Bow & Bridge Violin and bow makers, as the old books printed them

Scan 241

Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften. Für gebildete aller Stände, 1872

11 lines. Read by computer on 16 September 2026, twice; the two readings disagreed in places. Printed page 235. See the scan on archive.org.

1liess, das Haus der Herzogin von Marlborough, wo er eine Pension von jährlich 500 Pfd. Sterl. genoss und seine Compositionen vor den Grossen des Reiches aufführte, zu verlassen. Mit diesem Abenteurer ging er 1733 nach Paris, verlor durch denselben sein ganzes bedeutendes Vermögen und musste, herabgekommen wie er nun war, sein Glück wieder durch das Violoncellspiel versuchen. Hierdurch, so wie durch eine für die königl. Kapelle componirte Motette gelang es ihm noch einmal, Ruhm und Ehre zu gewinnen. Er wurde auch von Paris aus wieder nach Wien berufen, um zu den Festlichkeiten bei Gelegenheit des Aachener Friedenschlusses eine Oper und die übrigen Musiken zu componiren, wobei er vom Kaiser reich beschenkt wurde. Im J. 1748 war er noch in Wien, ging aber dann mit dem Sänger Monticelli nach Venedig und arbeitete dort noch in seinem 80. Lebensjahre rüstig für das Theater dieser Stadt. Sein Todesjahr ist unbekannt. B.'s Meisterschaft im Violoncellspiel ist unbestritten, nicht so seine Bedeutung als Componist. Während ihn Händel z. B. als seinen gefährlichsten Nebenbuhler ausdrücklich bezeichnet, sagt Burney, B. habe keine tiefen Kunstkenntnisse besessen, wiewohl er ihm andererseits grosse Erfindung und Reichthum an Melodien zugeschrieben. Seinem Charakter als Menschen wird von den Zeitgenossen übereinstimmend nur Unvorteilhaftes nachgesagt und sein Wesen als eitel, hochmütig und anmassend geschildert. Ausser den schon erwähnten Opern (im Ganzen 22) sind von B. noch anzuführen: Zwölf Sonaten oder Kammer-Arien für zwei Violinen und Bass (London, 1732), Divertimenti da camera, eigentlich für Violine und Flöte componirt, aber für Klavier übertragen (London, 1722), Anthem auf das Leichenbegängniss des Herzogs von Marlborough (London, 1722) u. s. w. Ein Oratorium »Interciso«, viele ein- und mehrstimmige Cantaten, ein Te deum, zehn Duetti da camera u. s. w. sind im Besitz der Bibliothek in Wien.
3Buontempi, Giovanni Andrea, s. Bontempi.
4Buranello, Baldassare, s. Galuppi.
5Burbure de Wesembeck, Léon Philippe Marie de, einer der ausgezeichnetsten belgischen Musikdilettanten der Gegenwart, wurde am 17. August 1812 in der flandrischen Stadt Termonde geboren. Eifrige Beschäftigung mit Musik begleitete ihn von der Schule bis zur Universität. Er war bereits Doctor der Rechte in Gent geworden, als er sich von dieser Facultät ab- und der Kunst und den schönen Wissenschaften ausschliesslich zuwandte. Im J. 1845 nahm er von Termonde aus seinen bleibenden Wohnsitz in Antwerpen, wo er 1858 zum Administrator der Akademie der schönen Künste ernannt wurde. Eine seiner Lieblingsbeschäftigung ist das Durchstöbern und Ordnern alter belgischer Kirchenarchive, wobei er auf wichtige Entdeckungen in Bezug auf Leben und Wirken alter Meister der Kunst gelangt ist, die er von Zeit zu Zeit durch die Journale veröffentlicht. In seinen Compositionen zeigt sich B. als ein wohlstudirter, erfahrener und begabter Musikkenner. Dieselben bestehen aus zahlreichen Kirchen-, Orchester- und Harmoniemusiken, Gesangswerken aller Art, namentlich einstimmigen Liedern, Männerquartetten u. s. w. — Sein jüngerer Bruder, Gustave Louis Marie de B., geboren den 22. Juli 1815 zu Termonde, hat sich, obwohl als königl. Beamter in Gent angestellt, in der Musik gleichfalls sehr vortheilhaft ausgezeichnet. Er ist ein trefflicher Clarinettist und guter Sänger und hat Kirchenstücke, Compositionen für Harmoniemusik, Männerquartette u. s. w. geschrieben. one of two readings
6Burbure de Wesembeck, Léon Philippe Marie de, einer der ausgezeichnetsten belgischen Musikdilettanten der Gegenwart, wurde am 17. August 1812 in der flandrischen Stadt Termonde geboren. Eifrige Beschäftigung mit Musik begleitete ihn von der Schule bis zur Universität. Er war bereits Doctor der Rechte in Gent geworden, als er sich von dieser Facultät ab- und der Kunst und den schönen Wissenschaften ausschliesslich zuwandte. Im J. 1845 nahm er von Termonde aus seinen bleibenden Wohnsitz in Antwerpen, wo er 1858 zum Administrator der Akademie der schönen Künste ernannt wurde. Eine seiner Lieblingsbeschäftigung ist das Durchstöbern und Ornen alter belgischer Kirchenarchive, wobei er auf wichtige Entdeckungen in Bezug auf Leben und Wirken alter Meister der Kunst gelangt ist, die er von Zeit zu Zeit durch die Journale veröffentlicht. In seinen Compositionen zeigt sich B. als ein wohlstudirter, erfahrener und begabter Musikkenner. Dieselben bestehen aus zahlreichen Kirchen-, Orchester- und Harmoniemusiken, Gesangswerken aller Art, namentlich einstimmigen Liedern, Männerquartetten u. s. w. — Sein jüngerer Bruder, Gustave Louis Marie de B., geboren den 22. Juli 1815 zu Termonde, hat sich, obwohl als königl. Beamter in Gent angestellt, in der Musik gleichfalls sehr vortheilhaft ausgezeichnet. Er ist ein trefflicher Clarinettist und guter Sänger und hat Kirchenstücke, Compositionen für Harmoniemusik, Männerquartette u. s. w. geschrieben. one of two readings
8Burchard, Karl, geboren 1820 in Hamburg, von wo er nach Beendigung seiner musikalischen Studien 1842 nach Dresden übersiedelte. Er hat sich als selbstschaffender Tonkünstler fast gar nicht, wohl aber durch die verschiedenartigsten vorzüglichen Arrangements, namentlich für Pianoforte zu vier und acht Händen, ausgezeichnet und einen bleibenden guten Namen erworben. Seine Uebertragungen Haydn'scher, Mozart'scher und Beethoven'scher Werke bekunden in Bezug auf reinen Satz, praktische Spielart und gute Wirkung den erfahrenen Musiker und werden vorzugsweise gern gespielt.
10Burchardt, Marie, Gattin eines Justizraths in Berlin, war als Sängerin und Gesanglehrerin in Dilettantenkreisen vortheilhaft bekannt und beliebt. Sie war zwar von 1843 bis 1850 Solosängerin der Singakademie und gastirte 1843 an der königl.

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