das von sich reden machte, da es die Eigenschaften der damals sehr beliebten Physharmonica mit denen des Piano-forte verband und dieselben theils getrennt, theils vereinigt zu Gehör brachte. Er nannte dasselbe »Piano cantante« und gab auf verschiedenen Reisen Conzerte auf dem-
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